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Promising Young Woman
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Cassandra (Carey Mulligan) ist auf Vergeltung aus.

Mit schwarzem Humor

Rachethriller: Carey Mulligan als „Promising Young Woman“

Man kennt sie als Camilla Parker Bowles aus der Serie „The Crown“. Mit ihrem Regie-Debüt sorgte Emerald Fennell bei den Oscars gleich für Furore.

New York - Normalerweise spielt die britische Schauspielerin Carey Mulligan leicht verlorene Charaktere mit zeitgeschichtlichem Anstrich.

Sie war die mutmaßliche Ehebrecherin Daisy an der Seite von Leonardo DiCaprio in „Der große Gatsby“, die verunsicherte Schwester von Michael Fassbender im Sex-Drama „Shame“ oder die in Montana deplatzierte Ehefrau von Jake Gyllenhaal im unterschätzten 60er-Jahre-Zeitgeisttableau „Wildlife“.

Auch wenn die Rollen an ihrer Seite oft hochrangig besetzt sind, genießt Mulligan doch den exzellenten Ruf, jeden ihrer Filme besser zu machen. Jetzt kommt „Promising Young Woman“ in die deutschen Kinos und darin ist die 36-Jährige klar gegen den Strich besetzt. Dem Jubel für ihre Leistung tat das keinen Abbruch. Sie bekam für den Rachethriller voll schwarzem Humor ihre zweite Nominierung für einen Oscar.

Zu Beginn des knapp zweistündigen Films ist Mulligan in einer Bar zu sehen, betrunken, scheinbar schutzbedürftig: Cassandra „Cassie“ Thomas erregt so die Aufmerksamkeit von Männern, die zwar oft von ihren anzugtragenden Kumpels angestachelt werden, aber galant rüberkommen. Oft genug bringt einer von ihnen Cassie heim und versucht dann eben doch, sich über sie sexuell herzumachen. Zu spät erkennen die Männer ihr Problem: Die Frau hat die Betrunkenheit nur vorgespielt und ist auf Vergeltung aus.

Das Regiedebüt der erst 35-jährigen Emerald Fennell fragt danach, ob es wirklich stimmt, dass die allermeisten Männer „gute Jungs“ seien und wo die Grenzen zwischen Gut und Böse überschritten werden. Sie hat auch das Drehbuch geschrieben und für den zum „Me Too“-Zeitgeist passenden Stoff einen Oscar gewonnen.

Trotz der oft knalligen Inszenierung gerät Fennells Film nicht plump und überspitzt, sondern immer ausgewogen, beispielsweise wenn zu sehen ist, wie verloren die Hauptfigur agiert - und dass es selbst, als ein mutmaßlich wohlmeinender College-Freund in Cassies Leben tritt, nicht immer klar ist, wessen Verhalten ab wann Grenzen überschreitet.

Gespielt wird dieser Ryan von Komiker Bo Burnham, der zuletzt mit einem Pandemie-Special auf Netflix sehr positive Kritiken bekam. Genau wie Mulligan ist er hier entgegen seinem sonstigen Image besetzt und auch das tut dem Film gut - wenn auch „Promising Young Woman“ gerade zum Ende hin noch eine Prise mehr Mut gut vertragen hätte.

Promising Young Woman, USA/England 2020, 108 Min., FSK ab 16, von Emerald Fennell, mit Carey Mulligan, Bo Burnham, Jennifer Coolidge, Laverne Cox dpa

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