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Eine erste Spur: Kommissarin Martina Bönisch und ihr Kollege Faber haben am Tatort einen Hotelschlüssel gefunden.

"Tatort: Tod und Spiele"

Seit wann haben sie denn ein Privatleben?

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Im neuen Tatort aus Dortmund gibt es einen etwas besser gelaunten Faber, einen neuen Kollegen sowie "Tod und Spiele".

Eigentlich ist Leugnen zwecklos, Kollegin Bönisch hat es gesehen und die Zuschauer (Millionen!) sind Zeugen. Trotzdem versucht es Hauptkommissar Peter Faber mit der Ausrede „Ich kann gar nicht lächeln“.

Einen etwas leichteren Ton wollten Maris Pfeiffer, Regie, und Wolfgang Stauch, Buch, diesmal in den gern verzweiflungsschwarzen Dortmunder Tatort bringen. Und so muss Faber, Jörg Hartmann, am Ende wenigstens einmal zart die Mundwinkel hochziehen. Und hat Martina Bönisch, Anna Schudt, ein durchaus aufregendes Zusammentreffen mit einem superreichen russischen Oligarchen – der hier besonders coole Samuel Finzi. Auch Bönisch leugnet: Nein, sie sei nicht mit Kambarow ins Bett gegangen. Wenn man den Satz wörtlich nimmt, stimmt es, denn ein Bett war nicht im Spiel.

Kommissar muss Jungen hüten  

Aber natürlich ist die Welt in Dortmund nicht plötzlich gut und bunt geworden. In einer alten Fabrikhalle wurde ein Mensch verbrannt, vor seinem Tod hat er zahlreiche Verletzungen erlitten. Sein Hotelschlüssel führt nicht nur zu einem eher unauffälligen Zimmer, sondern auch zu einem Jungen, der sich versteckt hat unterm Bett. Dem Kind ist so gut wie nichts zu entlocken, auch nicht vom vielsprachigen Übersetzer. Aber jemand muss den kleinen Jungen hüten, klar, dass die Wahl Fabers auf die darob angefressene Nora Dalay, Aylin Tezel, fällt. Dabei gibt es einen Neuen, er hat sogar Familie und also Kinder-Hüten-Erfahrung: Als Hauptkommissar Jan Pawlak vervollständigt Rick Okon nach dem Abgang von Stefan Konarske das Dortmunder Quartett. Bönisch kann es nicht lassen, Faber unter die Nase zu reiben: „Er war der einzige, der mit Ihnen arbeiten wollte.“ Faber kann es nicht lassen, dem in den Feierabend verabschiedenden Kollegen nachzuraunzen: „Seit wann haben wir hier ein Privatleben.“ Der Neue nimmt es sympathisch gelassen. (Regie und Buch gestatten allerdings noch keinen Blick in sein Privatleben, das ist okay.)

Dann muss sich Kommissar Pawlak in einem Martial-Arts-Verein schlagen – einerseits undercover, andererseits tut’s vermutlich trotzdem weh. Dann soll Bönisch, ebenfalls undercover, im Hotel einchecken und kommt dem superreichen Russen so nahe, wie es von Faber wiederum nicht gedacht war. Und Kambarow nimmt „Tanja“ außerdem mit in einen illegalen Fight Club, in dem (auch) auf den Tod einzelner Kämpfer gewettet wird. Menschen in Abendgarderobe und Masken halten zierliche Champagnerkelche und gieren nach Blut, nach „Tod und Spielen“. 

Ein  etwas leichterer, ironischerer Ton

Es wird dann noch recht konfus und unprofessionell im Ermittler-Quartett. Was ist zum Beispiel mit dem Escort-Service „Rose of Ruhrpott“, spielt er eine Rolle, spielt er keine (aber der Name ist jedenfalls lustig)? Diverse Auflösungen/Rettungen werden aus dem Ärmel geschüttelt. Acht Augen zugedrückt, mindestens. Und kann es sein, dass sich Bönisch ein wenig verliebt hat? Und kann es sein, dass Faber eifersüchtig ist? Er hat ja nur 27 Mal versucht, die Kollegin auf ihrem Handy anzurufen, während sie mit dem Russen ....

Der etwas leichtere, ironischere Ton steht den Dortmundern. Und das zarte Lächeln steht Faber/Hartmann. Mal sehn, ob es ihn bald noch einmal entwischen darf.

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