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Bessie (v. l.) zeigt Einsatz, Kollege Eden feixt, Chef fordert einen Bericht.
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Bessie (v. l.) zeigt Einsatz, Kollege Eden feixt, Chef fordert einen Bericht.

TV-Kritik

Polizeiruf 110: „Frau Schrödingers Katze“ (ARD) – Eine Kehrtwende, die nicht richtig funktioniert

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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„Frau Schrödingers Katze“ und noch einiges mehr im etwas lauwarmen Münchner Polizeiruf 110.

Hat sie? Oder hat sie nicht? Den geforderten „Instandhaltungsbericht“ nämlich geschrieben, damit sich die zuständige (!) Abteilung im Münchner Revier um die Wanduhr kümmert, die schon länger nicht mehr richtig geht. Beziehungsweise nur zweimal am Tag richtig geht, was Polizistin Elisabeth „Bessie“ Eyckhoff stört und auf den Tisch steigen lässt, ihren feixenden Kollegen Dennis Eden (Stephan Zinner) zu dem ollen Zweimal-am-Tag-Witz, ihren staubtrockenen Chef Breitner (Heinz Josef Braun), zu einer Instandhaltungsberichtanordnung veranlasst.

Eyckhoff, die wunderbar lakonische Verena Altenberger (in Salzburg in diesem Sommer eine Buhlschaft mit Stoppelfrisur!), schlägt quasi die Hacken zusammen, aber es passt eigentlich nicht zu ihr, etwas so Widersinnigem Folge zu leisten.

„Polizeiruf 110: Frau Schrödingers Katze“ (ARD): Das kann alles kein Zufall sein

Und sie hat ja auch bald – vollzeit – mit der Suche nach „Frau Schrödingers Katze“ (ARD) im Polizeiruf 110 zu tun. Und mit einem tödlichen Unfall mit Fahrerflucht, bei dem eine Skateboarderin ums Leben kommt, die sie eben noch bei der Suche nach Frau Schrödingers Katze gesehen hat. Das muss etwas bedeuten, das kann kein Zufall sein. Und, drittens, mit einem reizend schüchternen Physikstudenten, mit dem sie sich über Teilchen austauschen kann (nicht, was Sie denken) und über das Gedankenexperiment von Schrödingers Katze, bei dem die Katze so lange zugleich lebendig und tot sein kann, so lange keiner nachsieht, ob das Gift in ihrem Karton freigesetzt wurde.

RolleDarsteller
Bessie EyckhoffVerena Altenberger
Johanna SchrödingerIlse Neubauer
Karin MeyerLilly Forgach
Michael MeyerFerdinand Dörfler
Dennis EdenStephan Zinner
Attila BreitnerHeinz-Josef Braun

Im Jahr 2019 ist Polizeioberkommissarin Bessie Eyckhoff zweimal angetreten, im dunkel-poetischen „Der Ort, von dem die Wolken kommen“, Regie im Polizeiruf 110 führte Florian Schwarz, und im fiebrig-düsteren „Die Lüge, die wir Zukunft nennen“, Regie Dominik Graf. „Frau Schrödingers Katze“ ist nach langer Pause eine Kehrtwende, offen bleibt vorerst, ob Clemens Maria Schönborn, Buch, und Oliver Haffner, Regie, damit einen neuen dauerhaften Ton setzen sollen.

„Polizeiruf 110: Frau Schrödingers Katze“ (ARD): Münchner Allerlei aus Tragik, Ernst und Heiterkeit

Es funktioniert allerdings nicht so richtig, trotz einiger wirklich hübschen Szenen (wie man Lakonie mit kräftigen Spuren von Humor und Schärfe durchsetzt und dies durchzieht, zeigte zuletzt der neue Polizeiruf 110 aus Halle). Es ist aber hier eher, wie Anlauf genommen und ein gebremstes Sprüngerchen gemacht. Angestrebt war wohl ein Münchner Allerlei aus Tragik, Ernst, Heiterkeit. Dazu schwarzer Humor: Denn für die Bösen gehen die Dinge später schief, wie sie überraschender und tödlicher nicht schief gehen können.

Komplex, das alles? Findet lange Zeit nur Eyckhoff. Der Chef jedenfalls hält es für eine kerzengerade Sache, Fahrerflucht, nichts sonst. Auch wenn die Aufklärungsquote bei diesem Delikt leider nur bei rund 40 Prozent liegt.

Zur Sendung

„Polizeiruf 110: Frau Schrödingers Katze“: ARD, Sonntag, 20.06.2021, 20.15 Uhr.

Aber wo waren wir? Es gibt also eine alte Dame Schrödinger, Ilse Neubauer, ein fieses Erbschleicherpaar, junge Leute ohne Herz, dafür eine Beamtin mit Herz, die philosophiert: „Als Polizistin darf man nur Probleme ausbaden, ändern kann man gar nix.“ Der süße Physikstudent (Camill Jammal) tröstet sie in der ARD mit einem Hinweis auf die Summe „positiver Schwingungen“, die sie erzeuge. Das ist doch mal ein originelles Kompliment.

Die Kollegen (-innen gibt es einstweilen nicht) glauben selbstverständlich erst nicht, dass alles mit allem und dann noch mit der Katze namens Pandora zusammenhängt. Bis ihnen Elisabeth Eyckhoff anhand eines nach Katzenpisse stinkenden Kartons beweist, dass der Fall tatsächlich komplexer ist, als sie denken. (Sylvia Staude)

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