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Kultur im Radio

Sechs Minuten interpretieren

  • Valerie Eiseler
    vonValerie Eiseler
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Freie Beschäftigte des WDR protestieren gegen Änderungen bei Buchbesprechungen.

Freie Journalistinnen und Journalisten, die für den Westdeutschen Rundfunk arbeiten, haben sich in einem offenen Brief an den Intendanten Tom Buhrow, die Hörfunkdirektorin Valerie Weber und den Leiter des Programmbereichs Kultur, Matthias Kremin, gewandt. Grund sei die ersatzlose Einstellung der täglichen Buchrezension in der Kultursendung „WDR3 Mosaik“.

Laut dem Brief soll die Sendeanstalt feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am vergangenen Freitag über die Streichung des traditionellen Programmangebots informiert haben. Autorinnen und Autoren seien daraufhin von der Literaturredaktion in Kenntnis gesetzt worden, dass mit weiteren Aufträgen nicht zu rechnen sei.

Laut Programmchef Kremin handelt es sich hingegen um ein Missverständnis. Die Redaktion der Sendung „Mosaik“ habe lediglich entschieden, Literaturbeiträge nicht mehr bloß in Form einer sechsminütigen Rezension und nicht konstant am gewohnten Sendeplatz auszustrahlen. Stattdessen solle es mehr Kollegengespräche oder andere Beiträge über Literatur geben, die auch von freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des WDR produziert werden könnten.

Die E-Mail, in der eine Einstellung angekündigt wurde, sei falsch formuliert gewesen, so Kremin. Er verstehe, dass es damit zu großer Sorge bei ohnehin nervösen Freischaffenden gekommen sei. Inzwischen sei die Redaktion über das Missverständnis informiert worden.

Viele freie Journalistinnen und Journalisten sind derzeit in einer prekären Lage. Laut einer Umfrage des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) erleben knapp fünfzig Prozent von ihnen aktuell Einkommenseinbußen. „Wegen der Corona-Pandemie haben es gerade die Freien in der Kulturberichterstattung sowieso schon schwer, überhaupt genügend Aufträge zu bekommen, weil in diesem Bereich alle Veranstaltungen ausfallen“, so der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall. Freie im Literaturjournalismus seien ohnehin schon unterbezahlt, betont Carola Dorner, Vorsitzende des Verbands Freischreiber. Den tatsächlichen Rechercheaufwand bekämen Freie nur selten angemessen gezahlt.

Nach der Kontroverse um die Programmreform des Hessischen Rundfunks und der Einstellung des „Bücherjournals“ im Norddeutschen Rundfunk sind die Sorgen in der Branche groß. Die immer stärkere Einschränkung der Literaturprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sei sowohl für die Buchbranche, als auch die gesamte Gesellschaft ein verheerendes Zeichen, mahnt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Die Autorinnen und Autoren des Briefs äußerten Verständnis für die schwierige finanzielle Lage des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, insbesondere durch die Blockade des neuen Rundfunkbeitrags. Doch „die Entscheidung, ausgerechnet die günstig zu produzierenden Literatursendungen zu reduzieren“, sei falsch.

Seit der Pandemie produzieren die freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von WDR3 ihre Beiträge von Zuhause aus. Der Sender stellte ihnen auch Hilfsangebote zur Verfügung.

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