Berlinale

Der regenfeste Bär

  • schließen

Was in den vergangenen Jahren noch vornehmlich in Rot gehalten wird, glänzt und glitzert zu Kosslicks Abschieds-Berlinale golden.

Im Londoner Victoria & Albert Museum gibt es gerade Kleider und Accessoires von Christian Dior zu sehen. In den Potsdamer-Platz-Arkaden in Berlin sind Designer-Taschen ausgestellt. Kaufen kann man die einen wie die anderen Objekte nicht. In Glaskästen auf weißen Stelen drängen sich zu zweit oder dritt die Berlinale-Taschen der Kosslick-Ära. Ach.

Erhältlich ist die diesjährige Tasche nebenan am Verkaufsstand. In schüchternem Grau oder verschämtem Schmuddelweiß, bedruckt mit einem Bären in Nadelstreifen, sieht sie wie ein Mischling mehrerer Jahre aus, ist immerhin regensicher. Sie darf aber nicht so schwer bepackt werden, sonst schneiden die Kordel-Gurte an den Schultern ein. Der erfahrene Berlinale-Besucher weiß ohnehin, dass im Kino nur leichtes Gepäck erlaubt ist.

An den ersten drei Tagen erfreuten sich die Büroklammern eines besonderen Zuspruchs. Das lässt sich einfach erklären: Im Zuge der technischen Revolution und des Klimawandels verschwindet beschriebenes Papier aus Haushalten und Studentenbuden. Da kann man sich für die paar Blätter, die man noch aufbewahrt, filigrane goldene Bärchen zu einem halben Euro pro Stück leisten (20 „Paper Clips“ kosten 9,90 Euro).

Was in den vergangenen Jahren noch vornehmlich in Rot gehalten wird, glänzt und glitzert zu Kosslicks Abschiedsberlinale golden: Baumwollbeutel, Notizbücher, Schlüsselbänder, auch der kleine Bär auf dem Baby-Body. Aus dem edlen Farbschema brechen nur die Taschen aus, die aus Berlinale-Bannern der Vorjahre bestehen. Weil jede anders aussieht, gibt es die nur reell und nicht im Online-Shop zu kaufen. Wie es sich für ein Trendprodukt (Öko!) gehört, sind sie ziemlich teuer.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion