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Ende einer Jagd: Sunny (Friederike Becht) steht Haffner (Felix Klare) gegenüber.
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Ende einer Jagd: Sunny (Friederike Becht) steht Haffner (Felix Klare) gegenüber.

ARD-Krimi

Traditionell traumatisiert: Sechsteiler „Schneller als die Angst“ im Ersten

  • Jörg Schneider
    VonJörg Schneider
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„Schneller als die Angst“ - Leidlich Konfektioniertes von der ARD-Krimistange.

Frankfurt - Vor einiger Zeit antwortete der in puncto Kreativität ja nicht allzu verheerend auf den Schädel gedotzte Rundumstar Sting in einem Interview auf die Frage, was denn seine persönlichen Kriterien für gute Musik seien, mit dem überaus einleuchtenden Maßstab, sie solle ihn im Idealfall überraschen. Zugegeben, das lässt sich vielleicht nicht eins zu eins auf TV-Serienformate übertragen ... obwohl … na ja, eigentlich doch.

So schleppt sich bspw. der zwar terminlich frische, inhaltlich jedoch gehörig abgestandene ARD-Krimisechsteiler „Schneller als die Angst“ leider derart vorhersehbar in eine nur eher so mittelwendungsreiche Fahrtrichtung, dass sich in Sachen Kurvenreichtum dagegen selbst die als Sauerlandlinie bekannte A45 fast schon als nürburgring‘sche Nordschleife präsentiert.

„Schneller als die Angst“: Stereotype Charaktere geben sich in der ARD-Serie die Klinke in die Hand

Stereotype Charaktere aus dem obligatorischen Krimisatzbaukasten (füllen Sie an dieser Stelle die Klammer bitte selbstständig mit dem handelsüblichen „Thriller“personal, inklusive der sich daraus ergebenden zwischenmenschlichen Verquickungen) geben sich im sechsteiligen Folgentakt routiniert die Klinke in die Hand. Alles schon zigfach in ähnlicher bis nahezu identischer Zusammensetzung gesehen und auch seinerzeit bereits ordnungsgemäß unter der schulterzuckenden Rubrik „Ei ja“ verbucht. Handwerklich und schauspielerisch ist das zwar alles prima inszeniert und gut gemeint – wenn man mal von dem offenbar unzerstörbaren und beratungsresistenten Irrglauben absieht, eine dauernervende Wackelkamera wirke irgendwie authentisch aus dem Leben gegriffen (es sei denn, sie wurde im täglichen Vollsuff geführt) – aber thematisch doch eben lediglich altbacken semi-neu.

RolleDarsteller:in
Sonja Becker „Sunny“Friederike Becht
Markus FechnerChristoph Letkowski
André HaffnerFelix Klare
Torsten WächterAndreas Döhler
Ralf KellerThomas Loibl

Dabei offenbart schon die ungelenk bemüht auf „Schaut-mal-wie-crazy-locker-teufelskerlig-wir-sind“ gebürstete Eröffnungssequenz, wohin der Hase wohl auch die restlichen Folgen stürzen wird, und hätte dementsprechend eigentlich schon hier ein frühzeitiges Abschalten gerechtfertigt.

Für alle, die dranbleiben, entpuppt sich dann konsequenterweise auch das vermeintliche Rätsel um die Identität des, neben dem Hauptbösen, zweiten Vergewaltigers - nein, kein „Spoiler“, es war genau der, den man als halbwegs sachverständiger Zuschauer bereits mit dessen erstem Auftauchen in Verdacht hatte – als nur mäßig mysteriös.

ARD-Sechsteiler „Schneller als die Angst“ ist nur bedingt originell

Kurzum; auch wenn es sich hier vielleicht ein klein wenig anders liest: Das alles ist – idealerweise weizenbierbegleitet – zwar solide wegguckbar und auch durchaus professionell gestaltet, aber nun mal leider - denn die Vorfreude war ebenso groß wie die berechtigte Befürchtung – nur bedingt originell.

„Schneller als die Angst“

Sonntag, 9. Januar 2022, 21.45 Uhr, Folge 5: Treibjagd; 22.30 Uhr, Folge 6: Freiheit. Abrufbar in der Mediathek

Doch mindestens mal drei lobenswerte Sachverhalte hat „Schneller als die Angst“ dennoch zu verbuchen: Zum einen leidet die Hauptfigur nur erfreulich überschaubar an den mittlerweile gängigen Visionen und Flashbacks, zum anderen wird keiner der tragenden Rollen irgendeine placeboschrullige Macke angedichtet und - finalement allerwichtigst -: Die komplette Nummer kommt ohne den schon etliche Filme zu lang gelobten Lars Eidinger aus. (Jörg Schneider)

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