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Paddington Bär: Schiebt den Bär endlich ab!

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Von: Moritz Post

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Die Paddington-Bär-Filme sind fragwürdig und gehören nicht ins Fernsehen. Außerdem sagen sie viel über den Umgang von England mit Geflüchteten aus.

Für die einen ist es ein liebgewonnenes Ritual zum Fest der Liebe. Für die anderen ist es eineinhalb Stunden Qual vor dem TV-Apparat: Im ZDF läuft zu den Weihnachtsfeiertagen wieder die britische Filmproduktion „Paddington Bär“. Die einen erfreuen sich an der Naivität und der zur Schau gestellten Unschuldigkeit des Bären. Für die anderen stellt sich die Frage, wie eine derart dümmliche Figur mit einem suchtverdächtigen Verlangen nach Marmelade aus Bitterorangen bedenkenlos im deutschen Fernsehen, genauer: dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk überhaupt ausgestrahlt werden darf.

Die Ablehnung gegen „Paddington Bär“ scheint in jedem Fall von Jahr zu Jahr berechtigterweise zuzunehmen. Zwei Zugänge zu „Paddington“ (2014) und dem drei Jahre später erschienenen Nachfolgefilm mit dem kreativen Titel „Paddington 2“: Entweder man nimmt den Bären als das, was er ist – er ist nun mal ein Bär. Dann hätten wir im Produktionsland des Filmes, dem Vereinigten Königreich, einen Konflikt mit dem Tierschutzgesetz. Denn das Gesetz besagt eindeutig, dass Wildtiere im Gegensatz zu bestimmten domestizierten Tieren (darunter Hund, Katze, Hausschwein) nicht mit Menschen in einem Haushalt leben dürfen. Schon gar nicht in einer Großstadt wie London.

Paddington Bär gehört abgeschoben: Der Bär ist eigentlich eine Killermaschine

Wissen wir es nicht besser? Der Tiermarkt von Wuhan und die Corona-Pandemie lassen grüßen. Und in keinem Fall ist es ratsam, einen Bären über ein gewisses Entwicklungsstadium hinaus in unmittelbarer Nähe von Menschen (insbesondere Alte und Kinder) zu halten. Alle Exemplare der Familie der Bären (Ursidae) verlieren über ihre Entwicklung hinweg ihren kindlichen Spieltrieb und entwickeln beinahe ungeahnte Kräfte. Insbesondere weibliche Exemplare werden während der Pflege des Nachwuchses gegenüber Bären-Männchen und dem Menschen zu Killermaschinen und sind in jedem Fall zu meiden.

Oder aber wir nehmen Paddington Bär – wie im Film dargestellt – als unabhängige, dem Menschen ebenbürtige Person, die illegal in ein fremdes Land eingereist ist. Bekanntlich wurde Paddington von seiner Tante Lucy ohne Papiere und lediglich mit einem Schild mit der Aufschrift „Please look after this Bear, thank you“ auf ein Schiff Richtung England geschmuggelt. Dies ist zugegebenermaßen herzlos und grausam von Tante Lucy. Aber steht Paddington Bär deshalb über dem Gesetz?

Paddington Bär
Paddington Bär sollte abgeschoben werden. (Symbolbild) © Nicole Kubelka/Imago

Schiebt Paddington endlich ab: illegaler Einwanderer aus Peru

So freundlich die Bemühungen der den Bär aufnehmenden Familie Brown sind und so hoch ihr Engagement für den illegalen Einwanderer aus Peru aus humanitärer Sicht einzuschätzen ist: Schauen wir ins Ausländer-Gesetz des Vereinigten Königreichs, so wird schnell und eindeutig klar, dass Paddington der Bär konsequenterweise schon längst in ein Flugzeug nach Peru (oder neuerdings Ruanda) hätte gesetzt werden müssen.

Denn Paddington ist ein Wirtschaftsflüchtling, der sich erst infolge eines Erdbebens und des Todes seines Onkels Pastuzo auf den Weg nach Mitteleuropa gemacht hat. Weshalb das ZDF mit den „Paddington Bär“-Filmen auch in Deutschland zu Weihnachten den Kindern ein höchst fragwürdiges Rechtsverständnis aus dem ehemaligen EU-Mitgliedsland präsentiert, erschließt sich also nicht. Zumal der Film den nachwachsenden Generationen falsche Anreize zur gesellschaftlichen Teilhabe sowie antidemokratische Grundwerte vermittelt.

Denn während die ganze Welt „Paddington Bär“ vor den Fernsehgeräten zujubelt, nutzt die britische Krone den Problembären zur Intensivierung ihrer politischen Propaganda und zur Legitimierung ihrer wackeligen Monarchie mit höchst zweifelhafter Kolonialgeschichte. Zu diesem Themenkomplex schweigt sich Paddington Bär bis heute aus.

Paddington Bär: der illegale Einwanderer und die britische Krone

Vielleicht empfing Queen Elizabeth II. den illegalen Einwanderer aus Peru auch deshalb noch im Juni dieses Jahres zu einem Tee im Buckingham Palace. Ein Schlag in die Gesichter der Millionen von hart arbeitenden Menschen im Vereinigten Königreich, die mit ihren Steuergerldern einem Familien-Clan seit vielen Jahrhunderten ein privilegiertes Leben ermöglichen.

Womit haben wir es bei Paddington Bär und der britischen Krone nun zu tun? Mit einem Haufen von glücklichen Usurpatoren, die aus ihrer kalkulierten Zurschaustellung von Naivität und vermeintlicher Unschuld persönliches Kapital schlagen und die Gutgläubigkeit der hart arbeitenden Bevölkerung ausnutzen. Ein Unding, dass das ZDF dennoch Jahr für Jahr dieses Opium für das Volk ausstrahlt. Zum Schluss sei entsprechend ein Appell an die britische Justiz gerichtet: Für Prominente sollten die gleichen Maßstäbe gelten, wie sie dies auch für die einfachen Bürgerinnen und Bürger tun. Das Beispiel Boris Becker hat gezeigt, dass es geht. Paddington Bär gehört abgeschoben. Jetzt sofort! (Moritz Post)

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