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„Stubbe - Tödliche Hilfe“: Auf dem Hof des Pflegedienstes verlangt Stubbe (Wolfgang Stumph) Klarheiten vom Chef Boris Krol (Oliver Mommsen), Pförtner Raschke (Tom Quaas) und Birgit Wellbrock (Tessa Mittelstaedt) stehen im Hintergrund und schauen zu.
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Stubbe (Wolfgang Stumph, 2.v.l.) verlangt Klarheiten vom Chef des Pflegedienstes Boris Krol (Oliver Mommsen, r.), Pförtner Raschke (Tom Quaas, l.) und Birgit Wellbrock (Tessa Mittelstaedt, 2.v.r.) schauen zu.

TV-Kritik

„Stubbe: Tödliche Hilfe“ (ZDF): Der Kommissar im Ruhestand kann das Kriminalisieren nicht lassen

  • Tilmann P. Gangloff
    vonTilmann P. Gangloff
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Das ZDF schenkt Wolfgang Stumph zum Geburtstag am 31. Januar ein sehenswertes zweites „Stubbe-Special“: Der Kommissar ist im Ruhestand, dafür ermittelt nun seine Tochter.

  • Wolfgang Stumph feiert am 31.01.2021 seinen 75. Geburtstag.
  • Aus diesem Anlass beehrt ihn das ZDF mit einem weiteren „Stubbe“-Special.
  • Das Wiedersehen mit Stubbe fühlt sich an wie der Besuch eines Freundes, den man danach für längere Zeit nicht mehr sehen wird.

„Stubbe“ war schon immer eine Familienfilmreihe, und das in gleich dreifacher Hinsicht: Der Haushalt des Hamburger Hauptkommissars aus Sachsen war stets ebenso wichtig wie seine Fälle, außerdem spielte die Tochter des Hauptdarstellers auch seine Filmtochter; und die Fälle waren nie brutal oder übermäßig spannend, sodass „Stubbe“, Anfang 2014 nach fast zwanzig Jahren und fünfzig Episoden eingestellt, stets auch für die ganze Familie geeignet war.

Am 31. Januar wird Wolfgang Stumph 75 Jahre alt, und deshalb beehrt ihn das ZDF gut zwei Jahre nach dem Stubbe-Comeback („Tod auf der Insel“, Dezember 2018) mit einem weiteren „Special“. Hauptfigur der Krimiebene ist allerdings nicht der nach seiner Pensionierung in die alte Dresdener Heimat zurückgekehrte Polizist, sondern seine Tochter (Stephanie Stumph), für die sich Peter Kahane – er hat als Schöpfer der Reihe in den Neunzigern auch die meisten „Stubbe“-Drehbücher geschrieben – eine besondere Geschichte ausgedacht hat.

„Stubbe: Tödliche Hilfe“ (ZDF): Der alte Hase trägt maßgeblich zur Klärung des Falls bei

Der Film beginnt mit dem Auftritt eines sehr zornigen jungen Mannes, der einem Dresdener Pflegedienst vorwirft, Schuld am Tod seiner Mutter zu sein. Malte Stern (Patrick Güldenberg) ist ein früherer Schulfreund von Christiane. Die freie Journalistin wittert eine Story, deponiert Töchterchen Caroline bei deren Großvater, heuert unter falschem Namen als Praktikantin bei dem Unternehmen an und erlebt nun hautnah, welche empörenden Zustände im Pflegedienst herrschen. Außerdem findet sie Hinweise auf einen offenbar umfangreichen Pflegebetrug. Derweil ist ihr alter Freund Malte, was sie noch gar nicht weiß, unter fragwürdigen Umständen ums Leben gekommen. Das Szenario spricht für Suizid, doch Stubbes Lebensgefährtin, Kriminaltechnikerin Marlene Berger (Heike Trinker), ist skeptisch, und natürlich ist es der alte Hase, der schließlich maßgeblich zur Klärung des Falls beiträgt.

Das Sujet der Krimiebene mag nicht spektakulär sein, ist aber gut erzählt, zumal Kahane die vielen notwendigen Informationen flüssig integriert hat. Außerdem ist die Besetzung geschickt gewählt: Der von Oliver Mommsen verkörperte Geschäftsführer des Unternehmens ist ziemlich sympathisch und wirkt keineswegs wie ein Betrüger, ganz im Gegensatz zu seiner Sekretärin (Tessa Mittelstaedt). Um an Hintergrundinformationen zu kommen, sucht Christiane den Kontakt zu Alex (Sebastian Urzendowsky), der für die Einteilung der Pflegekräfte zuständig ist und sich prompt in die neue Kollegin verliebt. Als deren Schwindel auffliegt, gerät sie selbst in Gefahr.

Stubbe (Wolfgang Stumph, r.) will von den beiden, Marlene (Heike Trinker, l.) und Christiane (Stephanie Stumph, M.) gerne mehr wissen.

Der ZDF-Film „Stubbe: Tödliche Hilfe“ bleibt immer Familenfernsehen

Während die überschaubare Spannung der Krimiebene vor allem aus der Frage resultiert, wer von den vermeintlich Bösen doch zu den Guten gehört, bildet die familiäre Ebene den perfekten Entspannungskontrast, zumal die Rollen nun vertauscht sind: Die Tochter ermittelt, Stubbe kümmert sich ums Kind. Die Szenen mit der Enkelin, die überhaupt keine Lust auf den „Semper-Opa“ hat, wirken verblüffend „echt“, zumal Greta Kasalo offenkundig ein Naturtalent ist; wenn sie so weitermacht, wird sie nicht lange „die kleine Schwester“ von Mia Kasalo (Hauptdarstellerin der ZDF-Serie „Das Pubertier“) bleiben.

Als Stubbe einsieht, dass er das Kind mit seinen Geschichten über die Oper langweilt, kommt endlich Bewegung in die Beziehung, und das buchstäblich: Er holt seine alte Schwalbe aus der Garage und knattert mit Caro durch Dresden; Regisseur Andreas Herzog, der unter anderem einige herausragende Episoden zur ZDF-Reihe „Unter Verdacht“ beigesteuert hat, nutzt die Gelegenheit, um zu den Klängen eines ostdeutschen Klassikers von Manfred Krug („Wenn’s draußen grün wird“) die eine oder andere Sehenswürdigkeit ins Bild zu bringen.

Da Christiane ihren Vater nicht eingeweiht hat, um sich ungebetene Ratschläge zu ersparen, fragt sich Stubbe die ganze Zeit, was seine ständig abwesende Tochter wohl treibt. Als er sie gemeinsam mit Alex in einer Kletterhalle sieht, ist er zunächst beruhigt; später wird das gemeinsame Hobby zu einem auch optisch reizvollen Finale führen, als die beiden zum Klettern in die Sächsische Schweiz fahren. Trotz des tragischen Ausgangs bleibt der Film selbst jetzt noch jedoch Familienfernsehen.

Zur Sendung

30.1., ZDF, 20.15 Uhr: „Stubbe: Tödliche Hilfe“, ZDF-Mediathek (verfügbar bis 28.01.2022)

Wolfgang Stumph fungiert im ZDF-Special „Stubbe: Tödliche Hilfe“ als Koproduzent

Dafür steht auch Wolfgang Stumph, der hier wie schon beim letzten „Stubbe-Special“ erneut als Koproduzent fungiert und die Titelfigur weiterentwickelt hat. Natürlich kann der Alte das Kriminalisieren nicht lassen, auch wenn er mit dem Ruhestand nicht mehr ganz so fremdelt wie in „Tod auf der Insel“. Es verschafft ihm zwar mehr spür- als sichtbar eine gewisse Genugtuung, dass er Marlenes Chef Zabel (Stephan Grossmann) auf die entscheidende Spur gebracht hat, aber Stumph überlässt die entsprechende Szene bereitwillig Greta: Caro sitzt in Zabels Dienstwagen und probiert keck Blaulicht und Sirene aus.

Falls es noch einer Erklärung bedarf, warum Wolfgang Stumph so beliebt ist, dann liefert sie dieser Moment: Große Schauspieler stellen sich in den Dienst der Sache und treten ohne Murren in den Hintergrund, wenn eine Szene dadurch noch größere Wirkung entfaltet. Auch deshalb mischt sich in die Freude ein wenig Wehmut: Das Wiedersehen mit Stubbe fühlt sich an wie der Besuch eines guten, aber weit entfernt lebenden Freundes, den man nach seiner Abreise erst mal für längere Zeit nicht mehr sehen wird. (Tilmann P. Gangloff)

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