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1998: Horst Krause mit Jutta Hoffmann bei „Polizeiruf 110“-Dreharbeiten.
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1998: Horst Krause mit Jutta Hoffmann bei „Polizeiruf 110“-Dreharbeiten.

Horst Krause

Schauspieler Horst Krause feiert 80. Geburtstag: Als Krause den Blues fand

  • VonIngeborg Ruthe
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Horst Krause wird am Samstag achtzig – DER Horst Krause.

Buletten mit Spreewaldmeerrettich, mittelscharf, dazu ‘ne Molle sind wohl auch an diesem Tag obligatorisch. Die breiten Hosenträger überm Rolli oder dem karierten Hemd, das sich überm mächtigen Bauch spannt, auch? Der wohl bekannteste Junggeselle des Ostens, seit Jahren wohnhaft in Moabit, feiert am Samstag mit der Ludwigsfelder Familie seinen Achtzigsten. Und die Lieben werden ihm schon servieren, was er am liebsten mag, aber wohl nur seine tüttelige Filmschwester Elsa alias Carmen Maja Antoni aus den bislang acht RBB-„Krause“- Filmen (der neunte wird gerade gedreht) perfekt hinkriegt.

Kaum anzunehmen, dass Horst Krause zu diesem Anlass im Smoking erscheint. Aber vielleicht wird er tanzen. Er sei ein begnadeter Tänzer alter Schule, berichten Schauspiel-Kolleginnen der reiferen Generation.

Achtzig? Das Alter ist völlig wurscht bei diesem Mimen. Der spielt einfach immer weiter seine Rolle als grummeliger Dorfpolizist im Unruhestand im „Polizeiruf 110“. Alles stets gedreht von Regisseur Bernd Böhlich im Brandenburgischen, inklusive grenzübergreifender Ermittlung mit polnischen Beamten. Im Seitenwagen des alten Motorrads, Typ Ural, saßen Schäferhündin Vera, und in den letzten Jahren öfter Schwester Elsa, die nicht mehr so gut zu Fuß ist.

Polizeihauptmeister Krause hatte eine ganze Reihe namhafte Kommissarinnen an seiner Seite: Jutta Hoffmann, Imogen Kogge, Maria Simon, zwischendrin auch die exaltierte Sophie Rois. In den manchmal derbdrolligen, aber stets unterhaltsamen Krause-Fernsehstücken gab Andreas Schmidt (Kinokassen-Schlager „Sommer vorm Balkon“) den unnachahmlich liebenswerten Dorftrottel. Sein früher Tod raubte der launigen Krause-Serie leider ein gerüttelt Maß an herzschmerzender Komik-Würze.

Familiärer Problemlöser

Auch in den bislang vier „Krüger“-TV-Folgen, in denen Krause als familiärer Problemlöser sogar in europäische Mittelmeerländer reisen musste, spielte das Unikum sich bildschirmfüllend immer selber. Unisono als Mischung aus gutmütigem Brummbär und scheinbar grobschlächtigem, in Wahrheit jedoch immer sanftem und empathischem Typen. So gab er den zumeist ziemlich zurechtgestrickten Stories Schmackes.

Das Große Kino war ihm – nach den Defa-Zeiten, wo er in 16 Indianerfilmen gerne die Schurken mimte – nur selten vergönnt. So in Detlev Bucks „Wir können auch anders“ 2003, und gleich darauf drehte Michael Schorr mit ihm den lakonischen, mit dem Stockholmer Filmpreis ausgezeichneten Film „Schultze gets the Blues“. Der in den Ruhestand geschickte Kali-Kumpel Schultze aus einem trostlosen Dorf bei Halle spielt Polka auf dem Akkordeon und gewinnt beim Volkmusik-Wettbewerb mit einer Nachts im Radio gehörten Zydeco-Melodie aus Louisiana. Der Preis: Festivalteilnahme in Texas.

Dort erlebt er eine Karikatur seiner krachigen sächsisch-anhaltinischen „Wurstfeiern“, entflieht auf ein Mississippi- Boot zu einer geheimnisvollen farbigen Frau. Und findet den Blues.

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