Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Entertainerin Olivia Jones und Schauspielerin Sophia Thomalla zu Gast bei Maischberger.
+
Entertainerin Olivia Jones und Schauspielerin Sophia Thomalla zu Gast bei Maischberger.

Maischberger, ARD

#Metoo: Beleidigung für Vergewaltigungsopfer?

  • VonTimo Lehmann
    schließen

"Panikjahr 2017: Besser als befürchtet?", so die Titelfrage bei Maischberger am späten Mittwochabend. Im Potpourri der Rückschau verlief sich die Runde zumeist in Geschwafel.

AfD, Trump, #metoo-Debatte, G20, Martin Schulz, Erdogan – bei Maischberger widmete sich die Talkrunde in der letzten Sendung des Jahres den Themen der vergangenen zwölf Monate. „Panikjahr 2017: Besser als befürchtet?“, so die Titelfrage am späten Mittwochabend.

Im Potpourri der Rückschau verlief sich die Runde aber zumeist in Geschwafel. Die Schauspielerin Sophia Thomalla kritisiert ihre amerikanischen Kolleginnen, die mit dem Hashtag #metoo in den sozialen Netzwerken den erfahrenen Sexismus beklagen, was sie vor 20 Jahren genauso gut hätten tun können. „Diese ganze Debatte ist eine Beleidigung für alle echten Vergewaltigungsopfer.“ Die wahren Opfer seien die Frauen, die in Abhängigkeiten verfangen seien, etwa in den Bürojobs, nicht die millionenschweren Künstlerinnen. Bedeutet 2017 der Anfang vom Ende für die Ära Merkel? „Ich fühle mich unter ihrer Führung sehr sicher“, bekräftigt Thomalla, die schon im Wahlkampf die Kanzlerin unterstützt hat.

„Entweder wir geißeln Schulz oder Trump?“

Ihren Kontrahenten im Wahlkampf, Martin Schulz, könne man als Verlierer des Jahres bezeichnen, wirft die Moderatorin als These ein. Der SPIEGEL-Autor Markus Feldenkirchen, der den Schulz‘ Wahlkampf aufwendig reportierte, glaubt, Schulz hätte vor der Wahl über seine Schwächen sprechen können, die Feldenkrichen in seinem Artikel nach der Wahl veröffentlichte. Die Authentizität, die in der SPIEGEL-Reportage durchschimmerte, hätten Schulz womöglich einige Wähler mit ihrer Stimme gedankt.

Kann ein Wehleidiger ein Kanzler sein? „Entweder wir geißeln Schulz oder Trump?“, fragt der Fernsehmoderator Peter Hahne. Man könne nicht auf der einen Seite das zu große Ego Trumps kritisieren und gleichzeitig auf Schulz herumreiten, weil er mit Selbstzweifeln hadert.

Der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff berichtet, dass er bis heute von Türkeistämmigen in Deutschland für seine einstige Figur „Ali“, mit der er früher für das Buch „Ganz unten“ verdeckt recherchierte, angesprochen wird. Der türkische Präsident Erdogan sei ein „unberechenbarer Diktator“. Trotz seiner vehementen öffentlichen Kritik am türkischen Staatspräsidenten, reist Wallraff weiterhin in die Türkei. „Das sind wir den dort inhaftierten Kollegen schuldig.“ Man könne das Land nicht meiden, sonst beuge man sich dem Autokraten. Das Gefängnis sei der „anständigste Ort“ in solchen Staaten.

Zu den erfreulicheren Ereignissen des Jahres gehörte die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Feldenkrichen befürwortet die Reform, wertet Merkels Agieren allerdings als „verhuscht“. Ihr Vorgehen zeuge von einem Mangel an politischer Haltung. Hier wurde konservatives Tafelsilber über Bord geworfen? „Die Ehe für alle ist für mich das Ereignis des Jahres“, sagt Olivia Jones. Jahrzehnte habe die Minderheit für gleiche Rechte gekämpft, der 1. Oktober sei nun ein Feiertag, der die Gesellschaft nur bereichere.

So plätscherten die 75 Minuten „Maischberger“ vor sich hin, die Runde sprang von Thema zu Thema, zu dem alle Gäste ihre Meinung äußerten. Eine Frage habe man bewusst ausgelassen, sagt Maischberger zum Ende der Sendung: Wann und welche Regierung es in Deutschland bald geben würde. Gut möglich und zu wahrscheinlich sei es, dass man sich auch noch im folgenden Jahr damit beschäftigen werden müsse.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare