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Kein leichtes Alter: Die Pubertät (Symbolbild).
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Kein leichtes Alter: Die Pubertät (Symbolbild).

TV-Kritik „Jungs unter Strom“ (ZDF)

Nahe am Familien-Alltag

Warum wird ein schlauer Schüler binnen kurzer Zeit zum vorlauten Störenfried, während ein verdruckster Außenseiter plötzlich ungeahnten schulischen Ehrgeiz entwickelt? Ein ZDF-Team hat vier Jungen zwei Jahre lang beim Erwachsenwerden begleitet.

Von Torsten Wahl

Normalerweise haben die Autoren der Reihe „37 Grad“ nur eine halbe Stunde Zeit, um besondere Menschen zu porträtieren. Für die „Jungs unter Strom“ hat das ZDF die Zeit gleich mal verdreifacht. Zweimal eine Dreiviertelstunde lang können die Autoren Katharina Gugel und Ulf Eberle ihre Beobachtungen vorstellen, die sie in den letzten beiden Jahren mit Steffen, Tim, Dennis und Max gemacht haben.

Sowohl die lange Drehzeit als auch die verlängerte Sendezeit sind auch notwendig, um den vier Jungs nicht nur Kurzbesuche abzustatten, sondern ihnen Entwicklungschancen zu geben – in jede Richtung. Anders als bei den vielen „Coaching“-Formaten der Privaten, die ihre Zöglinge ganz besonderen Herausforderungen unterziehen, bleibt diese ZDF-Doku nahe am familiären Alltag. Nur für eine Episode im zweiten Teil (zu sehen am nächsten Dienstag) hatten die Autoren offenbar eingegriffen und einen Jungen zum einem Ehepaar zum Holzfällen aufs Land geschickt.

Eltern den Spiegel vorhalten

Ansonsten aber werden genau jene Diskussionen ums Hausaufgabenmachen, Computerspielen oder Weggehen eingefangen, die in den allermeisten Familien immer wieder geführt werden. Da können sich die Eltern pubertierender Jungs einen Spiegel vorhalten lassen: Reden wir etwa genauso mit unseren Kindern? Die Doku wirbt dafür, gerade die Jungs, die sich stärker als die gleichaltrigen Mädchen am Schulsystem reiben, nicht nur immer wieder zu maßregeln (Tim muss ein Benimmheft führen und den Schulhof fegen!), sondern ihnen Anerkennung zu verschaffen.

Bei Dennis, der anfangs ganz offen gemobbt wurde, bringt ein Motorradclub, wo er mithelfen darf, neues Selbstbewusstsein. Sportvereine, immer noch die zuverlässigsten Orte, um sich auszutoben und Anerkennung zu bekommen, aber spielen merkwürdigerweise bei keinem eine Rolle. Insgesamt bleibt die Doku etwas zu stark auf den schulischen Erfolg fokussiert, zieht die Zensuren als allerwichtigstes Entwicklungskriterium heran.

Was sonst in dieser Zeit unter Strom passiert – zum ersten Mal verliebt, zum ersten Mal betrunken – das spielt nur eine Nebenrolle. Aber selbst der einfühlsamste Filmemacher kann ja nicht überall dabei sein.

(Fortsetzung nächsten Dienstag um 22.15 Uhr im ZDF)

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