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Armin Laschet: Klimaschutz muss für die Wirtschaft praktikabel sein.
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Armin Laschet: Klimaschutz muss für die Wirtschaft praktikabel sein.

Polit-Talk „Maybrit illner“ (ZDF)

Armin Laschet bei Maybrit Illner: Allseits Kritik am Kanzlerkandidaten

  • Bettina Schuler
    VonBettina Schuler
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Nordrhein-Westfalen wird von einer Natur-Katastrophe heimgesucht. Ministerpräsident Armin Laschet muss sich bei Maybrit Illner unangenehmen Fragen stellen.

Berlin - „Die Priorisierung der Wirtschaft geht mir auf den Sack“, stellt der Autor und Moderator Eckart von Hirschhausen in der aktuellen Sendung von Maybrit Illner (ZDF) fest. Damit spricht er sehr vielen Menschen aus der Seele. Denn wer angesichts der Bilder aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nicht begriffen hat, welche Folgen der Klimawandel für uns hat, der muss den Kopf schon in den Sand stecken.

So wie NRW-Ministerpräsident und Kanzlerkandidat Armin Laschet von der CDU, der zu Beginn der Sendung aus Stolberg zugeschaltet ist und der, obwohl er mit seinen eigenen Füßen im Dreck steht, immer noch der Meinung ist, dass Klimaschutz für die Wirtschaft praktikabel sein muss. Umweltschutz also ja, aber bitte nur, wenn unser Wachstum damit nicht in Gefahr gerät. Vielleicht sollte Laschet dem Rat von Eckart von Hirschhausen folgen, der jedem Menschen, der glaubt, dass die Wirtschaft wichtiger als die Gesundheit ist empfiehlt, sein Geld zu zählen, während er die Luft anhält. „Mutter Erde ist krank“, so Hirschhausen bei Maybrit Illner (ZDF). Und „das ist jetzt kein esoterisches Gewäsch.“ Leider fehle jedoch der politische Wille, sie zu retten.

Maybrit Illner (ZDF): Armin Laschet und Karl Lauterbach kommen zu Wort

Das sieht die Ökonomin Claudia Kempfert, ganz genauso. „Technisch sei das alles möglich“, sagte sie, es hapere in der Vergangenheit aber „am politischen Willen“. Deshalb müsse man in Sachen erneuerbare Energien, Ausbau des Bahnverkehres, Verkehrswende und Elektroverkehr „den Turbo“ einlegen.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach sieht das wesentlich pessimistischer. Der Ausbaupfad, auf dem Deutschland unterwegs sei werde nicht ausreichen, um innerhalb der nächsten fünfzehn Jahre zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umzuschwenken. Selbst Teile der Regierung „insbesondere Peter Altmaier würden daran nicht mehr glauben und über solche „Hirngespinsten“ wie dem Import von erneuerbaren Energien nachdenken.

Maybrit Illner (ZDF) - Die Gäste am 15.07.2021
Armin Laschet (CDU)Ministerpräsident NRW, Kanzlerkandidat und Parteivorsitzender
Eckart von HirschhausenArzt, Moderator, Unterstützer „Scientists for Future“
Karl LauterbachMediziner und Gesundheitsökonom, Bundestagsabgeordneter SPD
Claudia KemfertLeiterin der Abteilung „Energie, Verkehr und Umwelt“ am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und sowie Professorin an der Leuphana Universität Lüneburg
Andreas JungKlimaexperte der Unionsfraktion, Stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion
Christiane HoffmannAutorin im Hauptstadtbüro des Spiegel
Katja HornefferMeteorologin, ZDF-Wetterredaktion

Maybrit Illner (ZDF): Andreas Jung widerspricht der Kritik an Armin Laschet

Da muss Andreas Jung, Klimaexperte der CDU, natürlich sofort widersprechen. Seine Partei sei sehr wohl dafür, dass die erneuerbaren Energien ausgebaut werden müssen, ja, man müsse sie geradezu „entfesseln“. Schade nur, dass in dem Parteiprogramm der CDU nicht steht, wie diese Entfesselung konkret vonstattengehen soll.

Doch die Spiegel-Journalistin Christiane Hoffmann bezweifelt so oder so, dass die Bürger in ihrer Mehrheit zu dieser Entfesselung bereit sind. „In dem Moment, wo die Grünen gesagt haben, mit uns wird der Sprit 16 Cent teurer sind sie zwei Punkte in den Umfragen abgesackt“ , erinnert sie die Talk-Show-Gäste.

Maybrit Illner (ZDF): Es geht um Klimawandel und Benzinpreise

Doch was sind 16 Cent für den Sprit im Vergleich zu den Folgen des Klimawandels, die Kanada, Nordamerika und der Westen Deutschlands in ihren Ansätzen gerade eben zu spüren bekommen?

Was werden wir unseren Enkelkindern sagen, wenn sie in zwanzig Jahren vor uns stehen und uns fragen, warum uns unsere Wirtschaft wichtiger war als die Rettung der Welt?

Zur Sendung

Maybritt Illner – der Polit-Talk im ZDF. Thema: „Regenflut und Hitzerekorde – schutzlos in der Klimakrise?“, vom Donnerstag, den 15. Juli 2021, um 22:15 Uhr im ZDF. Die Sendung in der Mediathek.

Wir laufen sehenden Auges in die Katastrophe. Und anstatt wie Hirschhausen es in der Sendung so schön sagt wie bei jedem kranken Menschen erst eine Diagnose zu stellen, um dann mit der Therapie zu beginnen, trauen wir uns nicht, die Wahrheit über die Klimakrise zu benennen.

Denn die Wahrheit würde offenbaren, dass die einzige wirkungsvolle Therapie ein kompletter wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Wandel ist. (Bettina Schuler)

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