Glosse

Der Sieger steht fest

  • vonJens Balzer
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Auf Basis des von uns entwickelten und jährlich optimierten Bärenvorhersage-Algorithmus lässt sich der Gewinner im schrittweisen Reduktionsverfahren bestimmen.

Kaum hat die Berlinale begonnen, ist sie auch schon wieder vorbei. Wir schreiben Mittwoch, und die Hälfte der Wettbewerbsfilme ist gelaufen. Auch in diesem Jahr wollen wir an diesem Tag darum wieder wissen: Welcher Film wird den Goldenen Bären erhalten? Kein Problem: Auf Basis des von uns entwickelten und jährlich optimierten Bärenvorhersage-Algorithmus lässt sich der Gewinner im schrittweisen Reduktionsverfahren bestimmen.

Von den 18 Filmen im diesjährigen Wettbewerb scheiden drei aus, weil ihre Presse- und Jury-Vorführungen auf den Nachmittagstermin zwischen 15 und 16 Uhr angesetzt waren: „Wilde Maus“ von Josef Hader, „Una Mujer Fantástica“ von Sebastián Lelio sowie „Mr. Long“ von Sabu. Noch nie hat ein nach dem Mittagessen gezeigter Film einen Bären gewonnen! Denn voller Bauch bewertet nun einmal nicht gern. Ebenfalls ausschließen kann man „The Dinner“ von Oren Moverman, da dieser Film in den USA gedreht wurde und in den USA oder von einer US-amerikanischen Produktionsfirma gedrehte Filme prinzipiell keinen Goldenen Bären erhalten. Ebenfalls noch nie gewonnen haben Filme, die länger als 150 Minuten oder aber kürzer als 85 Minuten sind, keine Chance also auch für „The Party“ von Sally Potter (71 Minuten). Deutsche Filme wiederum gewinnen den Wettbewerb der Berlinale ausschließlich dann, wenn die Hauptfigur einen Migrationshintergrund aufweist, was weder auf „Helle Nächte“ von Thomas Arslan zutrifft noch auf „Beuys“ von Andres Veiel oder auf „Rückkehr nach Montauk“ von Volker Schlöndorff.

Bleiben von 18 Wettbewerbsbeiträgen also noch zehn. Für diesen Rest greift traditionellerweise folgende Regel: Befindet sich darin ein Film, der weder aus Nordeuropa, den USA oder Japan stammt und der zugleich den Selbstfindungsprozess einer vom Schicksal gebeutelten, nicht mehr ganz jungen Frau thematisiert, gewinnt dieser auf jeden Fall den Wettbewerb. Das bedeutet: Der Goldene Bär des Jahres 2017 geht an „Bamui haebyun-eoseo honja“ von Hong Sangsoo. Herzlichen Glückwunsch! Und bis zur nächsten Berlinale.

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