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Christiane Paul als Europaabgeordnete in der neuen Serie „Parlament“.

Interview mit Christiane Paul

„Man muss wirklich da sein, wahrhaftig sein“

  • Arno Widmann
    vonArno Widmann
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Christiane Paul über Frauen, die ihre Macht einsetzen, über die Rolle der Schönheit in der DDR, über Klima, Quallen und den Urknall.

Frau Paul, denken Sie manchmal an den Urknall?

Gestern. Beim Abendessen. Mein Sohn nimmt gerade den Aufbau der Atome durch. Wir sprachen lange über Protonen, Elektronen und Neutronen. Dann ging es darum, mit welcher Geschwindigkeit der Raum expandiert, wie Sonnen verglühen und zu weißen Zwergen werden und dass man das riesige, explodierende Universum auf einen winzigen Punkt zurückführen kann. Wie kommen Sie auf den Urknall? Machen Sie eine Serie darüber? Fragen Sie jeden nach dem Urknall?

Eine gute Idee. Sollten wir vielleicht mal machen.

Ich finde das alles faszinierend. Schon allein wie der Mensch funktioniert! Unser Körper ist Biochemie und Physik, der Ablauf komplexer Prozesse. Aber wie kommt die Seele da hinein? Wir denken doch, dass es sie gibt. Vielleicht ist sie ein besonderer Komplexitätsgrad dieser biochemischen Prozesse. „Am Anfang war der Wasserstoff“, Hoimar von Ditfurths fast 50-jähriger Klassiker kommt mir da wieder in den Sinn. Gestern ging es auch noch um die Raumzeitkrümmung. Das ist alles unbegreiflich. Ach worüber rede ich? Ich habe ja gar keine Ahnung.

Ich bin Journalist. Ich spreche nur über Dinge, von denen ich keine Ahnung habe. Pardon, ich wollte Sie da nicht hineinziehen. Ab dem 29. September gibt es in der Mediathek der ARD einen Spielfilmzehnteiler über das europäische Parlament. Darin spielen Sie die deutsche Zicke.

Finden Sie? Sie ist hart und tough, ok, und sie ist gemein, intrigant und manipulativ. Na gut. Aber doch keine Zicke! Und sie hat schließlich einen guten Grund für das, was sie tut. Sie will die Europäische Union schützen und stärken und die Rechten zurückdrängen. Vielleicht sind die Mittel nicht die besten. Stimmt. Sie ist eben keine durchweg positive Figur. Sie ist eine Antagonistin. Aber das finde ich gerade so toll an ihr.

„Ein kluger Bond-Bösewicht als Frau, das wär es doch.“

Christiane Paul, Schauspielerin

Sie wechseln jetzt das Fach und werden böse?

International mache ich das schön länger. In der amerikanischen Fernsehserie „Counterpart“ spielte ich den Hauptantagonisten: eine böse Killerin, smart, mit großen Ambitionen. In der französischen Fernsehserie „Die Purpurnen Flüsse“ gab ich auch die böse Antagonistin.

International sieht man Sie so?

Offenbar. Im internationalen Fernsehen gibt es diese Frauen häufiger. Nehmen Sie das „House of Cards“. Darin spielt Robin Wright als machthungrige Ehefrau des Politikers Frank Underwood (Kevin Spacey) eine richtige Lady Macbeth. Großartig! Solche Rollen gibt es bei uns eher selten. Eine Ausnahme war die Serie „Bad Banks“, in der Désirée Nosbusch eine kluge, harte Bankerin spielte. Vielleicht sollten wir in Deutschland unser Frauenbild durchdenken und ihnen mehr zutrauen. Frauen können Machtpositionen haben und sie können diese Macht auch einsetzen. Ich glaube, man hat hier oft Angst, dass diese Frauen dann nicht mehr sympathisch sind. Diese Angst teile ich nicht. Mir ist es nicht so wichtig, ob mich jemand als „Ingeborg“ in „Parlament“ sympathisch findet. Sie ist doch einfach eine spannende Figur. Ein kluger Bond-Bösewicht als Frau, das wär es doch.

Und gutaussehend.

Das ist ja relativ.

Wie die Klugheit.

Da möchte ich jetzt nichts zu sagen. Aber Macht macht auch attraktiv. Nicht nur Männer. Auch Frauen.

Kannten Sie das Drehbuch?

Na klar. Ich hatte alles gelesen. Es hat mir wahnsinnig gut gefallen. Teile davon las ich im Zug und ich erinnere mich, wie ich laut lachen musste und sich die Leute irritiert nach mir umsahen.

Ich habe mir Ihre Filmografie in Wikipedia angesehen. Wenn es dazwischen mal nur zwei Filme im Jahr waren, da dachte ich: Nagte sie da am Hungertuch?

Das ist ja süß. Ich glaube, das war 2010. Aber, Sie müssen sich keine Sorgen machen. Ich komme zurecht.

„Wir können und sollten uns für das, was uns wichtig ist, engagieren.“

Christiane Paul

2011 erschien Ihr Buch „Das Leben ist eine Öko-Baustelle“.

Ja, das haben der taz-Journalist Peter Unfried und ich zusammen geschrieben. Ich hatte damals das Gefühl, dass sich die intellektuellen Eliten kaum für den Klimawandel interessierten. Aber der Klimawandel war längst analysiert und bekannt. Ich wollte helfen, das Thema mehr in die Gesellschaft zu tragen. Vielleicht finden es manche schwierig, dass sich Künstler für politische Themen öffentlich einsetzen. Wir sind ja keine Experten. Aber wir sind Bürger und wir können und sollten uns für das, was uns wichtig ist, engagieren. Und langsam verändert sich auch etwas. Die Menschen sind aufmerksam geworden. Sie gehen auf die Straße für Fridays for Future, hinterfragen Dinge, fangen an, ihren Alltag zu überdenken, beim Einkauf zum Beispiel auf die Herstellungsbedingungen der Waren zu achten. Um nur eine Sache von vielen zu nennen. Aber die Aufmerksamkeit der Konsumenten allein genügt nicht. Ich denke, es braucht große strukturelle Veränderungen. Man kann Menschen, die sich ihren Lebensunterhalt schwer erarbeiten müssen, nicht auch noch die alleinige Verantwortung dafür aufbürden, dass sie sich ökologisch korrekt dem Klimawandel entgegenstellen. Mir wird immer deutlicher, dass die Politik für diese strukturellen Regelungen sorgen muss. Die EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat gerade gefordert, dass bis zum Jahr 2030 fünfundfünfzig Prozent CO2-Emissionen eingespart werden sollen. Das ist echt sportlich, aber notwendig.

Sie sind aber immer noch Schauspielerin.

Ja. Und gerade drehe ich zusammen mit Christoph Maria Herbst „Es ist nur eine Phase, Hase“, nach dem Buch von Jochen Gutsch und Maxim Leo. Das macht sehr, sehr viel Spaß.

Sie drehen unter Corona-Bedingungen?

Schauspieler und Regie werden zweimal in der Woche getestet. Für die anderen gilt Mundschutz und Abstandsregeln. Es geht. Wir sind froh, dass wir wieder arbeiten können.

Am 3. Oktober…

Hm. Tag der Einheit, okay?

Denken Sie manchmal an die DDR?

Ja, schon. 3. Oktober ist ein Feiertag. Immer ganz schön so Feiertage. Da ist nichts los. Das finde ich super. Das ganze Land schläft. Finde ich herrlich.

Schönheit in der DDR – fällt Ihnen da etwas ein?

Das Magazin „Sibylle“. Von der Fotografin Ute Mahler hatte ich Fotos in meinem Zimmer hängen. Sie hatte ein sehr spezielles Auge für Frauen. Es waren sehr atmosphärische Aufnahmen in Schwarz-Weiß, für die ich mich interessierte. Ich war noch sehr jung. Schönheit spielte für mich damals keine so große Rolle. Die ostdeutschen Frauen hatten eine große Natürlichkeit. Das war für mich Schönheit.

Kein Kajal?

Kajal ist ja nur mal modern und dann wieder nicht. Ich meine mit „Natürlichkeit“ etwas anderes. Als junges Mädchen las ich Maxie Wanders „Guten Morgen, du Schöne“. Darin erzählten DDR-Frauen von ihrem Leben und ihren Träumen. Diese Tonbandprotokolle geben so gut wieder, worum es ihnen ging. Vielleicht war die DDR irgendwie „natürlicher“ als die BRD: Es gab nicht diese Kommerzialisierung der Schönheit wie im Westen. Es gab natürlich auch nicht die Mittel, aber auch eben nicht den Zwang, sich einem Ideal anzupassen. Das kam erst nach der Wende. Ich bin zu jung, um das wirklich zu wissen. Aber wenn ich mir alte Fotobände ansehe, dann finde ich darin mehr diese Art der Natürlichkeit. Körper und Schönheit waren nicht so wichtig. Sie waren selbstverständlicher, zeigte sich in anderen Dingen. Heute jagen alle einer plakativen Schönheit hinter her.

Sie ist eine Aufstiegschance. Das war sie schon immer. Sophia Loren kam aus dem Proletariat von Pozzuoli im Golf von Neapel.

Das stimmt. Ich habe gerade über sie gelesen. Am Anfang nannte man sie Sophia Lazarus. Denn sie war so schön, hieß es, dass sie die Toten zum Leben erwecken konnte. Aber sie war ja auch unglaublich schön. Das war der Hammer! Und sie konnte toll spielen.

Ich hatte einmal einen Interviewtermin mit ihr. Ich bin nicht hin.

Warum?

Ich war einfach zu hingerissen.

Hatten Sie Muffensausen?

Und wie!

Zur Person

Christiane Paul , geboren 1974 in Berlin-Pankow, ist eine der bekanntesten deutschen Film- und Fernsehschauspielerinnen. Sie studierte Medizin an der Humboldt-Universität, hatte aber schon mit 17 ihre erste Filmrolle und widmete sich bald der Schauspielerei.

In der Fernsehserie „Parlament“ , einer Eigenproduktion von ONE, ist Paul jetzt als taffe deutsche Europa-Abgeordnete zu sehen. Die mehrsprachige Polit-Comedy „Parlament“ ist ab 29. September in der ARD Mediathek abzurufen und läuft auf ONE ab 6. Oktober, 20.45 Uhr. Dort immer dienstags.

Aber warum denn?

Sie sah so gut aus…

Ja! Sie war umwerfend schön.

Eben. Sie warf mich um. Ich konnte nicht hin. Inzwischen bin ich alt und gefühllos und traue mich sogar, Sie zu interviewen. Mir fällt ein: Sophia Loren und Audrey Hepburn waren lange gleichzeitig große Stars. Es ist wohl doch nicht so, dass immer ein Körperideal alle anderen beiseite schiebt.

Gott sei Dank nicht. In der Mode mag ein Ideal die Laufstege beherrschen -obwohl es sich auch da gerade ändert- aber im Film gilt das nicht unbedingt. Selbst in Hollywood nicht. Frances McDormand zum Beispiel hat zwei Oscars gewonnen. Die neuen Fernsehserien haben sehr geholfen, ein viel diverseres Frauenbild zu verbreiten. Noch mal zurück zu Sophia Loren. Ich habe mir gerade vor kurzem eine Reihe von Filmen mit ihr angesehen. Ein Teil ihrer italienischen Filme wirken inzwischen wirklich ein wenig antiquiert. Aber „Hausboot“ mit Cary Grant ist ein wirklich schöner Film und auch „Die schwarze Orchidee“ mit Anthony Quinn. Ich liebe es, alte Filme anzusehen. Als ich all die romantischen Komödien spielte, kam ich kaum los von Katherine Hepburn und Spencer Tracy, zum Besipiel in „Ehekrieg“. Aber ganz großartig ist Katherine Hepburn natürlich auch mit Cary Grant in „Leoparden küsst man nicht.“ Einer der tollsten Filme ...

Kennen sie „Achteinhalb“

Der ist von Fellini. Ein für mich schwieriger Film. Aber Mastroianni ist natürlich ein irrer Typ. Mastroianni war sicher eine Orientierung für George Clooney, denke ich mir. Diese Art von Männlichkeit, Eleganz, Attraktivität. Aber Clooney sieht ja nicht nur gut aus, er ist auch ein großartiger Schauspieler.

„Glauben Sie mir: Ich denke wirklich nicht darüber nach, was ich machen muss, damit Sie lachen oder weinen.“

Christiane Paul

Woran merkt man das?

Das sieht man doch! Man glaubt ihm, was er macht.

Wenn man auf einen Schauspieler reinfällt, ist er gut?

Reinfallen – das ist so negativ. Wenn Sie einer Schauspielerin, einem Schauspieler abnehmen, was sie tun, was sie fühlen, dann sind die gut, oder? Das merken Sie doch auch. Das spüren Sie.

Ich spüre gar nichts. Ich bin da völlig gefühlsfrei.

Jetzt spielen Sie. Nicht sehr überzeugend!

Bei Ihnen ...

Okay, was kommt jetzt?

Wenn Sie lachen, ist der Moment schon gerettet. Ich weiß nicht, was Sie da noch spielen müssen.

Es ist Ihnen vielleicht entgangen, aber in meinen letzten Filmen habe ich nicht wirklich viel gelacht.

Oh ja, im „Parlament“ lachen Sie überhaupt nicht. Aber sehr viel hilft doch die natürliche Ausstrahlung.

Das stimmt. Die hat man oder hat man nicht. Das bringt man mit. Aber das reicht kaum für einen Film, geschweige denn für ein ganzes Schauspielerleben.

Schauspieler drücken Gefühle aus, um Gefühle zu wecken. Dafür drücken sie auf Knöpfe.

Echt? Das sehe ich überhaupt nicht so. Ich sage nicht, dass Sie mitgehen müssen. Ich sage auch nicht, dass Sie fühlen müssen. Das weiß ich doch alles auch nicht wirklich. Aber Sie gucken entweder zu oder Sie tun das nicht. Es gibt Leute, denen sieht man total gern zu, das stimmt. Das ist ein Geschenk. Aber unabhängig davon gibt es das Handwerk des Schauspielers. Das braucht man. Dabei geht es aber aus meiner Sicht nicht darum, was bilde ich nach außen ab. Darüber denke ich zum Beispiel nie nach. Ich denke über die Figur nach, die ich spiele, arbeite an ihr. Wie ist sie? In welcher Situation befindet sie sich? Was tut sie jetzt? Wie macht sie das? Warum? Es geht immer um die Figur. Nie um den Zuschauer. Und ich glaube wichtig ist, dass man situativ wirklich da ist, dass man in der Situation wahrhaftig ist. Darum geht es. Glauben Sie mir: Ich denke wirklich nicht darüber nach, was ich machen muss, damit Sie lachen oder weinen. Das kann ich nicht beeinflussen. Das will ich auch gar nicht beeinflussen.

Ist die Entwicklung einer Figur im Theater einfacher?

Es ist etwas ganz anderes. Beim Film müssen sie in irgendeine Situation der Figur, die der Drehplan vorgibt, hineinspringen. Wir sind beim Film darauf trainiert, die innere Dramaturgie der Figur in uns zu haben und das dann zu können. Als ich am Düsseldorfer Schauspielhaus die Anna Petrowna in Tschechows „Iwanow“ spielte, hatte ich Schwierigkeiten, die Dramaturgie der Figur über den Abend hin zu entwickeln, weil ich das noch nicht konnte. Beim Film weiß ich, was ich tun muss. Am Theater ist das ein ganz anderer und mir nicht so vertrauter Vorgang. Ich habe vor einiger Zeit die Biographie von Marina Abramovic gelesen. Der in Belgrad geborenen Performancekünstlerin geht es darum, zu zeigen, was es heißt, wirklich anwesend zu sein und damit auch zu provozieren, den Zuschauer herauszufordern und gleichzeitig mit hineinzuziehen. Bei einer ihrer Performances war der Besucher gezwungen, sich zwischen ihr und ihrem Ehemann Ulay – beide sind nackt – durch einen sehr schmalen Gang zwischen beiden, beide berührend, in den Eingang der Ausstellung zu zwängen. Oder „The Artist Is Present“, hierbei saß sie 17 Stunden auf einem Stuhl und die Besucher setzten sich zu ihr. Sie sprach nicht mit ihnen. Es ging nur darum, da zu sein, wirklich da zu sein und die Anwesenheit des jeweils anderen zu spüren.

Das reizt Sie?

Ich hatte mir überlegt, einmal einen Lehrgang bei ihr zu machen. Davon träume ich irgendwie. Aber bis jetzt fehlte mir dafür die Zeit. Manchmal macht man merkwürdige Dinge, um einer Figur näher zu kommen. In Axel Milbergs Tatort „Borowski und das Land zwischen den Meeren“ spielte ich eine, ja, besondere Frau, eine Art Sirene vielleicht. Um mich in sie einzufühlen, ging ich eine ganze Weile morgens ins Aquarium und sah Quallen zu. Sie lassen sich treiben, haben eine unfassbare Ruhe. Das half mir bei der Entwicklung dieser sehr krassen Figur.

Gibt es irgendetwas, das Sie von der DDR vermissen?

In letzter Zeit denke ich nicht mehr so viel darüber nach. Wir haben so viele aktuelle Dinge, die wir anpacken müssen. Ich glaube auch, es wird ein langer Prozess sein, bis sich beide Seiten wirklich begreifen.

Das kommt vielleicht nie. Die Bayern werden sich für die Preußen niemals erwärmen können.

Regionale Unterschiede wird es immer geben. In der DDR gab es auch die gepflegte Feindschaft zwischen Sachsen und Preußen. Die junge Generation weiß doch gar nicht, dass sie hier in Preußen ist. Meine Kinder halten sich nicht für Preußen.

Die wissen womöglich nicht einmal, dass sie eine Preußin zur Mutter haben.

Manchmal fällt ihnen das vielleicht doch auf. Da haben Sie Recht. Es wird noch lange dauern, bis Ost und West zusammenwachsen. Aber das Zurücksehnen entspricht nicht meinem Lebensgefühl. Da denke ich doch eher: Nach vorne diskutieren, Genossen!

Global sind die starken Männer wieder in Mode gekommen. Wo es sie nicht gibt, wird nach ihnen gerufen.

Man will wieder Vertrauen zu jemandem haben.

Das glaube ich nicht. Nicht einmal die Trumpwähler vertrauen Trump. Sie lieben ihn, weil er auf den Tisch schlägt, weil ihn nicht kümmert, was er gestern gesagt hat. So wollen sie auch sein. Nicht überlegen, nicht abwägen, sondern machen. Kommen wir noch einmal an den Anfang zurück.

Zum Urknall?

Nein, nein. Zur Polit-Comedy „Parlament“ und Ihrer Ingeborg. Die Art wie sie Politik macht, ist ja genau die Art von Politik, gegen die die Leute auf die Straße gehen. Nicht gerade Reklame für die Europäische Union.

Es ist eine Satire, eine sehr komische. Wir müssen sehr aufpassen, dass wir die demokratischen Errungenschaften Europas nicht verspielen. Wir müssen Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit verteidigen. Hier um die Ecke in Weißrussland werden die Wahlen gefälscht und die Bevölkerung, die seit Wochen dagegen protestiert, wird zusammengeknüppelt. Ich verstehe, was Sie sagen zu „Parlament“. Es ist eine Satire, in der jede Figur liebenswert bleibt. Auch Ingeborg! Keine Figur wird denunziert. Das gefällt mir. Darum ist es für mich ein Plädoyer für Europa. Dieses so wunderbar vielfältige Europa.

Die Ingeborg macht einen Deal nach dem anderen. Sie ist ein Trump.

Mit dem hat mich noch niemand verglichen.

Interview Arno Widmann

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