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Tochter, Vater, neue Freundin. Emma Drogunova, Dominic Raacke, Andrea Sawatzki.
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Tochter, Vater, neue Freundin. Emma Drogunova, Dominic Raacke, Andrea Sawatzki.

"Südstadt", ZDF

Mitte des Lebens

Pärchen-Film im ZDF: "Südstadt" hat etwas Unversöhnliches, ohne laut zu werden.

Lassen Sie sich bitte nicht davon täuschen, dass dieser Text etwas kurz ist. Auch der ZDF-Montagsfilm „Südstadt“ handelt am laufenden Band davon, dass sie Dinge sich nicht so entwickeln, wie es den hier sanft, aber bestimmt vorgeführten Pärchen angenehm wäre. Es geht um einen außergewöhnlich starken, munteren Fernsehfilm, den anzuschauen sich lohnt, auch wenn Wahrheit immer beunruhigt und verunsichert.

„Südstadt“ hat etwas Unversöhnliches, ohne laut zu werden. Nicht die Anlage des von Matti Geschonneck inszenierten Drehbuchs von Magnus Vattrodt ist spektakulär, sondern die konsequente, geradezu schonungslose Durchführung. Man findet sich ja schnell zurecht zwischen den sympathischen und vertrauten Akademikerinnen und Akademikern in einer Kölner Lage, in der man sich Reste von Studentengefühlen mit etwas Glück und Geld noch erhalten kann. In der Hausgemeinschaft hat einer den anderen nachgezogen. Die Paare sind geradezu befreundet.

Das Besondere ist nicht, dass die Gesamtschullehrerin Anne (Anke Engelke) fremd geht und ihr Mann, der Soziologe Martin (Matthias Matschke), sich monatelang nicht traut, ihr zu sagen, dass sein Uni-Job weg ist (seine Ausreden, warum es so kam, sind hingegen schon ziemlich originell, u. a. geht es um eine bevorzugt eingestellte Rollstuhlfahrerin); oder dass die Ärztin Eva (Andrea Sawatzki) den Personalberater Thomas (Dominic Raacke) arg schnell bei sich einziehen lässt; oder dass Saskia (Bettina Lamprecht) wieder arbeiten will, während Kai (Alexander Hörbe) als freiberuflicher Fernsehjournalist keineswegs darauf eingestellt ist, sich um die kleine Tochter zu kümmern. Das ist alles schön und interessant.

Das Besondere ist aber nun, wie es weitergeht. Entscheidungen werden getroffen und lösen sich in Luft auf. Entscheidungen werden getroffen und sind falsch, aber das stellt sich zu spät heraus. Entscheidungen werden nicht getroffen (das vor allem). Was der Mensch aussitzt und aushält, wofür er zu schlapp, unentschlossen, verliebt, freundlich, konfliktscheu, mitleidig ist: All das sieht man hier mit einem von Geschonneck glänzend geführten Ensemble. Überraschend ist das im Unüberraschenden. Im Leben ist es andauernd so, im Fernsehfilm fast nie.

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