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Serie

Netflix: Michelle Obama bringt mit „Waffel und Mochi“ eine queere Biene groß raus

  • Sonja Thomaser
    VonSonja Thomaser
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In der Netflix-Serie „Waffel und Mochi“ von Michelle Obama könnte „Busy die Biene“ schwul sein oder auch nicht. Puppenspieler Jonathan Kidder möchte damit vor allem LGBTQ-Kinder inspirieren.

  • Die Produktionsfirma „Higher Ground“ von Michelle und Barack Obama produziert eine Kinderkochshow.
  • „Waffel und Mochi“ auf Netflix soll Kindern zu einer gesunden Ernährung verhelfen.
  • Busy die Biene könnte als queerer Charakter mehr Vielfalt ins Kinderprogramm bringen.

Scotts Valley - Michelle Obama hatte als First Lady eine Mission: Die Kinder in den USA zu ermutigen, gesünder zu essen. Nun wird ihre Mission global. Die ehemalige First Lady startet im Rahmen des Produktionsvertrags zwischen Netflix und der Produktionsfirma „Higher Ground“, die sie mit ihrem Ehemann, dem ehemaligen Präsidenten Barack Obama, gegründet hat, eine Kinderkochshow auf Netflix.

Die neue Netflix-Serie „Waffel und Mochi“ von und mit Michelle Obama zeigt Kindern mit niedlichen Puppen, Albernheiten und sarkastischem Humor, wie viel Spaß gesunde Ernährung machen kann und dass kochen die Menschen zusammenbringt.

„Waffel und Mochi“ auf Netflix: Von der Tiefkühlwelt in den Supermarkt von Michelle Obama

Waffel, der Vater ist eine Tiefkühlwaffel, die Mutter ein Yeti, und der kleine Mochi, familiärer Hintergrund unklar, haben ein großes Ziel: Chefköche zu werden. Sie lieben Essen und alles, was damit zu tun hat. Blöd ist nur: Sie leben im Land der Tiefkühlkost mit nicht allzu viel kulinarischer Vielfalt - da gibt es dann Eiswürfel mit geraspeltem Eis. „Das passt gut dazu“, sagt Waffel.

Michelle Obama mit Waffel und Mochi.

Sie nutzen die Chance und hauen in dem Lieferwagen eines Supermarktes aus der Eiswelt ab. Angekommen in jenem Supermarkt beginnt für die beiden, fasziniert von den vielen frischen Lebensmitteln, denn sie kennen natürlich nur Tiefgekühltes, ein wunderbares Abenteuer rund um das Thema Essen. Die Inhaberin des Marktes, Michelle Obama höchstpersönlich, gibt den beiden einen Job. Sie lernen in Reisen rund um die Welt Tomaten, Kartoffeln, Reis und vieles mehr kennen.

Homosexualität Tabuthemen im Kinderprogramm - „Waffel und Mochi“ auf Netflix will das ändern

Die Message der Netflix-Serie von Michelle Obama ist klar: Kindern Lebensmittel näher zu bringen. Weg vom Tiefkühl, Lust auf Frisches machen. Aber nicht nur das: In einem Pizzarestaurant, in dem nur Gehörlose arbeiten, lernen Waffel und Mochi gelebte Inklusion kennen und wie man sich mit Zeichensprache verständigt.

Ein Highlight der Serie ist Busy die Biene. Die stets verärgerte, sarkastische, aber äußerst professionelle Biene steht Michelle Obama mit Rat und Tat zur Seite. „Du brauchst ein bisschen Herzhaftes. Du brauchst ein bisschen Süßes“, sagt Jonathan Kidder, der Puppenspieler hinter Busy dem Onlineportal „Daily Beast“. „Und ich bringe das Gewürz rein.“

Das ist es auch, was er mit Busys Charakter rüberbringen will: Eine inhärente Keckheit, die bei einem jungen LGBTQ-Publikum Anklang findet - zumal Homosexualität weiterhin eines der letzten Tabuthemen im Kinderprogramm ist. Kidder ist einer der wenigen offen schwulen Puppenspieler im Kinderprogramm.

„Waffel und Mochi“ auf Netflix: „Alle Puppen sind ein bißchen schwul“

Sein Engagement bei „Waffel und Mochi“ war eigentlich nur als Puppenspielassistent gedacht. Beeindruckt von seiner Energie baten ihn die Macher:innen aber, sich der Besetzung als Busy die Biene anzuschließen - eine Figur, die sich zu diesem Zeitpunkt noch in der Entwicklung befand, von der sie jedoch glaubten, dass sie von Kidders „trockenem, schwulem Arsch“ profitieren könnte, wie er es im „Daily Beast“ ausdrückt.

Niemand sagt, dass Busy wirklich eine schwule Biene ist. Wenn Kidder danach gefragt wird, scherzt er: „Seien wir ehrlich. Alle Puppen sind ein bisschen schwul.“ Tatsache ist jedoch, dass er dazu gebracht wurde, den Charakter zu spielen, weil er derjenige ist, der er ist. „Sie sagten nie offen: ‚Wir brauchen dich, um so schwul wie möglich zu sein‘“, erklärt Kidder. „Aber ich hatte das Gefühl, dass es ihnen gefallen hat, dass ich diese Vielfalt eingebracht habe. Meine Aufgabe war es, den Charakter bunt sein zu lassen.

Michelle Obamas „Waffel und Mochi“: LGBTQ-Repräsentation für Kinder wichtig

„Als ich ein schwules Kind war, hätte ich es wirklich geschätzt, einen solchen Charakter zu sehen, der sich so anfühlt, wie ich mich innerlich gefühlt habe“, erklärt er. „Das war vielleicht etwas extravaganter. Aber männlich. Das war vielleicht etwas frecher. Aber auch ein Typ. Dann zu erfahren, dass die Person, die diesen Charakter spielt, ein stolzer schwuler Mann ist, wäre großartig gewesen, als Kind zu erleben“, sagt Kidder dem „Baily Beast“.

„Aber was ist mit den Kindern? Was ist mit den unschuldigen Kindern, deren Realität nicht bestätigt wird?“

Jonathan Kidder

Der Fortschritt bei der Darstellung von Homosexualität in der Kinderunterhaltung geht in sehr kleinen, sehr langsamen Schritten voran. Und wenn es geschieht, ergeben sich vorhersehbare Gegenreaktionen von konservativen Kritiker:innen, die sich über „Familienwerte“ und angebliche „moralischen Gefahren“ der Einführung von Kindern in die LGBTQ-Gemeinschaft Gedanken machen.

„In der Branche machen wir uns Sorgen um die konservativen Leute. Wir wollen einen so großen Teil des Publikums nicht verärgern“, sagt Kidder dem „Daily Beast“. „Aber was ist mit den Kindern? Was ist mit den unschuldigen Kindern, deren Realität nicht bestätigt wird?“

Diese Kinder schaffen sich ein falsches Selbst, so Kidder. „Man schafft eine anpassungsfähige Persönlichkeit, um die Welt zu überleben, weil man denkt, was man ist, ist nicht gut genug und funktioniert nicht“, fährt er fort. „Das ist eine sehr schlechte Sache. Machen wir uns keine Sorgen mehr um die konservative Sichtweise. Fangen wir an, uns mit den jungen, unschuldigen Menschen zu befassen, die einfach so akzeptiert werden müssen, wie sie sind.“ (Sonja Thomaser)

Rubriklistenbild: © Netflix

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