"Die Jagd zum magischen Berg": Das Familienkino ist zurück.
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"Die Jagd zum magischen Berg": Das Familienkino ist zurück.

"Die Jagd zum magischen Berg"

Rückkehr zur Hexenküche

  • Daniel Kothenschulte
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Das erfrischend bescheidene Science-Fiction-Remake "Die Jagd zum magischen Berg": Das Familienkino ist wieder da, wo es Spaß macht. Von Daniel Kothenschulte, mit Video

Irgendwann in der Western-Geschichte fasste sich Hollywood ein Herz und machte Menschen aus den Indianern. Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass es um die selbe Zeit im Kino von bösen Außerirdischen nur so wimmelte, auch wenn ihre Invasion Anfang der 50er Jahre meist mit dem Kalten Krieg erklärt wird. Nur vereinzelt durfte einer dieser ungebetenen Gäste aus dem All in friedlicher Mission erscheinen. In den friedensverliebten Siebzigern und Achtzigern waren böse grüne Männchen die Ausnahme, während ihr Verhältnis heute wohl eher ausgeglichen seien dürfte.

"Die Jagd zum magischen Berg" ist das Remake eines Disney-Films aus den fremdenfreundlichen Siebzigern. Bei Disney hatte man 1975 einfach die alte Formel "Arme Waisenkinder werden gejagt" variiert und aus ihnen Außerirdische gemacht. Dieses liebenswerte Kuriosum namens "Die Flucht zum Hexenberg", geschrieben vom Independent-Filmer Robert M. Young, war damals nicht besonders erfolgreich. Offensichtlich aber immer noch besser als die meisten Ideen, die den Disneys heute kommen. Sonst hätte man das Buch kaum aus der Schublade geholt und das Budget für die Neuverfilmung klein bemessen, um den holprigen Charme des Originals zu erhalten.

Dwayne Johnson, ein Actionstar, dem man auch in der Rolle eines Taxifahrers blindes Vertrauen entgegen bringt, erhält von zwei Teenagern ein Bündel Geld dafür, dass er sie aus der City von Las Vegas weit hinaus in die Wüste kutschiert. Als sie sich vor einem gruseligen Häuschen absetzen lassen, folgt der fürsorgliche Mann seinen solventen Fahrgästen, die gleich von einem Monster belästigt werden: übles Agentengetier von ihrem Heimatplaneten, wo eine Erd-Invasion geplant wird. Nun liegt es an den Kindern, im Wissen um eine friedliche Alternative das Werk ihres Vaters, eines regimekritischen Gelehrten, fortzusetzen.

Die Jagd zum magischen Berg, TrailerUSA 2008

Es gibt eine bestimmte Freiheit des Erzählens, die zum Fantasy-Kino dazugehört, dort aber heute selten geworden ist: Mit dem Taxi einfach so zum Gruselhaus fahren, das klingt nach Rocky Horror Picture Show - ist hier aber ernst gemeint. Wie auch die glückliche Kreuzung mit einer Liebesgeschichte: Wie es der Zufall will, hat der Taxifahrer bereits am Filmanfang eine Ufologin zu einem Kongress kutschiert. Deren Rat kann er später ebenso gut gebrauchen wie sie die unverhoffte Bestätigung, dass ihr Forschungsgegenstand tatsächlich existiert. Nehmen wir noch ein paar wirklich schlechte Spezialeffekte dazu und das Familienkino ist wieder da, wo es einmal Spaß gemacht hat.

Die Jagd zum magischen Berg, Regie: Andy Fickman, USA 2008, 98 Min.

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