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Dokumentarfilm

Peking ist prägend

  • Christian Thomas
    VonChristian Thomas
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"Bird's Nest" - mit den Architekten Herzog & de Meuron in China.

Diese unglaubliche Geschichte hat sich in den letzten Jahren weltweit unter aller Augen ereignet, und das liegt daran, dass der Globus seit geraumer Zeit als globales Dorf gilt und wiederum China innerhalb seiner Gemarkung als ein dann doch größeres Fleckcken Erde. Hierhin drängt bald schon die Jugend der Welt.

Um ihr einen spektakulären Auftritt zu verschaffen, strengten die Chinesen für das Nationalstadion in Peking einen Architekturwettbewerb an, der von dem Schweizer Büro Herzog & de Meuron gewonnen wurde, und um es auch bauen zu dürfen, halfen den Pritzker-Prize-Trägern ihr Know-how, Verhandlungsgeschick, ihr Prestige, ihre Power, ihre List, ihre Lebensbejahung, ihre Bejahung der chinesischen Mentalität, so dass an einer Stelle des Dokumentarfilms "Bird's Nest" von Christoph Schaub und Michael Schindhelm der Architekt Jacques Herzog von einem "Wahnsinnspotential" in China spricht.

Bauen unter den Bedingungen Chinas, vor allem wenn es sich um einen so exponierten Ort wie das Nationalstadion handelt, bringt Probleme mit sich, angefangen von denen mit den kommunistischen "Machthabern", wie es nach 12:31 Minuten heißt. Bauen heißt permanentes Dolmetschen, und so überführen die Schweizer ihr Architekturidiom, das schon lange kein allein schweizerisches mehr ist, in eine große globale Geste, die recht rasch angenommen wurde, darüber entstand mit einem Lächeln das Wort "Bird's Nest".

Der Dokumentarfilm, dessen Kraft in einer nicht ruhenden Besichtigung von Widersprüchen liegt, der durch einige deutsche Kinosäle tourt und als DVD erhältlich ist, erzählt vom Aufeinandertreffen von Architekten mit ihren diktaturerprobten Bauherrn und Diktaturempfängern im Alltag.

Stark wird in dem Film auf die Methode des "kontextuellen Bauens" verwiesen, und was immer das architektonisch und städtebaulich im Einzelnen heißt, so bekommt es erst durch die Äußerungen Jacques Herzogs eine politisch pikante Note. Herzog meint, dass "gute Architektur nicht nur in Demokratien entstanden ist, und dass unser Stadionprojekt in dieser Geschwindigkeit, in dieser radikalen Ausformung in einer Demokratie wie der Schweiz sehr schwer gewesen wäre". Wenn man sagt, dass dieser Film beobachtet, wie die chinesische Kultur die Bautätigkeit von westlichen Architekten prägt, ist auch das sehr treffend.

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