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Siebenfache Gewinner: Cast und Crew des Films "La La Land" während der 74. Verleihung der Golden Globe Awards auf der Bühne.

Golden Globes

Musical-Romanze „La La Land“ räumt ab

Mit sieben Golden Globes ist das Musical „La La Land“ der Gewinner der diesjährigen Verleihung. Der deutsche Beitrag „Toni Erdmann“ geht hingegen leer aus.

Die Musical-Romanze "La La Land" hat bei der Verleihung der Golden Globes gleich sieben der begehrten Filmpreise abgeräumt. Bei der Gala in Los Angeles bekam der Hollywood-Streifen am Sonntagabend unter anderem den Hauptpreis in der Kategorie Musical/Komödie und den Preis für die beste Regie. Der deutsche Film "Toni Erdmann" von Regisseurin Maren Ade ging bei den Golden Globes leer aus.

"La La Land", eine Hommage an das goldene Zeitalter des Musicals von Regisseur Damien Chazelle, war bei der Preisverleihung mit sieben Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangen - und räumte letztlich alle sieben Preise ab. In der Kategorie "Bestes Musical/Komödie" setzte sich die Liebesgeschichte zwischen einem ehrgeizigen Jazzpianisten und einer aufstrebenden Schauspielerin gegen "20th Century Women", "Deadpool", "Florence Foster Jenkins" und "Sing Street" durch.

Die Hauptdarsteller Ryan Gosling und Emma Stone wurden als beste Darsteller in einer Komödie oder einem Musical ausgezeichnet. Chazelle wurde als bester Regisseur geehrt und setzte sich damit gegen Mel Gibson ("Hacksaw Ridge"), Barry Jenkins ("Moonlight"), Kenneth Lonergan ("Manchester by the Sea") und Tom Ford ("Nocturnal Animals") durch. Außerdem bekam er den Preis für das beste Drehbuch. "La La Land" erhielt außerdem den Preis für die beste Filmmusik und den besten Song.

"La La Land" sei "ein Film für Träumer", sagte Stone in ihrer Dankesrede. Hoffnung und Kreativität seien zwei der wichtigsten Dinge überhaupt. "Und darum geht es in diesem Film", sagte die Schauspielerin.

Als bestes Drama wurde "Moonlight" über einen schwarzen und schwulen jungen Mann in den USA ausgezeichnet. Der Film von Regisseur Barry Jenkins war mit sechs Nominierungen ins Rennen gegangen, bekam letztlich aber nur diesen einen Preis.

Als bester Schauspieler in einem Drama wurde Casey Affleck für seine Rolle in "Manchester by the Sea" ausgezeichnet. Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert bekam für ihre Rolle in "Elle" den Golden Globe für die beste Schauspielerin in einem Drama. Als beste Nebendarsteller wurden Aaron Taylor-Johnson für seine Rolle in "Nocturnal Animals" und Viola Davis für ihre Rolle in "Fences" geehrt.

"Elle" von Regisseur Paul Verhoeven gewann auch in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" - und setzte sich dabei unter anderem gegen die deutsche Vater-Tochter-Geschichte "Toni Erdmann" durch.

Als bester Animationsfilm wurde die Disney-Produktion "Zootopia" ausgezeichnet. Bei den Fernsehserien gewannen "The Crown" über die britische Königin Elizabeth II. und "Atlanta".

Meryl Streep spricht gegen Trump

Schauspielerin Meryl Streep erhielt den Globe für ihr Lebenswerk und bedankte sich in einer engagierte Rede gegen den künftigen US-Präsidenten Donald Trump. "Wenn die Mächtigen ihre Position benutzen, um andere zu tyrannisieren, dann verlieren wir alle", sagte Streep unter Tränen bei der Entgegennahme des Cecil B. Demille Preises. Die eindrücklichste Szene des Jahres sei für sie nicht in einem Film gewesen, sondern als Trump in einer Wahlkampfrede die Bewegungen eines körperlich Behinderten nachgeäfft habe. "Dieser Instinkt, andere zu demütigen, zieht sich in den Alltag von uns allen."

Zuvor hatte Streep bereits über die Herkunft vieler der nominierten Stars gesprochen. Hollywood sei voll von Ausländern. "Wenn wir sie alle aus dem Land werfen, gibt es für uns nichts mehr zu schauen außer Football und Mixed Martial Arts", sagte Streep über den Kampfkunst-Sport, von dem Trump ein großer Fan ist.

Die Golden Globes werden vom Verband der Auslandspresse vergeben, sie gelten als Stimmungsbarometer für die Oscar-Verleihung am 26. Februar. "Toni Erdmann" geht für Deutschland auch ins Rennen um eine Oscar-Nominierung. (FR mit afp)

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