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Für das ZDF am Chiemsee: Edgar Selge.
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Für das ZDF am Chiemsee: Edgar Selge.

„Hattinger und die kalte Hand“

Peter Falk am Chiemsee

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Edgar Selge und Michael Fitz glänzen in einem feinen Krimi im ZDF: „Hattinger und die kalte Hand“.

Das ist kein Ratekrimi. Denn sogleich sieht man das hagere, verkniffene Gesicht Edgar Selges, sieht, dass er Böses tut, sieht wenig später, dass er noch mehr Böses tut. Aber, andererseits, was für ein Vergnügen, dem großartigen Edgar Selge dabei zuzusehen, wie er einen psychopathischen Serienmörder spielt – gar nicht mal viel anders, wie er einen einarmigen Münchner Ermittler spielte. Schon allein, wenn er den Reißverschluss seiner Trainingsjacke hochzieht bis unters Kinn, nein, fast bis unter die Nase, schon allein, wie ihm die Kamera (Christian Rein) dabei ins unleidliche, entschlossene Gesicht blickt.

Edgar Selge ist hier, im ZDF-„Fernsehfilm der Woche“, ein Mörder, der weiß, was er warum tut. „Wir leben in einer Mediengesellschaft“, stellt er fest. Darum muss sich auch Kommissar Alfons Hattinger bald wundern, dass seine Ermittlungen so ausführlich in der Zeitung auftauchen: Der Täter will es so. Als Hattinger einmal, sich umdrehend, noch eine Frage nachschiebt, sagt Albrecht Ostermeier, Selge, maliziös lächelnd: „Peter Falk“.

Als Regionalspaß getarnt

So wie sich Inspektor Columbo, Peter Falk, durch scheinbare Harmlosigkeit zu tarnen wusste, tarnt sich „Hattinger und die kalte Hand“ mit dem Untertitel „Ein Chiemseekrimi“ nur als eins von diesen Regionalspäßchen, die als Krimi kaum noch durchgehen. Zwar sieht man auch in „Hattinger“ ein bisschen See und Boote (auf einem liegt die erste Leiche), sieht schöne Bauernhäuser mit Garten, auch den Mörder, wie er fast ausgelassen Blumen schneidet für einen blutroten Strauß.

Aber Hans Steinbichler, Regie und Mitwirkung Buch, und Ariela und Thomas Bogenberger haben sich eine Geschichte mit vielen Unterströmungen und Andeutungen ausgedacht. Wie zum Beispiel das zweite Opfer, eine Bestseller-Autorin (Ursula Karven), von ihrem Nachbarn und Verwandten im Badezimmer per Minikamera ausgespäht wird, wie sie es weiß und genüsslich damit spielt, das wird nicht weiter erklärt und fügt sich doch – oder gerade deswegen – erstaunlich gut in die Handlung.

Etwas übertrieben ist der blutige Symbolismus à la Henning Mankell: abgetrennte Hände, Fisch auf dem Kopf eines Erschossenen. Aber sonst lässt man gut Platz für Nuancen, Zwischentöne. Michael Fitz, lange Jahre Laufbursche für die Münchner „Tatort“-Kommissare, gibt hier einen angenehm unübertriebenen, souveränen Kommissar. Im Vergleich mit dem NDR-„Tatort“ vom SOnntag steht es 1:0 für das ZDF.

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