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Wanda Maximoff, a.k.a. Scarlet Witch, und Vision sind ein frisch verheiratetes Paar und leben in einem klassisch amerikanischen Vorort.
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Wanda Maximoff, a.k.a. Scarlet Witch, und Vision sind ein frisch verheiratetes Paar und leben in einem klassisch amerikanischen Vorort.

„WandaVision“ auf DisneyPlus

Scarlet Witch in der Vorstadt

  • Sonja Thomaser
    vonSonja Thomaser
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„WandaVision“ läutet vielversprechend die vierte Phase des MCU ein. Die Serienkolumne „Nächste Folge“.

Warum ist sie schwarz-weiß? Warum ist sie im Format 4:3? Vor allem: Warum ist sie eine 50er-Jahre Sitcom? „WandaVision“ lässt das Publikum ratlos zurück. Sollte das nicht eine Superheld:innen sein?

Phase vier des Marvel Cinematic Universe (MCU) hat begonnen. Offiziell eingeläutet von „WandaVision“ auf DisneyPlus. Nach dem fulminanten Ende der MCU-Filmreihe rund um Thanos und die Avengers war die Freude unter Marvel-Fans riesig, als DisneyPlus ankündigte, circa zwölf Serien zur vierten Phase des MCU beizusteuern.

Aber die vierte Phase beginnt merkwürdig: Wanda Maximoff, a.k.a. Scarlet Witch, und Vision sind ein frisch verheiratetes Paar, leben in einem klassisch amerikanischen Vorort und schlagen sich mit klassischen Sitcom-Problemen rum. Zwar sind immer noch beide „außergewöhnlich“, Wanda besitzt Superkräfte, Vision ist ein Android. Aber beides wird als zusätzliche Komplikation (oder hilfreiche Eigenschaft) einfach in die Storys eingebunden. Man ist zwar in den ersten drei Folgen noch verwirrt, spürt aber dennoch schnell: Etwas anderes schwillt unter dieser Fassade. Eine andere Geschichte soll hier erzählt werden und wartet nur darauf, hervorzubrechen.

Mit viel Liebe zum Detail sind die ersten Folgen von „WandaVision“ eine gelungene Anlehnung an die Sitcoms der 50er- bis 70er-Jahre – „The Dick Van Dyke Show“ oder „Verliebt in eine Hexe“ – inklusive sexistischer Werbeeinspieler im Stil der 50er. Aber dass man heute bei einem Satz wie „Hat Ihr Mann es satt, dass Sie seinen Toast anbrennen lassen?“ zusammenzuckt, ist ja auch irgendwie beruhigend.

In jeder Folge werden die Sitcoms einer anderen Dekade persifliert – und das gelingt großartig. Es entsteht ein so tatsächlich noch nie gesehener Erzählstil und ein abwechslungsreicher, kontrastierender Rahmen.

Das völlige Kontrastprogramm zu den Blockbustern des Comicfilm-Universums funktioniert zudem, weil man unbedingt wissen will, was da los ist. Andeutungen, eine Stimme im Radio, die nach Wanda ruft, und die fehlende Antwort auf die einfache Frage: „Wo kommen Sie beide denn her?“

„WandaVision“ funktioniert allerdings besser, wenn man bereits im MCU bewandert ist – die Serie schließt an „Avengers: Endgame“ an, es lohnt sich, das im Kopf zu behalten. Die Handlung ergibt keinen Sinn, wenn man nicht weiß, welchen Hintergrund Wanda und Vision haben, welche tragische Geschichte hinter ihnen liegt, was der Schnipser von Thanos bedeutet und welche Konsequenzen er hatte, wer Monica Rambeau und Darcy Lewis sind. Als Einstieg ist die Serie daher nicht zu empfehlen.

Schon alleine, weil der deutlichste Hinweis dafür, dass etwas Merkwürdiges vorgeht, von jemandem, der die Avengers-Filme nicht kennt, nicht bemerkt wird: Wieso lebt Vision? In „Avengers: Infinity War“ wurde Vision von Thanos getötet, um an den Gedankenstein auf dessen Stirn zu gelangen. Diesen trägt der sehr lebendige Vision in der DisneyPlus-Serie nun aber wieder.

In Folge vier werden die Dinge klarer, fast etwas zu schnell ist die MCU-Realität da. Wir wissen nun, wann die Serie zeitlich spielt und die dunkle Ahnung, was die Hintergründe von Wandas und Visions merkwürdigem Leben in der Vorstadt betrifft, bewahrheitet sich. Diese Serie wird, wie so vieles im MCU, sehr weh tun. Diese Erkenntnis macht den Kontrast zum Ton der Sitcom-Adaptionen inklusive eingespieltem Studiogelächter noch bitterer und „WandaVision“ noch besser.

Spannend wird auch, wie und ob Disney plant, alle neuen Marvel-Serien zu verbinden. Nach den neun Folgen „WandaVision“, jeden Freitag erscheint eine neue, beginnt am 19. März „Falcon and the Winter Soldier“. Für Marvel-Fans beginnt 2021 auf jeden Fall vielversprechend.

„WandaVision“, eine Staffel, auf DisneyPlus.

Die Kolumne „Nächste Folge“ nimmt Streaming- und TV-Serien in den Blick. Mehr auf fr.de/naechste-folge

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