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Nord Nord Mord - Sievers und die Stille Nacht“: Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk), Ina Behrendsen (Julia Brendler) und Carl Sievers (Peter Heinrich Brix) stehen vor dem Polizeigebäude. Hinter ihnen steht ein großer aufblasbarer Weihnachtsmann.
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Zwischen dem vierten Advent und Heiligabend wird es stiller auf Sylt. Aber nicht für alle: Der Besitzer des Traditionsunternehmens Betten Reuter liegt tot neben dem geöffneten Wandtresor. Ein neuer Fall für die Kommissare Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk, l.), Ina Behrendsen (Julia Brendler, M.) und Carl Sievers (Peter Heinrich Brix, r.).

TV-Kritik

„Nord Nord Mord: Sievers und die Stille Nacht“ im ZDF: Spitzbuben in roter Kutte

  • Harald Keller
    VonHarald Keller
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Mit dem Film „Sievers und die Stille Nacht“ aus der Reihe „Nord Nord Mord“ liefert das ZDF ein Beispiel eines gelungenen Weihnachtskrimis.

Natürlich, an der Küste kann das Wetter schnell mal wechseln. Aber binnen zwei Minuten von sommerlichem Sonnenschein zu winterlichem Schneegestöber unter trübem Himmel, dann wieder Sonnenschein und einen Moment später klatschen die Regentropfen an die Windschutzscheibe? Und das auf überschaubarem Gelände, nämlich Sylt. So ganz kann der Stab hinter „Sievers und die stille Nacht“ nicht verhehlen, dass der Weihnachtsfilm der ZDF-Reihe „Nord Nord Mord“ im Frühling gedreht wurde.

Das kleine Missgeschick geschieht gleich am Anfang und ist, weil es sehr schnell sehr vergnüglich weitergeht, schnell vergessen.

Der Stammzuschauern wohlbekannte Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk), der zur Besetzung der Sylter Kriminalwache gehört, hat sich mit einem prächtigen Blumenstrauß auf den Weg gemacht, um, wie ein wenig später verraten wird, einen gewinnenden Eindruck zu machen. Zielperson ist die Mutter seiner neuen Freundin.

„Nord Nord Mord: Sievers und die Stille Nacht“ (ZDF): Verkorkstes Familientreffen

Doch die erste Begegnung mit deren Familie verläuft anders als geplant. Kaum an der Haustür angelangt, hört Feldmann einen Schuss. Ein Weihnachtsmann gibt Fersengeld, drinnen rotiert eine Weihnachtsplatte, im Backofen verkokeln die Plätzchen. So richtig versaut aber wird die Adventszeit durch den Anblick, der ihn im Wohnzimmer erwartet. Rudolf Reuter, der Bettenkönig von Sylt, hat das Zeitliche gesegnet. Und er ist keines natürlichen Todes gestorben.

Feldmanns Kollegen von der Kripo rücken an, und jetzt kommt heraus, was er eigentlich noch verborgen halten wollte. Er hat mit Freya Reuter (Lena Dörrie), der Tochter des Verstorbenen, das Bett geteilt. Erst nur probehalber im Ladenlokal. Dann wurde mehr draus. Kollegin Ina Behrendsen (Julia Brendler), mit der Feldmann sündenfrei zusammenlebt und -arbeitet, quittiert diese Eröffnung mit giftigen Blicken. Eigentlich geben sich die beiden ja stets größte Mühe, nichts voneinander zu halten. Sobald aber potenzielle Nebenbuhler auftauchen, tritt zum Ermittlungseifer die Eifersüchtelei.

Auch Hauptkommissar Carl Sievers (Peter Heinrich Brix) ist in diesen Tagen ein wenig abgelenkt, weil in Gedanken beim Weihnachtsessen. Wenn er nicht gerade räuberischen Weihnachtsmännern nachstellt, vernimmt er den Streifenkollegen Schneider (Stephan A. Tölle) zu Sachverhalten wie Plätzchenbacken und passenden Beilagen zur Weihnachtsgans.

RolleDarsteller:in
Carl SieversPeter Heinrich Brix
Ina BehrendsenJulia Brendler
Hinnerk FeldmannOliver Wnuk
Tabea KrawinkelVictoria Trauttmansdorff
Dr. KarpAnne Weber
Freya ReuterLena Dörrie
Regina ReuterJohanna Gastdorf
Hilde StachAnna Stieblich

„Nord Nord Mord: Sievers und die Stille Nacht“ (ZDF): Mit Sinn für feine Komik

Der sechzehnte Film der Reihe „Nord Nord Mord“ wurde bewusst auf Weihnachten zugeschnitten. Solche Vorhaben gehen nicht immer glücklich aus. Negativbeispiel ist die „Wilsberg“-Folge „Alle Jahre wieder“ von 2017, die mit ersichtlicher Anstrengung und sehr verkrampft auf Weihnachtstauglichkeit getrimmt wurde.

Thomas Oliver Walendy, der seit der zweiten Folge vier weitere für „Nord Nord Mord“ geschrieben hat, beweist ein geschickteres Händchen und fand in Regisseur Sven Nagel einen Interpreten mit Sinn für feine Komik. Nagel hat als Akteur wie als Regisseur Kabarett- und Comedyerfahrung und spürbar einen Sinn für Timing und Details. Einmal berührt Feldmann am Schreibtisch wie zufällig Behrendsens Unterarm. Ein strafender Blick, und er zieht den Arm eilig zurück.

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„Nord Nord Mord: Sievers und die Stille Nacht“ (ZDF): Der Fluch der Brückentage

Für allerlei Komplikationen, darunter sehr amüsante, sorgen die vorweihnachtlichen Brückentage. Schwer, in dieser Zeit einen Durchsuchungsbeschluss zu erlangen. Und die Leiche kommt unbearbeitet aus der Rechtsmedizin zurück. Denn Dr. Karp (Anne Weber), die zuständige Ärztin, weilt gerade auf Kreuzfahrt in den Tropen und stellt per Videoverbindung eine erste Diagnose. Das Projektil aber müssen die verbliebenen Herrschaften selbst herausoperieren. Der Befehl geht an den selbsternannten ‚Profiler’ Hinnerk Feldmann. Der sich dann trotz großer Klappe ziemlich schwertut.

„Nord Nord Mord: Sievers und die Stille Nacht“ (ZDF)

Montag, 20.12.2021, 20.15 Uhr, ZDF-Mediathek

Es gibt noch allerlei hochkomische Szenen in diesem Film, und selten wirken sie aufgesetzt. So wie auch das Thema Weihnachten mit halb- bis dreiviertelwegs passabel eingeflochten wurde und noch Raum gelassen wird für ein wenig jahreszeittypischen Weltschmerz. Weihnachtslieder klingen an, durch geschmackvolle Auswahl aber wird die Kitschfalle in weitem Bogen umgangen. (Harald Keller)

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