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TV-Talkshow

Corona-Talk bei Maischberger: Es gehe bei Öffnungen nicht um „dummes, eigensüchtiges Konsumieren“

  • Teresa Vena
    VonTeresa Vena
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In ihrer Sendung vom 12. Mai „Maischberger. Die Woche“ spricht Sandra Maischberger mit ihren Gästen über die Corona-Impfsituation in Deutschland, aber auch weltweit.

Berlin - Im Studio von Sandra Maischberger waren anwesend der Koch und Gastronom Nelson Müller sowie die beiden Journalistinnen Nicole Diekmann und Susanne Gaschke. Die Anwesenden in der Sendung „Maischberger. Die Woche“ in der ARD taten ihre Hoffnung kund, dass sich in Deutschland mit den voranschreitenden Impfungen gegen das Coronavirus das gesellschaftliche Leben in absehbarer Zeit „normalisieren“ werde.

Trotzdem kritisieren einige Gäste von Sandra Maischberger die politische Führung für ihren Umgang mit den angeordneten Maßnahmen in der Corona-Pandemie. Nelson Müller beispielsweise fehlt es an Stringenz. Wieso soll es möglich und ungefährlich sein, sich in einen vollen Supermarkt oder in ein voll besetztes Flugzeug zu begeben, aber nicht in eine „geordnete Restaurantsituation“? Als Unternehmer, bemerkt er, sei man mit der jetzigen Lage mit viel Organisatorischem konfrontiert, das aber oft ins Leere laufe. Ohne Planbarkeit und dem Mangel an einer richtigen Öffnungsstrategie verliere man viel Geld und schließlich Durchhaltevermögen.

TV-Talk: Maischberger diskutiert u.a. mit Gerd Müller (CSU) und Fernsehkoch Nelson Müller

Die Motivation der Bevölkerung sinke, sich an die Maßnahmen zu halten, bestätigt auch Susanne Gaschke, Autorin bei der „Welt“ bei Sandra Maischberger. Über ein Jahr lang lebe man nun in einem Klima der Angst, doch dieses von der Politik benutzte Mittel der Angstmache funktioniere nicht mehr. Es gehe den Menschen nicht um dummes, eigensüchtiges Konsumieren, wenn sie sich beispielsweise die Öffnung der Gastronomie wünschten. Vielmehr gehöre das Einkehren in Restaurants, und dies gemeinsam mit anderen zu tun, schlichtweg zu unserer Kultur. Gaschke fehlt es an einer aktiven Strategie seitens der Politik im Umgang mit den Eindämmungsmaßnahmen. Ihr gab auch Nicole Diekmann, ZDF-Hauptstadtkorrespondentin, recht. Mehrfach sei die Hoffnung der Bevölkerung, kurz davor zu stehen, wieder ein „normales“ Leben aufnehmen zu können, geplatzt. Die Bereitschaft der Menschen, die Maßnahmen mitzutragen, werde immer geringer.

Bei „Maischberger. Die Woche“ diskutierte TV-Moderatorin Sandra Maischberger u.a. mit Nelson Müller.

Doch die Journalistin weist in der Talkshow Sandra Maischberger auch darauf hin, dass es nicht zielführend sei, immer mit der Zahl der tatsächlichen oder zu erwartenden Toten zu argumentieren. Persönlich wolle sie auch nicht in der Intensivstation landen und schon gar nicht am Long Covid erkranken. Wichtig sei es, den aktuellen Fortschritt, nämlich sinkende Infektionszahlen und weniger Menschen auf der Intensivstation, anzuerkennen. Man müsse weiterhin vorsichtig bleiben, aber könne sich über jeden Geimpften freuen. Denn jeder Geimpfte Mensch, mache die Gesellschaft etwas sicherer, so argumentierte auch Gaschke. Diesen Optimismus konnte dann auch Prof. Leif Erik Sander von der Charité Berlin untermauern, der in die Sendung zugeschaltet wurde. Auch wenn sich die aktuellen rückläufigen Zahlen noch nicht auf die fortschreitende Impfung der Bevölkerung zurückführen ließen, sei bis im Sommer mit einer entscheidender Verbesserung zu rechnen.

Sandra Maischberger: Wunsch nach Öffnung nicht eigensinniges, dummes Konsumieren

Die aktuellen Erfolge seien weiterhin den Lockdown-Maßnahmen zuzuschreiben, die es auch noch brauche, wenn man bei einer Impfquote von 50% angekommen sei. Anschließend werde man sukzessive öffnen können. Für eine vollständige Öffnung brauche es schon eine Impfquote von 70 bis 80%.Vorsichtige Entwarnung gab Sander auch in Bezug auf die Ansteckungsgefahr, die von Geimpften ausgeht und die Geimpfte betrifft. Auch wenn Geimpfte, in wenigen Fällen, wie Sander betonte, wieder erkranken könnten, der Verlauf der Krankheit sei anders und milder. Auch Schutz vor Long Covid und vor Mutationen biete die Impfung. „Bis zum Sommer sollte Deutschland aus dem Gröbsten raus sein“, wiederholte dann Sander nochmal.

Zu Gast bei Maischberger. Die WocheAusgabe vom 12. Mai 2021
Gerd Müller (CSU)Bundesentwicklungsminister
Leif Erik SanderCharité-Impfstoffexperte
Hunter BidenSohn von US-Präsident Joe Biden
Nelson MüllerFernseh- und Sternekoch
Susanne GaschkeWelt-Autorin
Nicole Diekmann ZDF-Hauptstadtkorrespondentin

Das war ein eindeutiges positives Signal, das die Anwesenden bereitwillig annahmen. Doch trübte die Stimmung ein wenig die Diskussion, die Sandra Maischberger im Anschluss mit Bundesminister Gerd Müller führte. Sie fragte nämlich den CSU-Politiker und Minister für internationale Zusammenarbeit, was von der Situation in Indien zu halten sei. Müller äußerte sich vorwurfsvoll und sichtlich echauffiert über den Egoismus der EU im Umgang mit Impfstoffen. Auch wenn das in der aktuellen Entwicklung untergegangen sei, sei Deutschland seit Beginn der Pandemie in Indien aktiv mit Expertentausch und auch in Laboren tätig. Doch seiner Meinung nach liege das Problem eindeutig bei der Beschaffung der nötigen Impfung.

Maischberger. Die Woche: Entwicklungsminister kritisiert Egoismus der EU im Umgang mit Impfstoffen

Es fehle an Solidarität, ergänzte der CSU-Politiker bei Maischberger. Fünf Länder der Welt, die EU als Ganzes eingeschlossen, hätten sich die Mehrheit der verfügbaren Impfstoffe gesichert, während andererseits dreißig gar nichts hätten. In Europa lagere man fünf Impfdosen pro Einwohner ein, während andere Länder nicht eine Dose pro Person zur Verfügung hätten. Er sei enttäuscht vom Verhalten Brüssels. Er arbeite daran, dass zügig Mittel freigemacht werden würden, um ärmere Länder wie Indien oder auch Südafrika zu unterstützen. Dabei bedürfe es konkret an Impfdosen. Er setze sich daher für das Vorantreiben der Covax-Initiative ein, mit der die UNICEF Impfstoffe für andere kaufen will, die es sich nicht leisten können, erklärte er und schloss mit durchaus emotionsgeladener Stimme, denn die Bekämpfung der Pandemie, sei eine „Aufgabe der Humanität“. (Von Teresa Vena)

Zur Sendung „Maischberger. Die Woche“ (ARD): Sendung vom 12. Mai 2021, 23:25 Uhr. Die Sendung „Maischberger. Die Woche“ (ARD) in der Mediathek.

Rubriklistenbild: © Das Erste /Screenshot

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