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Ermittler Georg Dengler und Computerhackerin Olga Illiescu befinden sich in "Dengler - Fremde Wasser" mitten in einem globalen Machtkampf um das Lebenselixier Wasser, einem Milliardengeschäft, in dem es um Leben und Tod geht.

"Dengler - Fremde Wasser", ZDF

Ohne Olga käme Dengler nicht aus - wir auch nicht

Birgit Minichmayr und Ronald Zehrfeld kommen im vierten Dengler-Krimi "Fremde Wasser" den Machenschaften einen Großkonzerns in Griechenland auf die Spur.

Der vierte Dengler-Krimi im ZDF dreht sich wie seine Vorgänger um ein politisch brisantes Thema. Diesmal geht es um den Handel mit Wasser, ein jährliches 500-Milliarden-Dollar-Geschäft, wie eine bilderbuchhaft smarte und harte Unternehmerin zu Protokoll gibt. Während die Vorlage von Thrillerautor Wolfgang Schorlau einen Wasserkrieg in Bolivien schildert, verlegt das Drehbuch von Lars Kraume den Schauplatz nach Griechenland. Das wirkt nicht so unplausibel, wie es einem immer noch halboptimistischen Europäer angenehm sein kann. 

Auch lässt Kraume die Griechen  über die Deutschen schimpfen und unter sich (freundlicherweise untertitelt) freche Sachen sagen. Die Deutschen können kein Griechisch, die Griechen aber Deutsch, und wenn einen das sonst als Fernsehfilm-Bequemlichkeit stört, so nicht in einer Geschichte, in der es um ein Machtgefälle geht. Ronald Zehrfelds Dengler bewegt sich auf leisen Sohlen dazwischen, belehrt nicht, lässt sich belehren. Er ist für einen respektlosen Privatdetektiv unklassisch höflich.

„Fremde Wasser“ ist eine Romanverfilmung mit den Vor- und Nachteilen, die das hat. Die Verkürzung der Geschichte verwirrt und vereinfacht zugleich – obwohl es ganz gut aufgeht –, die Figuren sind dafür aber reichhaltiger, als es sonst bei den zum Teil nur sekundenlangen Auftritten zu erhoffen wäre. 

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Kraume und Rick Ostermann, der Regie führt, sind sich einig in einem ökonomischen, zeitlich beeindruckend sicheren Erzählen. Das ermöglicht eine lange, gemächlich sich anschleichende Eröffnungsszene, James-Bond-haft schnelle Ortswechsel, krude Morde, Überfälle, Intrigen, dazu Späßchen am Rande, Kitzligkeiten unter Kollegen. Selbst Rainer Bock als Oberkriminalist Müller hat genau so viel Zeit, dass sich sein Einsatz noch lohnt. Man hat den Eindruck, um ihn herum würde sich die Zeit entschleunigen, die Kamera läge eine kleine Ewigkeit auf seinem Beamten- und Sphinx-Gesicht. 

Aber sagen wir es gerade heraus: Vor allem spielt Birgit Minichmayr wieder mit. Birgit Minichmayr ist die katzenhaft schlaffe und flinke Computerspezialistin (Hackerin), die Zehrfeld-Dengler als Olga beruflich zur Seite steht. So auch hier. Wenn Birgit Minichmayrs Olga von jemandem, der ihr ohnehin nicht gefällt, missachtet wird, ärgert sie sich gar nicht groß, fragt aber beiläufig: „Könnte ich den Zugang zu eurem Wlan haben?“ Hierzu muss man sich nun Minichmayrs Stimme vorstellen, und nur die Arglosigkeit in Person würde ihn ihr gewähren. Das ist eines der Probleme ihrer Gegner. Sie merken nichts. Für die, denen sie nicht zu nahe kommen kann, ist sie ein Grund, sich den Film anzusehen. Der Grund, sich den Film anzusehen.

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