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Bobby Berk, Jonathan van Ness, Tan France, Antoni Porowski, Karamo Brown (v.l.n.r.)

„Queer Eye“

Toleranz, Akzeptanz und Yaaassss Queen!

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Die Reality-Show „Queer Eye“ macht die Welt zu einem besseren Ort. Die 36. Folge unserer Serienkolume „Nächste Folge“.

Für Tage, an denen Alabama ein abartiges Anti-Abtreibungsgesetz verabschiedet. Für Tage, an denen der sächsische Staatsschutz jemanden, der „Nazis raus!“ ruft, als verdächtig linksextrem einstuft. Für Tage, an denen die AfD bei Widerspruch gegen ihre menschenverachtende Ideologie behauptet, das komme der Judenverfolgung gleich. An diesen Tagen, da schaut man am besten einfach Wohlfühl-Sendungen wie die Reality-Show „Queer Eye“ auf Netflix.

Fünf Männer, alle mit unterschiedlichen Spezialgebieten, helfen Menschen, deren Leben etwas aus den Fugen geraten ist. Jede Folge dreht sich um einen einzelnen Fall. Da ist zum Beispiel der immer mehr in der Vereinsamung versinkende App-Designer Neal. Die „Fab 5“ zeigen ihm, dass er sich nicht hinter Bart und Haaren verstecken muss, dass er Freude und Kraft daraus ziehen kann, sich anderen Menschen zu öffnen. Oder A.J., der sich bisher nicht getraut hat, seiner Stiefmutter, der er sehr nahe steht, zu sagen, dass er in einer sehr glücklichen Beziehung mit einem Mann lebt.

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Die „Fab 5“ helfen in jedem Lebensbereich und krempeln einmal alles um.

Tan ist der Modeexperte und kleidet jede*n Kandidat*in komplett neu ein, Jonathan rettet Haut und Haare, Bobby ist Innendesigner und stattet jede*r Kandidat*in mit einer komplett neu hergerichtete Wohnung aus. Karamo, Sozialarbeiter, hilft bei kriselnden Lebenssituationen und persönlichen Problemen. Und weil Essen im Leben wichtig ist, und auch Genuss und Freude bereitet, gibt es auch einen Food-Experten, Antoni.

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„Queer Eye“ ist eine Ablenkung von dieser immer absurder werdenden Welt, nicht weil dort alles nett und hübsch ist und alle sich lieb haben, sondern weil sehr gelungen und hoffnungsvoll mit kontroversen Themen und schwierigen Lebenssituationen umgegangen wird.

Die Familie von Jess hat sie verstoßen, als sie sich ihnen gegenüber als lesbisch geoutet hat. Auch Skylers Familie will nichts mehr mit ihm zu tun haben. Seine Mutter nennt ihn „krank“, denn er kam im falschen Körper zur Welt und entschied sich, etwas dagegen zu tun. Die „Fab 5“ stärken die Kandidat*innen in ihren Entscheidungen, ihr Leben so zu leben, dass sie glücklich sind. Und helfen zu erkennen, dass jeder, der ihnen ihr Glück missgönnt, ein toxischer Teil ihres Lebens ist, den sie nicht brauchen. Dass sie stark sind, wenn sie ihr wahres Selbst leben und lieben.

Persönliche Erfahrungen mit Outing, Rassismus, und religiösem Fanatismus

„Queer Eye“ ist eine Reality-Show – klar also, dass man nicht allzu viel Realismus erwarten kann. Aber hier ist es dann doch irgendwie anders. Man merkt dem Cast an, dass sie im echten Leben gute Freunde sind. Die fünf Männer sind authentisch, die Show hat eine unglaublich gute Dynamik. In den Gesprächen mit den Kandidat*innen lassen sie auch persönliche Erfahrungen mit Outing, Rassismus, schwierigen Eltern, Drogenproblemen und religiösem Fanatismus einfließen.

Die Show kann die Homo- und Transphoben, die Rassisten und Hasser nicht von der Welt tilgen. Aber sie zeigt, dass es gute Menschen gibt, die jeden so nehmen, wie er oder sie ist. Die dich unterstützen, das Beste aus dir rausholen wollen und dir zeigen, wie du dich sich selbst liebst. Und manchmal braucht man dafür eben fünf Cheerleader, die hinter dir stehen und „Yass Queen!“ rufen.

„Queer Eye“, bisher drei Staffeln auf Netflix.

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