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Bjarne Mädel als etwas seltsamer zugereister Kommissar Sörensen.
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Bjarne Mädel als etwas seltsamer zugereister Kommissar Sörensen.

„Sörensen hat Angst“ in der ARD

Schön habt ihr’s hier

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
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Der Krimi „Sörensen hat Angst“ von und mit Bjarne Mädel in der ARD.

Sven Strickers erster „Sörensen ermittelt“-Roman „Sörensen hat Angst“ läuft auf Amazon unter „Landhaus-Krimi“. Wer da an Agatha Christie denkt, an englische Manors mit geschmackvoll drapierter Leiche im Lehnsessel vor dem offenen Kamin ... wird nun spätestens bei der Verfilmung Bjarne Mädels für die ARD vor Augen geführt bekommen, dass die meisten Menschen in Nordfriesland wohl ziemlich hässlich wohnen. Kackbraunes Mobiliar und graubrauner Teppich, Metallrahmenfenster, Gelsenkirchener Barock unterm schäbigen Flachdach.

„Schön habt ihr’s hier“, sagt Sörensen – nur Sörensen, sein Vorname ist ihm peinlich – nach fünf Sekunden Umsehen im Polizeirevier und ohne dass Bjarne Mädel eine Miene verzieht. Das ist schon mal ein ziemlich guter Witz angesichts des schäbigen Standardausrüstung-Büros mit Kaktus (weil man ihn vergessen kann, den Kaktus).

Bjarne Mädel, gerade auch neben Klaus Maria Brandauer in Ferdinand von Schirachs „Der Feind“ als folternder Polizist zu sehen, ist gut darin, ausdrucksvoll keine Miene zu verziehen. Hier tut er das außerdem in eigener Regie; und fast könnte man meinen, Stricker habe ihm die Rolle auf den Leib geschrieben. Doch ist der erste Sörensen-Roman, den jetzt Stricker selbst zum Drehbuch verarbeitet hat, schon einige Jahre alt.

Inzwischen ist die TV-Kommissar-Variante „Ermittler oder Ermittlerin mit Trauma“ nicht mehr neu. Doch spielt Mädel nicht den, zum Beispiel, Dortmunder Psychopathen, sondern einen recht netten und auch aufmerksamen Mann mit Panikattacken (den Grund erfährt man vorerst nicht, vielleicht wird ja fortgesetzt). Von Hamburg ins nordfriesische Kaff Katenbüll hat sich Sörensen nach einer Auszeit absichtlich versetzen lassen – denn dort kann es doch nur mordfrei und sterbenslangweilig sein. Oder?

Natürlich nicht. Malte, Leo Meier, hat dem neuen Chef gerade seinen selbstgebackenen Bio-Kuchen angeboten, als auch schon das Telefon klingelt: „Der Hinrich sitzt tot in seim Stall.“ Also doch ein Landhaus-Krimi?

Dazu ist das Thema – Kindesmissbrauch – zu ernst und das Land zu trostlos. Abgegrast. Nass. „Hier leben fast alle vom Fleisch“, erklärt Polizistin Jennifer, Katrin Wichmann, KHK Sörensen. Und da der massige Peter Kurth den Fleischfabrik-Chef gibt (Marke „Fleischeslust“), ahnt man auch gleich, dass dieser Mann nicht zimperlich ist beim Durchsetzen seiner Geschäftsinteressen gegen die „Ökofaschisten“.

Da zählt er einen ehemaligen Kumpel dazu: Matthias Brandt gibt Frieder Marek, einen Alkoholiker mit strähnigen Haaren, den ganzen Tag im Bademantel und auf der durchgesessenen Couch. Marek hatte einmal große Tourismus- und Kur-Pläne für Katenbüll. Oder vielleicht nicht große, aber doch umweltfreundliche. Brandt zeigt einen resignierten Mann, man hat ihn mit dem Vorwurf, Kinderpornographie besessen zu haben, kaltgestellt. Rache? Nein, Selbstmitleid. „Selbstmitleid ist ekelhaft“, sagt er noch.

Eine Mischung zwischen Nüchternheit und (nicht zu herbem) trockenem Humor hat Bjarne Mädel hinbekommen. Jenny versichert Sörensen „ist ja auch nicht immer so hier“. Mal sehn.

„Sörensen hat Angst“ , ARD, 20.45 Uhr.

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