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TV-Moderator Günther Jauch.
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TV-Moderator Günther Jauch.

Günther Jauch

Spiegel-TV im Ersten

Die bestürzende Ideen-Armut im ARD-Sonntags-Talk hält an. Diesmal bedient sich die Redaktion von Günther Jauch einfach beim aktuellen Spiegel. Auch der Moderator erscheint nur mäßig am Thema interessiert.

Von Torsten Wahl

Das Thema in Günther Jauchs Talk provozierte zunächst die Frage: Nanu, wird morgen etwa Aldi im ARD-„Markencheck“ getestet? Denn schon einmal hatte der ARD-Sonntags-Talk vorab ein Thema der erfolgreichen Montags-Reihe im Ersten aufgegriffen – beim Thema McDonald’s.

Doch den Aldi-Check hatte der WDR bereits 2011 gezeigt. Diesmal bediente sich die Redaktion beim aktuellen Spiegel, dessen Autorin Susanne Amann direkt neben Günther Jauch sitzen durfte und die ihn sogar noch während der Sendung auf Stellen im Heft aufmerksam machte.

Die Wirtschaftsjournalistin war nicht nur stolz auf ihren Platz in der Runde, sondern auch auf ein kurzes Gespräch mit Karl Albrecht – geführt über eine Wechselsprechanlage. Selbstverständlich saß die Spiegel-Autorin auf der Seite der Aldi-Kritiker, so wie Günter Wallraff und ein ehemaliger Aldi-Manager.

In erwarteten Bahnen

Zu Verteidigung des Discounters waren ein ehemaliger Verwaltungschef von Aldi und ein aktueller Vertreter vom Einzelhandelsverband angetreten. Der Schlagabtausch zwischen den beiden Lagern verlief in den erwarteten Bahnen, kreiste dabei viele Minuten lang nur um Details, etwa die Frage, wie Überstunden bei Aldi erfasst und abgerechnet werden.

Mit der Konzentration auf die Arbeitsverhältnisse bei Aldi konnte das Billig-Prinzip aber kaum erklärt werden. Mit dem Druck auf Lieferanten setzte sich die Runde aber kaum mal auseinander. Da liefert der „Markencheck“ deutlich mehr Erkenntnisse.

Gastgeber Jauch schien am Thema nur mäßig interessiert – unter dem Beifall der Zuschauer riss zwischendurch mal Wolfgang Bosbach die Moderation an sich. Dass sich ausgerechnet ein Günther Jauch darüber wunderte, warum die Albrecht-Brüder so sehr die Öffentlichkeit scheuen, muss verwundern – er selbst kämpft bekanntlich mit harten Bandagen um seine Privatsphäre.

Jauch brüskiert Wallraff

Schließlich sorgte Gastgeber Jauch für die Brüskierung eines Gastes, wie man sie in dieser Form selten erlebt hat. In Form einer vorgelesenen „Zuschauermeinung“ wiederholte er die Vorwürfe gegen Günter Wallraff, er habe für sein Buch „Ganz unten“ mit der Stasi kooperiert. Was dies mit dem „Aldi-Prinzip“ zu tun haben sollte, blieb Jauchs Geheimnis. Der erboste Wallraff riet Jauch, er solle sich von der Springer-Presse feiern lassen – er dürfte dieser Runde wohl für immer fernbleiben.

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