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Saarbrücken-Tatort heute in der ARD: Der Teufel ist tot, es lebt der Teufel

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Von: Sylvia Staude

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Esther (v. l.), Pia und Leo auf der Jagd nach einem der Schlangen-Köpfe.
Esther (v. l.), Pia und Leo auf der Jagd nach einem der Schlangen-Köpfe. © SR/Manuela Meyer

Im Saarbrücken-Tatort „Das Herz der Schlange“ (Sonntag im Ersten) geht es wieder um den bösesten aller Väter und den diffizilen Fall Familie.

Es liegt zwar kein ganzes Jahr zwischen dem zweiten und dem nun dritten Saarbrücker Tatort, aber ein kurzes Was-bisher-Geschah ist bestimmt nützlich: Am Ende des ersten TV-Auftritts des jungen Ermittlerduos Adam Schürk und Leo Hölzer, Daniel Sträßer und Vladimir Burlakov, erwacht Schörk senior aus dem Koma, in das ihn Leo mit einem Spaten befördert hat, weil Adam von seinem Vater schwer misshandelt wurde.

Im zweiten Fall, „Der Herr des Waldes“, gab es einen Showdown zwischen dem psychopathischen Serienmörder junger Frauen und dem ebenso psychopathischen alten Schürk. Und nun also der dritte ARD-Tatort mit neuem Team aus Saarbrücken, unheilvoll „Das Herz der Schlange“ betitelt: Schürk senior, Torsten Michaelis, ist diesmal endgültig tot, leider gerät Schürk junior unter Verdacht, ihn erschossen zu haben.

Tatort „Das Herz der Schlange“ am Sonntag im ARD: Unter schwerem Verdacht

Habe ich, denken Sie jetzt vielleicht, die Kommissar-unter-schwerem-Verdacht-Nummer nicht gerade erst gesehen? Haben Sie. Im jüngsten Münster-Tatort, dort haben sich die Herren Thiel und Boerne trotzdem noch um den eigentlichen Kriminalfall gekümmert. Hier aber geht es einmal mehr um die Kindheitsfreunde Adam und Leo sowie um das leibhaftige Böse, den alten Schürk.

Dessen Einfluss über den Tod hinausreicht, wie es sich für einen Teufel in Menschengestalt geziemt. Und man kann nur hoffen, dass Drehbuchautor Hendrik Hölzemann ein Einsehen hat und dieser Einfluss wenigstens im vierten Fall der beiden jungen Ermittler keine Rolle mehr spielt.

RolleDarsteller:in
Leo HölzerVladimir Burlakov
Adam SchürkDaniel Sträßer
Esther BaumannBrigitte Urhausen
Pia HeinrichInes Marie Westernströer
Roland SchürkTorsten Michaelis
Dr. Jens ModallMichael Rotschopf
Boris BarnsStephan Bissmeier

Neuer Tatort am Sonntag im ARD: Direkter Vergleich zwischen Münster und Saarbrücken

Oder dass die zwei Frauen im Team wichtiger werden, Brigitte Urhausen als Esther Baumann und Ines Marie Westernströer als Pia Heinrich. Bisher stürzt sie ihr Chef Leo vor allem in Gewissenskonflikte – die Esther immerhin auch dadurch löst, dass sie Adam verhaften lässt.

Münster und Saarbrücken: der Sendetermin-Zufall will es, dass ein direkter Vergleich möglich ist. Während man davon ausgehen kann, dass Hauptkommissar Thiel schon nicht zu Schaden kommt, dass aber kunstvoll verschlungene Wege zu seiner Entlastung führen werden, ist umgekehrt von Vornherein klar, dass Adam Schürk einmal mehr von seinem Vater nach allen Regeln der Kunst gequält werden wird.

Tatort in Saarbrücken hat seine Nische gefunden: Am Sonntag im ARD

Der hat sich, „mein neues Hobby“, ein Terrarium mit einer Schlange und einem Frosch zugelegt, erstere kohlschwarz und ominös züngelnd, letzterer kunterbunt – Regisseurin Luzie Loose und Kamerafrau Anne Bolick drängen einem also das Wort Gift regelrecht auf.

„Tatort: Das Herz der Schlange“

Sonntag, 23.01.2022, 20.15 Uhr, ARD

Es gibt dann noch mysteriöse Einbrüche, bei einem wird eine junge Frau getötet. Und auch beim alten Schürk wurde eingebrochen. Was hat das zu bedeuten und hängt alles mit allem zusammen? Wie im Kasperltheater möchte man dem noch rätselnden Ermittlungsteam zurufen: Achtung, diese Schlange hat nicht nur ein Herz, sondern auch viele Köpfe. Und wenn ihr einen abschlagt, wächst ein anderer nach.

Der Tatort aus Saarbrücken scheint seine Nische gefunden zu haben: Es geht vorrangig um die privaten Probleme der Kommissare, alles kommt immer noch schlimmer und alles hat mir der Familie Schürk zu tun und allenfalls noch dem Sündenfall des Leo. Seltsamerweise muss ihn die Kollegin drauf hinweisen, dass das „Nothilfe“ war und sowieso verjährt ist. (Sylvia Staude)

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