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Team Ost ist nicht zu schlagen - Lars Riedel (l.) und seine Teamkollegen Stefanie Hertel (M.) und Marco Schreyl (r.) gewinnen das Hornschlittenrennen.
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Team Ost ist nicht zu schlagen - Lars Riedel (l.) und seine Teamkollegen Stefanie Hertel (M.) und Marco Schreyl (r.) gewinnen das Hornschlittenrennen.

TV-Kritik „Star Biathlon 2014“

Onkel Opdi und der Maikäfer

Wenn sich mehr oder minder bekannte Zeitgenossen vor den staunenden Augen der Öffentlichkeit zum Narren machen, muss es sich nicht zwangsläufig um das „Dschungelcamp“ handeln: Zum zweiten Mal lud die ARD Publikum und Prominenz zum „Star Biathlon“.

Von Tilmann P. Gangloff

Wenn sich mehr oder minder bekannte Zeitgenossen vor den staunenden Augen der Öffentlichkeit zum Narren machen, muss es sich nicht zwangsläufig um das „Dschungelcamp“ handeln: Zum zweiten Mal lud die ARD Publikum und Prominenz zum „Star Biathlon“.

Verkehrte Welt: Ein ZDF-Moderator vergaloppiert sich zu nachtschlafender Zeit, und Tausende Gebührenzahler wollen ihm per Online-Petition die Existenzberechtigung als Talkshowgastgeber absprechen. Die ARD dagegen darf ungestraft einen kompletten Programmtag mit zehn Stunden Wintersport gestalten (plus zwei Stunden „Sportschau“), obwohl die Olympischen Spiele erst nächste Woche beginnen, und das scheint die TV-Nation völlig in Ordnung zu finden.

Vermutlich war das „Star Biathlon“ als Höhepunkt dieses langen Wintertages gedacht, aber wer am Abend schon Skispringen, Langlauf und Riesenslalom im Sitzfleisch hatte, wird sich irgendwann selig dem Fernsehschlaf hingegeben haben.

Unbekümmert und unironisch

Der einzige Moment, der den Atem stocken ließ, war ein Sturz von Miroslav Nemec, der ziemlich schmerzhaft aussah; tatsächlich konnte der Schauspieler nicht mehr weitermachen. Er wurde durch Christian Neureuther ersetzt, der aus Gründen der Chancengleichheit auf seine Skistöcke verzichtete. Ansonsten war der Wettbewerb jedoch eher arm an Höhepunkten. Daran änderte auch der künstlich aufgeregte Kommentar von Christian Dexne nichts, zumal er sich unbekümmert und gänzlich unironisch der üblichen Sportreporterfloskeln bediente: Der eine Star (Miroslav Nemec) war fit wie ein Turnschuh, der andere (Oliver Mommsen) pumpte wie ein Maikäfer. Und man glaubt ja kaum, wie viele schlüpfrige Pointen man einem unschuldigen Zipflbob abgewinnen kann.

Das Gros der Teilnehmer war vermutlich zwangsverpflichtet, da auf der ARD-Gehaltsliste. Wer witzigen Wintersport sonst nur von der Wok-WM kennt, wird kaum jemanden gekannt haben, dabei ist es doch gerade der Gag an der Sache, dass da nicht irgendwer, sondern Mareile Höppner dauernd auf den Po plumpst.

Selbstredend ließ es sich die Regie nicht nehmen, mit diversen Zeitlupenwiederholungen zu belegen, dass ihr armer Allerwertester einen echt anstrengenden Abend hatte. Andererseits hat nicht nur RTL, sondern auch die ARD ein Herz für Altstars, wie die Mitwirkung von Ulla Kock am Brink zeigte. Sie machte zwar eine ähnlich ungelenke Figur wie so manche Prominenz bei „Let’s Dance“, aber wann hätte in Bottrop auch schon mal genug Schnee gelegen, um Wintersporterfahrung zu sammeln.

Tröstonkel „Opdi“

Während sich die Stars und Sternchen dennoch ins Zeug legten, als winke dem Sieger ein lukratives ARD-Engagement, hatte Matthias Opdenhövel einen vergleichsweise ruhigen Abend. „Opdi“ war vor allem als Tröstonkel gefragt und machte sich fast gar nicht lustig über seine Gäste, die bloß zwei Tage Zeit hatten, um sich auf den Wettbewerb vorzubereiten. Hin und wieder durfte auch Magdalena Neuner ein bisschen mitmoderieren, aber eine unüberhörbare S-Störung wird wohl verhindern, dass die ARD sie für Aufgaben jenseits des Wintersports vorsieht.

Gern gesehene Gaststars bei winterlichen Ereignissen sind auch Gold-Rosi Mittermaier und ihr Gatte Christian, was wiederum Rückschlüsse auf das Alter der Zielgruppe zulässt; die meisten Zuschauer der Wok-WM waren 1976 noch gar nicht auf Welt.

Immerhin, den Teilnehmern hat’s sichtlich viel Spaß gemacht, und dass die Kategorie „Laufen und Schießen“ gegenüber der Premiere im letzten Jahr um weitere Herausforderungen ergänzt wurde, war dramaturgisch ohne Frage sinnvoll. Gewonnen haben schließlich die Damen und Herren aus dem Osten, denn die haben den Rest des Feldes deklassiert.

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