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Oscars ringen um Bedeutung und führen Publikumspreis ein

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Von: Monja Stolz

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Bei den Oscars wird es 2022 für das Publikum wohl erstmals die Gelegenheit geben, mitzubestimmen – online sollen Fans für ihren Favoritenfilm abstimmen dürfen.

Los Angeles – Nach der Oscarverleihung wird häufig Unmut laut – Filmfans hätten einen anderen Film auf Platz eins gesehen. Bald werden sie wahrscheinlich die Gelegenheit haben das zu tun, was vorher nur den Mitgliedern der US-Filmakademie Academy of Motion Picture Arts and Sciences vorenthalten war: Sie können selbst eine Stimme für ihren Favoritenfilm abgeben.

Teilnehmen können Fans dann über Twitter oder die Website der Oscars. Dort können sie bis zum 3. März bis zu 20-mal pro Tag für den Film abstimmen, der ihrer Meinung nach den Publikums-Preis erhalten sollte. Die Onlineabstimmung würde dem Publikum die Gelegenheit geben, „in Echtzeit an der Show teilzunehmen“, erklärte die Vizepräsidentin der US-amerikanischen Filmakademie, Meryl Johnson am Montag (14.02.22).

Oscarverleihung: Sinkende Zuschauerquote als Auslöser für Publikumspreis?

In einer weiteren Umfrage könnten Fans Momente wählen, bei denen das Publikum „nicht anders konnte, als in Jubelschreie auszubrechen“. Die fünf meistgewählten „Filmjubel-Momente“ werden in der Oscarnacht gezeigt. Die Vizepräsidentin findet, dass die Abstimmungen dem Publikum die Möglichkeit geben „auf eine Art und Weise Teil des Erlebnisses zu sein, wie sie es vorher nicht konnten“.

Publikumspreis: Die Auswahl der Oscargewinner ist nicht mehr nur der US-Filmakademie vorenthalten.
Publikumspreis: Die Auswahl der Oscargewinner ist nicht mehr nur der US-Filmakademie vorenthalten. © Matt Sayles/dpa

Bislang stimmten nur die Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, wie die US-Filmakademie offiziell heißt, über die Vergabe der Preise ab. Die Möglichkeit der Abstimmung durch Fans könnte jetzt allerdings Abhilfe bei den stark sinkenden Einschaltquoten der Preisverleihung schaffen. Wie der Tagesspiegel berichtete, verfolgten im vergangenen Jahr nur noch rund zehn Millionen Menschen die Verleihung des nach wie vor wichtigsten Filmpreises der Welt. Das ist weniger als die Hälfte der Quoten von 2020, die bereits ein Negativ-Rekord waren. Von 43 Millionen Zuschauern im US-Fernsehen, wie im Jahr 2014, kann die US-Filmakademie nur noch träumen.

Oscar-Nominierungen zeigen Reaktion auf Kritik des Publikums

Die schlechten Einschaltquoten im Pandemie-Jahr 2021 sind wohl unter anderem auf die größtenteils wegen Corona geschlossenen Kinos zurückzuführen. Zusätzlich beeinflussten die Corona-Beschränkungen die gesamte Gala. Allerdings führen Kritiker die sinkende Relevanz der Preise auch darauf zurück, dass viele Kassenschlager in den vergangenen Jahren bei den Oscars nicht geehrt wurden – die ausgezeichneten Filme gehörten häufig nicht zu den Publikums-Magneten. Auch mangelnder Unterhaltungswert der Oscars soll einer der Gründe für die sinkenden Zuschauerzahlen sein. Deshalb wird es bei den Oscars 2022 zum ersten Mal seit vier Jahren wieder Moderatoren geben – besser gesagt Moderatorinnen.

Die Nominierungen der 94. Oscars in den mehr als 20 Kategorien sind bereits bekannt. Sie zeigen, dass die US-Filmakademie auf Oscars-so-white- und MeToo-Debatten regiert hat. Mit zwölf Nominierungen ist der Western „The Power of the Dog“ der größte Favorit. Wer am Ende einen der begehrten Goldjungen erhält, wird am 27. März in Los Angeles enthüllt. (Monja Stolz mit Material von AFP)

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