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Die Neuen in der Stammkneipe: Peter Kurth (l.) als Henry und Peter Schneider als Michi, hinten Clemens Meyer. MDR/filmpool fiction/Felix Abraham
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Die Neuen in der Stammkneipe: Peter Kurth (l.) als Henry und Peter Schneider als Michi, hinten Clemens Meyer.

„An der Saale hellem Strande“

Polizeiruf 110 (ARD) feiert Jubiläum: Man traut sich was an der Saale

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Mit Bodenständigkeit und auch Originalität startet der Polizeiruf zum Jubiläum frisch „An der Saale hellem Strande“.

Der Schriftsteller Clemens Meyer, geboren 1977 in Halle an der Saale, hat für einen „Polizeiruf 110“-Neustart in Halle (der außerdem ein 50. Jubiläum ist, denn der erste Polizeiruf lief 1971 in der DDR) ein ebenso bodenständiges wie originelles Drehbuch geschrieben. Dies zusammen mit Regisseur Thomas Stuber, der mit seinem Team an Atmosphäre und feinen Details nicht geizt.

In einer Kneipe, die einem verraucht vorkommt, obwohl sie gar nicht verraucht sein kann, gibt Meyer den lakonischen Wirt und schenkt den Kommissaren Filterkaffee ein, bei dessen Anblick es einen schon schüttelt. Der MDR hat außerdem die Räume reaktiviert, in denen einst der Hallesche DDR-Polizeiruf gedreht wurde. Aus der Schreibtischschublade holt nun Peter Kurth als Kriminalhauptkommissar Henry Koitzsch ein Aufnahmegerät heraus, verkratzt und Minikassette. Oha.

Polizeiruf 110 „An der Saale hellem Strande“ (ARD): Zeugen in die Mitte

Man spart sich alle Vorreden, Erklärungen, Einführungen, Kommissarscharakterzeichnungen in „An der Saale hellem Strande“. Henry und Michael „Michi“ Lehmann, Peter Schneider, sind nicht nur schon längst per Du, sie sind auch ein sichtbar eingespieltes Team. Henry trinkt öfter mal zu viel. Michi war – die Info schlüpft erstmal ohne Konsequenzen vorbei – Krankenpfleger, hat Familie und einen Schwiegerpapa, der Polizist war in der DDR. Wie habt ihr das eigentlich gemacht?, kann er diesen ab und zu fragen, die Antworten bleiben glücklicherweise kurz.

Wie das Privatleben der beiden, nennen wir sie ruhig Henry und Michi, sind ihre Empfindlichkeiten unterschiedlich. Traumata und Überkandideltheit scheinen einstweilen nicht dazuzugehören. Zeugen nehmen sie in ihrem angeranzten, doch auch traulichen Büro immer in die Mitte. Und es gilt bei diesem ersten Fall, bei dem wir sie begleiten dürfen, gleich eine ganze Menge von Zeugen und Zeuginnen in die Mitte zu nehmen. Sie sind dabei geduldig (meist), aber keine Spur scheint irgendwo hin zu führen.

RolleDarsteller:in
Henry Koitzsch\tPeter Kurth
Michael Lehmann\tPeter Schneider
Marina Schuster\tAnita Vulesica
Maik Gerster\tTill Wonka
Günther Born\tHermann Beyer
Katrin Sommer\tCordelia Wege
Thomas Grawe\tThomas Grawe\t

Polizeiruf 110 „An der Saale hellem Strande“ (ARD): Torsten Ranft darf kurz ausflippen

Ein Mann wird ermordet, vor seiner Haustür. Ein anderer Mann findet drei Monate später eine Vorladung in der Post, er ist Nummer 34 (!) bei der Funkzellenauswertung – nein, nicht „Funkzellenüberwachung“, korrigieren die Kommissare – und soll einfach nur sagen, warum er an dem betreffenden Abend des Mordes in der betreffenden Straße war und mit wem er dort telefoniert hat. Und dann soll er bitte sagen, warum er sein Handy nicht mehr hat. Die Tochter hat es in die Saale geworfen, sagt er – na, wenn das nicht superverdächtig klingt.

Es springen ziemlich viele mehr oder minder Verdächtige herum, jeder und jede mit zügigem, aber doch auch feinem Strich gezeichnet. Die kesse junge Frau, Cordelia Wege, die zur Zeit des Mordes drei, vier Freunde hatte und beileibe nicht mehr sagen kann, mit wem sie telefonierte. Der alte Mann, Hermann Beyer, er war bei der Bahn, konnte sich alle Züge und Fahrpläne merken, jetzt vergisst er alles. Ein paar Anwohner haben ein Strom-Problem und bald noch ein anderes. Und Torsten Ranft, der als blutjunger Schauspieler in einem Polizeiruf einen Kindermörder spielte (siehe nachfolgende Dokumentation), darf bei der Befragung kurz ausflippen.

Zur Sendung

Polizeiruf 110: An der Saale hellem Strande“, ARD, So., 20.15 Uhr.

Über dem ARD-Polizeiruf „An der Saale hellem Strande“ liegt Patina

Patina liegt über dem Polizeiruf 110 „An der Saale hellem Strande“*, das liegt an der Ausstattung, vielleicht auch an Zwischentiteln wie „Kein Tag ist wie der andere“. Aber es liegt kein bisschen an der Geschichte, die einen Schuss Traurigkeit und einen Schuss schwarzen Humor hat, die keineswegs altmodisch erzählt ist, sondern auf Typen und Kauze, auf ruhige Polizeiarbeit und perfekte Verzahnung setzt. Man traut sich was an der Saale, man endet außerdem so, dass es unbedingt weitergehen muss. (Sylvia Staude) *giessener-allgemeine.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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