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Bei Maybrit Illner (ZDF) Thema: „Hat Europa die Kontrolle verloren?“
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Bei Maybrit Illner (ZDF) Thema: „Hat Europa die Kontrolle verloren?“

Talkshow

Maybrit Illner (ZDF): Corona-Krise und Impfstoff-Chaos - Schadenfreude bei den Briten über Rest-Europa

  • Daland Segler
    vonDaland Segler
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Bei Maybrit Illner widmet sich die Runde im ZDF der Corona-Krise und dem Impfstoff-Chaos.

  • Corona kennt keine Grenzen – seine Mutanten erst recht nicht.
  • Trotz sinkender Zahlen in Deutschland hat das Virus Europa weiter fest im Griff.
  • Ein Grund: Die Impfstoff-Beschaffung hier läuft schlechter als im Rest der Welt.

Berlin – Bis Ende 2020 konnte man das Gefühl haben, die Bundesregierung habe beim Umgang mit der Corona-Pandemie relativ wenig falsch gemacht. Zudem schien mit dem Eintreffen des Impfstoffs etwas Hoffnung auf. Die ist nun perdu. Und die Zufriedenheit mit den Politikern in Berlin auch. Haben Kanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn zu voreilig und unbegründet auf bessere Zeiten verwiesen, Hoffnung geschürt, obwohl sie sich auf dünnem Eis bewegten?

„Virus ohne Grenzen – hat Europa die Kontrolle verloren?“, lautete das Thema bei Maybrit Illner (ZDF), aber mit dem Blick zurück hielt sich die Runde nicht lange auf. Peter Altmaier gestand immerhin, dass man eine gesamteuropäische Antwort auf die Pandemie „leider nicht erreicht“ habe. Aber Dany Cohn-Bendit verwies zu Recht auf die Ministerpräsidenten: Wenn schon die 16 sich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen mit der Bundesregierung einigen könnten, wie solle man das dann von 26 EU-Staaten erwarten? Zudem gebe es keine europäische Zuständigkeit für Gesundheit, und dieser nationale Egoismus fällt den Europäern jetzt auf die Füße. Christian Lindner sprach sich deshalb für einen EU-Impf-Gipfel aus, während Altmaier doch noch schnell die Schuld bei anderen suchen wollte, die zu spät reagiert hätten.

Maybrit Illner (ZDF): Leichte Schadenfreude bei den Briten

Aber Lindner wäre nicht in der Opposition, hätte er nicht doch noch ein wenig Kritik in petto: Man habe alles auf den Impfstoff gesetzt; jetzt gelte es, die Prioritäten neu zu überdenken, etwa was die Impfung der Lehrkräfte angehe.

Maybrit Illner (ZDF): Die Gäste
Peter Altmaier (CDU) Bundeswirtschaftsminister
Christian Lindner (FDP) Partei- und Fraktionsvorsitzender
Daniel Cohn-Bendit (Die Grünen)EU-Abgeordneter

Die Sendung Maybrit Illner (ZDF) war durch die Wahl der Gäste als europäischer Austausch angelegt, und so konnte zunächst Diana Zimmermann aus London berichten, dass es schon eine „zarte Schadenfreude“ bei den Briten gebe angesichts des Mangels in Rest-Europa, zumal der Brexit gar nicht gut laufe und der britische Vorsprung beim Impfen deshalb Boris Johnson zupass käme. Die Briten hätten die Eigenschaft, in Notlagen „unheimlich gut“ mobilisieren zu können, erklärte Cohn-Bendit. Aber würden sie, fragte Illner in gespielter Naivität, den Europäern etwas abgeben? Das konnte sich Diana Zimmermann erwartungsgemäß nicht vorstellen.

Maybrit Illner (ZDF): Altmeier erntet Widerspruch von Lindner

Was die Not angeht, kam die Rede bei Maybrit Illner auf eine Notverordnung, von der Cohn-Bendit aber nichts wissen wollte, das wäre ihm zu viel Risiko –„wenn es schief geht“. Aber Zwangs-Lizenzen konnte sich Minister Altmaier immerhin „als Mittel der letzten Wahl“ vorstellen – erntete aber Widerspruch des Liberalen, der auf das geistige Eigentum der Pharmakonzerne verwies. „Das hieße, das Kind mit dem Bade ausschütten“, so Lindner im ZDF. Cohn-Bendit riet, Geld in die Hand zu nehmen und Lizenzen zu kaufen, und das zu beschleunigen, sei nun Aufgabe der Bundesregierung. Er erntete allgemeine Zustimmung. Und Altmaier wagte ein neues Verspechen: Bis 21. September werde man „jedem ein Impfangebot machen können“. Das Jahr nannte er nicht...

Maybrit Illner (ZDF): Das Problem ist die ganze Welt, sagt Cohn-Bendit

Doch der ehemalige grüne Europapolitiker Cohn-Bendit wollte den Blick im ZDF ohnehin weg vom Nationalen lenken. Unser Problem sei nicht Deutschland oder Europa, sondern die ganze Welt. So seien gerade mal 40 Millionen Impfdosen für vier Milliarden Menschen auf den Rest der Welt verteilt worden. Da sieht der grüne Politiker auch eine Chance für den neuen US-Präsidenten: Wenn der mit der WHO und den Europäern zusammen agiere, habe er eine Chance, sich gegen die chinesische Konkurrenz zu behaupten. Biden habe mittels Gesetz und 1,9 Billionen Dollar versucht, die Versäumnisse Donald Trumps schnell zu korrigieren, berichtete Cathryn Clüver Ashbrook

Maybrit Illner (ZDF): „Europa hat das beste Gesundheitssystem der Welt“

Doch die Europäer werden sich unabhängig von den USA auf Gemeinsamkeiten besinnen müssen. Tonia Mastrobuoni, aus Rom zugeschaltet, verwies bei Maybrit Illner auf die Euro-Bonds als ein Mittel auf dem Weg zu größerer Einigkeit. Ob die Pandemie uns zu besseren Europäern mache, wollte Illner wissen. Das werden wir vielleicht erleben, aber Dany Cohn-Bendit hielt schon einmal fest: „Europa hat das beste Gesundheitssystem der Welt.“ (Daland Segler)

Zur Sendung: Maybrit Illner, ZDF, vom Donnerstag, 28. Januar, 22.15 Uhr. Die Sendung im Netz.

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