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„Pure“: Charlie hat kapiert, wie Marnies Problem heißt.
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„Pure“: Charlie hat kapiert, wie Marnies Problem heißt.

Zwangsstörung „Pure O“

Miniserie „Pure“ auf ZDFneo: Vielleicht hilft die Filzgruppe

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
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„Pure“, eine britische Mini-Serie über eine junge Frau mit einer Zwangsstörung.

Eine junge Frau, die bei jeder Gelegenheit, besonders bei den unpassenden, an Sex denken muss – und deren Problem in einer Comedy-Mini-Serie der BBC verarbeitet wird? Ist es ein Fehler, bei dieser Ankündigung an scharfen, schwarzen, gern auch albernen britischen Humor zu denken? Ja, es ist ein Fehler. „Pure“, dessen sechs 35-minütige Folgen ZDFneo ab 23.40 Uhr hintereinander weg zeigt, nimmt sein Thema ernst und genau. Zu lachen gibt es nichts.

Nah an der Realität

Die Autorin Rose Cartwright, auf deren Buch die Serie basiert, leidet unter „Pure O“, einer Zwangsstörung, die nicht wie bei der bekannteren Variante dazu führt, dass sie ständig putzt, sondern von Gedanken an Sex regelrecht überfallen wird. Kirstie Swain, die das Buch für die Serie adaptiert hat, plagen Panikattacken. So dass „Pure“ – und dafür wurde die Serie sehr gelobt – nah an der Realität einer schlimmen Störung ist und für diese sensibilisieren soll und kann. Marnie (Charly Clive) ist 24, seit zehn Jahren schon leidet sie unter Pure O, ohne zu wissen, dass es eine Bezeichnung für ihre krassen Bilder und Gedanken gibt. Im Familienkreis blieb sie bisher verschont, doch als sie auf der Hochzeitstag-Feier ihrer Eltern eine Rede halten will, fallen in ihrer Fantasie alle in einer wilden Orgie übereinander her. Klar, dass das für sie kein Spaß ist.

Aus einem kleinen Ort im Norden kommend, flüchtet sie nach London und fühlt sich dort erstmal herrlich befreit: Es kennt sie ja niemand. Sie drängt sich, weil sie irgendwo wohnen muss, einer ehemaligen Schulfreundin auf. Probiert dann bald lesbischen Sex, denn es könnte ja sein, dass sie ihre Neigung verdrängt. Trinkt viel zu viel Alkohol. Macht permanent Männer an, fällt manchmal regelrecht über sie her. Versucht es mit den Anonymen Sexsüchtigen. Mit der „Filzgruppe“, denn vielleicht kann Handarbeit ablenken. Sucht eine psychologische Beratung auf. Aber erst der pornosüchtige Charlie (Joe Cole) kann ihr wenigstens insofern helfen, dass er in der Bibliothek recherchiert und den Begriff für ihre Krankheit findet.

„Pure“ zeigt ein London der Hübschen, Jungen, Diversen, Zukunftsfrohen. Wohnraum ist knapp und teuer, aber für eine coole Party ist immer Platz in der Wohngemeinschaft. Oder im schicken Loft, das auch als Großraumbüro dient. In Großbritannien lief „Pure“ Anfang 2019, natürlich hält hier keiner und keine Abstand.

„Pure“, ZDFneo, Fr., ab 23.40 Uhr. Und in der ZDF-Mediathek.

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