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Detective Inspector Alec Hardy (l.) und Detective Sergeant Ellie Miller (m.) ermitteln in „Broadchurch“.

„Nächste Folge - Coronakrisen-Edition“

Mörderisch gut

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Was zieht so in den Bann, dass man sich jeden Tag auf die Couch freut? Tipps für spannende Serien in Zeiten des Coronavirus.

  • Netflix, Amazon Prime und Co. haben in Quarantäne-Zeiten Hochkonjunktur
  • Welche Serien sind so spannend, dass das Coronavirus fast egal ist?
  • Von Mörderjagd, Zeitreisen und Charakterstudien

Nun sind wir also alle schon eine Weile brav zu Hause geblieben. Denn es gibt keine Restaurantbesuche, kein Kino, keine Shopping-Trips, Freunde treffen bitte vermeiden und erst recht keine Party feiern. Um mich herum – am Telefon natürlich – wird daher immer wieder entsetzt gefragt: „Was mach ich denn jetzt nur?“ Es tut mir natürlich leid für die Menschen, die unter dieser Situation leiden. Dass das aber schon sehr privilegierte Probleme sind, soll an dieser Stelle deutlich betont werden. Unser Beitrag zum Abflachen der Infektionskurve ist nun unsere wichtigste Verantwortung als Zivilgesellschaft. Also ab auf die Couch, Serie schauen. Kann man schaffen.

Netflix, Amazon Prime und Coronavirus: Welche Serien fesseln auf die Couch?

Übrigens braucht man keine Angst davor zu haben, durch Streaming zum Zusammenbruch des Internets beizutragen. Die Netzbetreiber merken zwar die höheren Datenmengen, zu Problemen führen sie bisher und wohl auch in Zukunft aber nicht. Das Netz sei für hohe Lastspitzen ausgelegt, die tagsüber auch jetzt nicht erreicht werden.

Wegen der Coronakrise ist die Nutzung von Videostreaming-Diensten wie Netflix zwar in die Höhe geschossen (in der Schweiz drohte gar ein Netflix-Stopp, welch schauderhafte Vorstellung), aber Netflix und Youtube haben reagiert – und drosselten in Europa die Bildqualität. Laut Netflix senkt diese Maßnahme den Datenverkehr um 25 Prozent. Man kann also ohne schlechtes Gewissen weiter streamen.

Zugegeben, das Angebot der gängigen Streamingdienste kann etwas erschlagend wirken, wenn man plötzlich das Geschenk der Zeit erhält und ratlos hin und her switcht. Besonders, wenn man mal Lust auf etwas Ernstes hat, und sich für mehrere Stunden in einer Geschichte verlieren will. Denn sich fortsetzende Erzählungen – egal ob Drama, Thriller oder Krimi – sind ideal für einen Serienmarathon. Nur spannend muss es sein. Was also streamt sich gut und zieht so in den Bann, dass man sich jeden Tag auf die Couch freut?

The Sinner: Verwirrend, aber gut

„The Sinner“(auf Netflix) ist so verwirrend, dass man es geradezu durchsuchen muss. Warum sticht eine gutbürgerliche Familienmutter aus dem Nichts heraus an einem schönen, sonnigen Tag plötzlich auf einen Mann ein? Eine tiefenpsychologische Untersuchung beginnt, die in die Vergangenheit führt und Abgründe aufzeigt.

12 Monkey: Nah an der Realität?

Wem die Story nicht zu nah an der Realität ist, dem sei „12 Monkeys“(auf Amazon Prime) empfohlen. Wie im gleichnamigen Film, wurde die Menschheit von einer Virusepidemie fast ausgelöscht. Wer eigentlich die „12 Monkeys“ sind, wer, wann, warum mit wem wie verwandt ist – und warum das eigentlich alles ein Paradoxon ist, wird wie in jedem guten Zeitreise-Epos nach und nach aufgeklärt. Nicht nur für Fans des Films gute Unterhaltung.

The Affair: Erzählstil auf höchstem Niveau

„The Affair“(auf Amazon Prime) handelt von Entscheidungen und den Folgen, was man im Leben sein will, was uns als Mensch ausmacht. Ein verheirateter Mann verliebt sich in eine verheiratete Frau. Wie ein fallender Dominostein stößt diese Tatsache eine Folge von Ereignissen an. Die Serie glänzt mit brillantem Erzählstil, der mit Perspektivwechseln spielt und entwickelt so Charaktere, die man liebt zu hassen, nur um zwei Staffeln später die so gut gehegte und gepflegte Antipathie über den Haufen zu werfen und den Charakter zum neuen Idol zu ernennen.

Broadchurch: Mörderjagd mit David Tennant

Im britischen Küstenörtchen Broadchurch wird ein Kind ermordet. Wer war es? „Broadchurch“(auf Netflix) erzählt die klassische „Whodunit?“-Geschichte überaus spannend und undurchschaubar. Der als zehnter „Doctor Who“ bekannte David Tennant will den Fall lösen. Es macht Spaß, ihm als grummeligem Ermittler zuzusehen, der sich so grundsätzlich vom überdrehten und fröhlichen Doktor unterscheidet.

Geschmäcker sind verschieden, aber einen allgemeingültigen Tipp zum erfolgreichen Langzeit-Streamen gibt es: Einfach drauf einlassen und sich auf gute Geschichten freuen. So übersteht man auch mal mehrere Wochen zu Hause.

In der dritten Coronakrisen-Edition der Kolumne:Das Erwachen der Nostalgie – Kindheit reloaded auf Disney Plus.

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