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Einwanderer Jean-Gabriel, gespielt vom Regisseur, gehört zu den großen Kindsköpfen.
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Einwanderer Jean-Gabriel, gespielt vom Regisseur, gehört zu den großen Kindsköpfen.

Triff die Elisabeths

Schussfahrt in den Klamauk

Mit dem französischen Film "Triff die Elisabeths!" kommt das Croissant unter den Culture-Clash-Komödien in unsere Kinos: Eine Erfolgskomödie über karibische Einwanderer im Schnee: "Triff die Elisabeths!" Von Michael Kohler ( mit Video)

"Du machst ja ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter", begrüßt der Wirt seinen sichtlich betrübten Stammgast und fügt augenzwinkernd hinzu: "Hast wohl einen Job gefunden." Nein, eine ordentliche Anstellung hat Jean-Gabriel weder gefunden noch gesucht, dafür aber den Mund wieder mal zu voll genommen. Jetzt erwarten seine Kinder, dass er mit ihnen zum Skifahren in die Berge fährt, was nicht nur sündhaft teuer, sondern dem karibischen Einwanderer auch entschieden zu exotisch ist. Eine Wahl bleibt dem Familienvater gleichwohl nicht; soeben hat ihm seine geplagte Ehefrau die Pistole auf die Brust gesetzt.

Mit dem französischen Erfolgsfilm "Triff die Elisabeths!" kommt das Croissant unter den Culture-Clash-Komödien in unsere Kinos: sehr luftig, nicht gerade nahrhaft, aber erstaunlich gut bekömmlich. Während in diesem Genre der Hausherr meist grimmig über die aus der Heimat mitgebrachten Traditionen wacht, gehört der in Martinique verwurzelte Jean-Gabriel zur Internationale großer Kindsköpfe, die sich so gut und so lange, wie es eben geht, um jede Verantwortung herumdrückt. Er träumt davon, irgendwann beim Radio groß herauszukommen, verjubelt jeden zweiten Cent mit Pferdewetten und strapaziert auch in seiner Ehe zusehends das Glück. In Frankreich lockte dieser sympathische Taugenichts 1,7 Millionen Zuschauer in die Kinos; ob der deutsche Verleih mit seinem im Kommandoton verfassten Titel einen ähnlichen Ansturm herbeiführen will?

Nachdem Jean-Gabriel einen Freund um dessen heiß geliebtes Auto erpresst hat, kann die Reise losgehen: Mit Sack und Pack, der resoluten Oma, aber ohne Mutter fahren die Elisabeths in den Urlaub. Natürlich ahnen sie nicht im Entferntesten, was ihnen in den Bergen blüht und stecken schon in der erstbesten Schneewehe fest. Einen Mordsschreck bekommt aber auch ihre Vermieterin, als die Gäste wenig später in die gute Stube trampeln: "Nein, so was, Schwarze, muss das denn sein?" Den alltäglichen Rassismus spart Lucien Jean-Baptiste, der Regisseur, Autor und Hauptdarsteller, zwar nicht aus. Aber er erscheint bei ihm als etwas, was sich in der Regel durch gegenseitiges Kennenlernen überwinden lässt. Auf der Piste fallen die Elisabeths dann auch weniger durch ihre Hautfarbe als durch ihren ungewollt halsbrecherischen Fahrstil auf - ein Schicksal, das sie mit Anfängern aller Nationen teilen.

Mit Lucien Jean-Baptiste ist weder ein Skiass noch ein begnadeter Komödiant vom Himmel gefallen. Alles kommt in "Triff die Elisabeths!" genau so, wie es die heitere Ausgangslange verspricht: die Kinder toben glücklich im Schnee, die Oma schließt Frieden mit der Vermieterin, die Ehe wird gekittet und der Kleinste bekommt zur Krönung sogar seinen ersten Stern im Slalomlauf. Originell ist das nicht, aber es hat etwas angenehm Einlullendes, wie Jagertee oder die Heizung auf der Skihütte. Für einen Debütanten beherrscht Jean-Baptiste die Schussfahrt in den gehobenen Klamauk schon ziemlich gut.

Triff die Elisabeths!, Regie: Lucien Jean-Baptiste, F 2009, 90 Minuten.

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