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Borsi Becker (l.) und Oliver Pocher im Duell.

„Alle auf den Kleinen“, RTL

Pocher und Becker - ein erbärmliches Duell

Bei der RTL-Freitagabendshow kommt es zur direkten Konfrontation zwischen den beiden Streithähnen Oliver Pocher und Boris Becker, die sonst nur via Twitter zu kommunizieren pflegen. Und was kommt dabei heraus? Nichts Gutes jedenfalls.

Von Michael Tetzlaff

Bei der RTL-Freitagabendshow kommt es zur direkten Konfrontation zwischen den beiden Streithähnen Oliver Pocher und Boris Becker, die sonst nur via Twitter zu kommunizieren pflegen. Und was kommt dabei heraus? Nichts Gutes jedenfalls.

Wie goldig: Die Nachrichtenagentur dpa macht sich Sorgen um Boris Becker. Im Vorfeld der Sendung „Alle auf den Kleinen“, in der der ehemalige Tennisspieler gegen Oliver Pocher in unendlich vielen Disziplinen angetreten ist, fragt dpa: „Warum setzt er sich dem aus? Warum tut er sich das an?“

Nun: Warum denn nicht? dpa tut ja gerade so, als ob Boris Becker zeit seines Lebens durch rationales Handeln aufgefallen wäre, alles vorher gründlich durchdacht hätte, was er so tat. Und nun macht der große Abwäger plötzlich den noch größeren Fehler, bei Oliver Pocher aufzutreten?

Hahnenkampf zwischen Pocher und Becker

Ein Fehler war es in der Tat: aber nicht um seinetwegen, sondern wegen des Allgemeinzustandes der Zuschauer. Drei Stunden und eine Viertelstunde noch obendrauf dauerte diese Freitagabendshow, das sind gefühlte elf Stunden laue Spielchen und dumme Sprüche.

Entstanden ist die ganze Misere aus einem Streit zwischen Boris Becker und Oliver Pocher im Wichtigtuerportal Twitter, wo A- bis Z-Promis und Nichtpromis ihre geistigen Ergüsse auf 140 Zeichen begrenzt zum Besten geben.

Stein des Anstoßes war Sandy Meyer-Wölden, die Ex sowohl von Becker wie auch von Pocher. Pocher missfiel die Art, wie Becker über sie schrieb, es entwickelte sich ein Hahnenkampf zwischen den beiden, der schließlich in der Einladung Pochers an Becker in seine Sendung gipfelte. Und das Elend nahm seinen Lauf.

Das RTL-Publikum ist entweder freiwillig oder gezwungenermaßen doof. Was ja eigentlich auf dasselbe hinausläuft. Jedenfalls steht es doch tatsächlich auf, wenn Oliver Pocher den Saal betritt und liefert einen Beifall, als ob er gerade ein Mittel gegen Krebs, Aids, Alzheimer und Parkinson entwickelt hätte.

Standing ovations für einen Klassenkasper - vorwärts nimmer, rückwärts immer. Dann kommt der traurige Boris Becker mit seiner adretten Frau Lilly an der Seite, die gemeinsam mit ihm gegen Pocher antreten wird. Becker ist mittlerweile gesundheitlich so angeschlagen, dass er es allein nicht mehr geschafft hätte.

Quälende Stunden schlechter Unterhaltung

Und Lilly Becker kann gleich die erste Runde für sich entscheiden. Genauer auf die Spielchen einzugehen, wäre Zeit- und Platzverschwendung. Einzig der großartige Max Giermann sei erwähnt, der deutsche Popsongs für ein Spiel pantomimisch umsetzte.  

Oliver Pocher versicherte, dass der ganze Streit und somit natürlich der Auftritt Beckers bei „Alle auf den Kleinen“ nicht inszeniert gewesen sei.

Das ist auch völlig egal. Es waren quälende Stunden schlechter Unterhaltung, ob inszeniert verursacht oder nicht. Aber etwas anderes ist ja von RTL auch wirklich nicht zu erwarten.

Faszinierend, dass es Leute geben soll, die so ein Programm freiwillig gucken. 

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