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Die Nominierten in der wichtigen Kategorie "Beste Hauptdarstellerin": Marion Cotillard, Reese Witherspoon, Felicity Jones, Julianne Moore und Rosamund Pike (v.l.).

#OscarsSoWhite

Protestwelle gegen "zu weiße" Oscars

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Nach Bekanntgabe der Oscarnominierungen erhebt sich auf Twitter eine Protestwelle: Die Nominierungslisten sind zu weiß, lautet die Kritik. Unter den Nominierten in den wichtigen Kategorien "Bester Hauptdarsteller" "Bester Nebendarsteller" und "Bester Regisseur" sind gar keine Schwarzen.

Kurz nachdem die Liste der diesjährigen Oscar-Nominierten bekanntgegeben wurde, ging es auf Twitter los: Unter dem Hashtag #OscarsSoWhite wiesen die ersten Nutzer darauf hin, dass die Nominierten überwiegend Weiße seien. In den wichtigsten Kategorien - "Beste/r Hauptdarsteller/in", "Beste/r Nebendarsteller/in" und "Beste/r Regisseur/in" - sind gar nur Weiße nominiert.

Die Nominierungslisten sehen anders aus als im Vorjahr, in dem der Film "12 Years a Slave", in dem es um Sklaverei in den USA geht, nach neun Nominierungen mit gleich drei Oscars ausgezeichnet wurde. Nicht nur gewann der Film die Auszeichnungen für den besten Film und das beste adaptierte Drehbuch - mit Lupita Nyong'o erhielt eine schwarze Schauspielerin den Oscar als beste Nebendarstellerin. Mit Hauptdarsteller Chiwetel Ejiofor wurde außerdem ein weiterer Schwarzer für einen Oscar nominiert.

Die Schuld an der mangelnden Vielfalt auf der aktuellen Nominierungsliste sehen viele Twitterer darin, dass die Oscar-Jury zu beinahe 93 Prozent mit Weißen und zu 77 Prozent mit Männern besetzt ist, wie die Los Angeles Times im Jahr 2012 berichtete. Dass mit Cheryl Boone Isaacs seit 2013 erstmals eine Schwarze Präsidentin der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS), der Organisation hinter den Oscars ist, habe nichts bewirkt, kritisiert Mashable.com.

Innerhalb kurzer Zeit sind mehr als 18.000 Tweets mit dem Hashtag #OscarsSoWhite zusammengekommen. Darin wird geschimpft und es werden Scherze gemacht, wie es auf Twitter üblich ist. "Die Oscars sind so weiß, dass nicht einmal der "Lego Movie" als bester animierter Film nominiert wurde, weil Morgan Freeman einen Charakter synchronisiert hat", twittert beispielsweise @ShaunKing.

"Die Oscars sind so weiß, dass wir eine Menge "Je suis Charlie"-Buttons auf dem roten Teppich sehen werden, aber keine mit #BlackLivesMatter", schreibt @ReignOfApril in Anspielung auf den Twitter-Hashtag der nach den Übergriffen auf Schwarze durch weiße Polizisten in den USA genutzt wurde. "Filmidee: Ein Film über einen Award, bei dem 60 Prozent der Nominierten Minderheiten angehören. Es müsste natürlich Science Fiction sein", twittert @NefariousNewt ironisch.

Ebenfalls kritisiert wurde, dass der Film "Selma", in dem es um Martin Luther King und das Wahlrecht für Schwarze in den USA geht, zwar in der Kategorie "Bester Film", die Regisseurin Ava DuVernay - eine Schwarze, die als heiße Oscar-Kandidatin gehandelt wurde - jedoch nicht als beste Regisseurin nominiert wurde.

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