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Kolumne „Nächste Folge“

„Shadow and Bone“: Neue Netflix-Serie soll „Game of Thrones“-Nachfolger werden

  • Jakob Maurer
    VonJakob Maurer
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Mit „Shadow and Bone“ stürzt sich Netflix in den Erbfolgekrieg um den TV-Serien-Thron. Ist die neue Serie eine gebürtige Nachfolgerin von „Game of Thrones“?

Frankfurt - Mal ehrlich: Der Hype um die US-Serie „Game of Thrones“ nahm zum Ende hin absurde Züge an. Public Viewing in einer proppenvollen Bar. Aufgerissene Augen und Münder, gerichtet auf den Bildschirm hinter der Theke. Die viertletzte Folge läuft. Stille.

Was dann passiert, fühlt sich an, als schaute die Menge das Finale der Fußballweltmeisterschaft und in letzter Minute segelte gerade der Ball nach einem verzweifelten Befreiungsschlag am Torwart vorbei Richtung Glück – nur an den Innenpfosten, rollte dann aber auf der Torlinie einmal quer zum anderen Pfosten und von dessen Innenseite doch noch über die Linie. Anspannung, Überraschung, Hoffen, Entsetzen, Katharsis. Die Bar brüllt, kreischt, reißt die Hände gen Decke, liegt sich in den Armen. All das zeigen Videos auf Youtube.

Mit „Shadow and Bone“ den TV-Erfolg von „Game of Thrones“ überbieten. Zu sehen ist die Protagonistin Alina Starkov (Jessie Mei Li).

Doch damals, Ende April 2019, war keine Fußball-WM und folglich fiel auch kein Siegtreffer, sondern der fieseste Bösewicht von „Game of Thrones“ wurde gerade noch so besiegt. Auch wenn danach das Serienende vermurkst wurde, jener Augenblick der Ekstase war ein besonderer Fernsehmoment in Bars und auf Sofas weltweit. Ein Geschenk in einer Zeit, in der eigentlich alle dies oder jenes schauen und schon gar nicht gleichzeitig.

Netflix: „Shadow and Bone“ soll TV-Erfolg von „Game of Thrones“ überbieten

Seither läuft die verzweifelte Suche nach dem neuen heiligen TV-Gral. Nach der einen Serie, um es mit Tolkien zu sagen, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden – oder wenigstens für ein paar Dutzend Folgen. So ziemlich jede Fantasy-Buchreihe wird vermutlich gerade von Streamingdiensten und Produktionsfirmen auf Erfolgsaussichten abgeklopft – oder wurde es schon.

Netflix stürzt sich jetzt mit der Fantasy-Adaption „Shadow and Bone“ in den Erbfolgekrieg um den TV-Thron. Die erste Staffel mit ihren acht Folgen wurde gerade auch in Deutschland veröffentlicht. Sie basiert auf der seit 2012 erscheinenden Buchreihe der US-Schriftstellerin Leigh Bardugo. Doch ist sie wirklich eine aussichtsreiche Serien-Thronfolgerin?

Wieder türmt sich eine unvorstellbar riesige Wand auf, die eine weitverzweigte Fantasy-Welt durchtrennt. Diesmal ist der Wall sogar noch unheilvoller als in „Game of Thrones“, weil aus fast undurchdringlichen Schatten bestehend und von blutrünstigen Flugmonstern heimgesucht.

„Shadow and Bone“: Spielt in Fantasy-Welt wie in „Game of Thrones“

Drumherum regiert ein Zar. Sein in Ost und West geteiltes Land heißt Ravka und ist an das Russland der frühen Neuzeit angelehnt. Zur magischen Welt wird das Reich durch die Grisha, Frauen und Männer, die Elemente manipulieren können. Das Kostümspiel mit bunten Uniformen, bestickten Gewändern und weiten Ballkleidern wirkt dabei manchmal so, als hätte man sich im Netflix-Menü verdrückt und „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gestartet.

Da ist natürlich auch ein fieser Bösewicht, der der Dunkle (Ben Barnes) genannt wird, der angeritten kommt wie eine Mischung der angehimmelten „Game of Thrones“-Figuren Jaime Lannister, Jon Snow sowie Daario Naharis und nicht nur bei der Protagonistin Alina Starkov (Jessie Mei Li) Gefühlswallungen auslösen dürfte.

Mit „Shadow and Bone“ stürzt sich Netflix in den Erbfolgekrieg um den TV-Serien-Thron. Ist die neue Serie eine gebürtige Nachfolgerin von „Game of Thrones“?

„Shadow and Bone“: Tagelang an der Spitze der Top 10 in Deutschland

Alina Starkov wiederum ist es, die das schon instabile, von Schlachten und Scharmützeln durchgerüttelte Reich endgültig ins Chaos stürzt. Und das obwohl sich die junge, schüchterne Außenseiterin – ganz genrekonform – zunächst doch als Auserwählte und strahlende Hoffnungsträgerin entpuppt. Bis all die Figuren, Fraktionen und Fähigkeiten halbgar erklärt sind, vergehen fünf Folgen und es raucht einem der Kopf. Am Ende bleiben „Shadow and Bone“ noch drei Episoden für ein wenig wendungsreiches Finale und den obligatorischen Cliffhanger.

Der Start war dennoch vielversprechend – was die Resonanz anbelangt. Auch wenn Netflix bekanntermaßen kaum Zahlen veröffentlicht, rangierte „Shadow and Bone“ immerhin tagelang an der Spitze der aktuell beliebtesten Titel. Doch, ob dieser Erfolg auf den TV-Thron führt und die zuletzt stagnierenden Netflix-Abonnements wieder ankurbeln kann, bleibt eher zu bezweifeln – von ekstatischen Barbesuchen ganz zu schweigen. Die Suche geht weiter. (Jakob Maurer)

„Shadow and Bone“, eine Staffel, auf Netflix.

Die Kolumne „Nächste Folge“ nimmt Streaming- und TV-Serien in den Blick. Mehr auf fr.de/naechste-folge

Rubriklistenbild: © Netflix

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