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He-Man
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Der Er-Mann in Aktion.

Streaming

„Masters of the Universe – Revelation“ auf Netflix: He-Man-Fans mögen es nicht divers

  • Sonja Thomaser
    VonSonja Thomaser
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Die Netflix-Fortsetzung von „He-Man“ macht aus einer Kinderserie eine progressive Story, die die diverse Gesellschaft abbildet. Die Serienkolumne „Nächste Folge“.

Frankfurt – He-Man. Er-Mann. Der männlichste aller Männer, ein Doppelmaskulin quasi. Viele kleine Jungs waren in den 80er-Jahren begeistert von dem Franchise, das mit Plastikspielfiguren begann, bis Hersteller Mattel schließlich zu Werbezwecken eine Trickserie dazu erfand. In dieser kämpft Prinz Adam von Eternia, der sich in den muskelbepackten Kämpfer He-Man, verwandelt, gegen das Böse.

Regisseur Kevin Smith hat sich einer Fortsetzung der 80er-Jahre Kult-Serie angenommen, „Masters of the Universe – Revelation“ (auf Netflix) wurde mit Spannung erwartet. Doch nach Erscheinen der ersten fünf Folgen war unter einem Teil der älteren (vorwiegend männlichen) He-Man-Fans das Entsetzen groß. Denn Kevin Smith hat aus einer stumpfsinnigen Kinderserie eine diverse, trickreiche Geschichte mit echter Handlung gemacht. Und das gefällt manchen Fans gar nicht.

Teela (Mitte) und ihre Gang.

„Masters of the Universe – Revelation“ auf Netflix: He-Man und Skeletor verschwinden

War in der alten He-Man-Serie die Dauerfehde zwischen He-Man und seinem Erzfeind Skeletor die Haupthandlung, macht Regisseur Smith mit dem alten, immergleichen Käse gleich in der ersten Folge der Fortsetzung kurzen Prozess: Die beiden verschwinden von der Bildfläche. Teela ist nun die Heldin der Serie und muss die verlorene Magie auf Eternia zurückholen und den Planeten retten.

Teela kämpft natürlich nicht alleine, sie wird von einer bunt gemischten Truppe begleitet. Divers weitergedacht wurde auch bei der Sichtbarkeit von PoC: Teelas Begleiterin Andra, in der alten He-Man-Serie eine Nebenfigur und weiß, ist nun schwarz. Teelas Zuneigung zu ihrer Gefährtin Andra ist wohl als Wink an die LGBTQ-Community zu verstehen, geht aber zumindest in den ersten fünf Folgen nicht über Queerbaiting hinaus.

Streaming und Serien

Die Kolumne „Nächste Folge“ nimmt Streaming- und TV-Serien in den Blick. Mehr auf fr.de/naechste-folge.

„He-Man“ auf Netflix: Rassistische und sexistische Kommentare

Für die alten He-Man-Fans ist das alles wohl irgendwie zu viel Gleichberechtigung, zu sehr ein Abbild der diversen Gesellschaft, denn es hagelt rassistische und sexistische Kommentare. „Der Regisseur gehört verbannt und vor Gericht gestellt, weil er eine ikonische Serie getötet hat“, schreibt ein Fan auf Twitter. Wütend macht die Fans auch Teelas Aussehen. Warum sie kurze Haare habe, muskulös sei – und Lippenstift trägt sie auch keinen? „Keine echte Frau“, so ein Fan.

Ein besonders häufiger Vorwurf: „Was soll diese politische Scheiße?“ Was sie damit meinen: Männlich, weiß, heterosexuell wird als Standard angenommen. Abweichungen davon werden von Profiteuren und Profiteurinnen der Vorherrschaft ebendieses Standards als „unnatürliche“ Verzerrung der Realität durch von der Politik als notwendig erachtete Maßnahmen wahrgenommen – und nicht als das, was es eigentlich ist: die Sichtbarmachung der Gesamtgesellschaft.

„Masters of the Universe – Revelation“ auf Netflix: Neue Perspektive auf Eternia

Bitter ist, dass unter dem Getöse dieser wütenden Fans völlig untergeht, dass „Masters of the Universe – Revelation“ eine wirklich gelungene Serie ist. Das spiegelt sich auch in den Rezensionen wider, Kritikerinnen und Kritiker feiern die neue He-Man-Serie von Kevin Smith. Das wollen die alten He-Man-Fans so nicht stehen lassen. Sie hinterließen massenhaft negative Bewertungen auf den einschlägigen Plattformen. Bei Imdb kommt die Serie auf eine Wertung von 5,1/10. Bei Rotten Tomatoes liegt die Bewertung der Zuschauerinnen und Zuschauer bei 39 Prozent.

Zur Serie

„Masters of the Universe – Revelation“, erster Teil der ersten Staffel, auf Netflix.

Zwar hat sich Regisseur Kevin Smith mit He-Man einer bereits existierenden Geschichte angenommen, aber durch den Wechsel innerhalb der Hauptcharaktere eine neue Perspektive auf Eternia und die Geschichte ermöglicht. Aber die wütende Fangemeinde wird sich vermutlich auch dann nicht besänftigen lassen, wenn die alten Helden im weiteren Verlauf der Serie zurückkehren – wovon auszugehen ist. Noch müssen sich die Fans aber gedulden. Bisher ist noch nicht klar, ob der zweite Teil der ersten Staffel noch dieses Jahr oder Anfang 2022 veröffentlicht wird. (Sonja Thomaser)

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