„maybrit illner“ (ZDF) mit dem Thema „Corona-Chaos – gerät die Pandemie außer Kontrolle?“
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„maybrit illner“ (ZDF) mit dem Thema „Corona-Chaos – gerät die Pandemie außer Kontrolle?“

TV-Kritik

Bodo Ramelow bei Maybrit Illner (ZDF): „Wir sind nicht 16 Dödel“

  • vonJosephine von der Haar
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Bei Maybrit Illner (ZDF) diskutieren die Gäste über die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz zu Corona - und Bodo Ramelow ist der Bundeswehr dankbar.

  • Thema der Talkshow von Maybrit Illner im ZDF: „Corona-Chaos – gerät die Pandemie außer Kontrolle?“
  • Maybrit Illner zur Frage:  Braucht das Land neue Verbote oder nur mehr Kontrollen?
  • Zu Gast sind unter anderen Manuela Schwesig (SPD) und Bodo Ramelow (Die Linke).

Das Bund-Länder-Treffen zur Festlegung neuer Corona-Regeln war nicht nur am Mittwochabend in aller Munde, es beherrscht auch weiterhin die Diskussionen in den Medien. Maybrit Illner diskutiert im ZDF mit ihren Gästen über die neu festgelegten Regeln – und über die Unklarheiten, beispielsweise beim Beherbergungsverbot. Mit der Rede vom „Corona-Chaos“, wie es im Titel der Sendung heißt, sind jedoch nicht alle Gäste einverstanden.

Bodo Ramelow bei Maybrit Illner (ZDF): „Wir sind nicht 16 Dödel“

Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, wünscht sich beispielsweise, dass der öffentliche und mediale Diskurs stärker auf das gemeinsame Beschlossene schauen würde und weniger auf die Uneinigkeit bezüglich des Beherbergungsverbots. „Wir sind nicht 16 Dödel“, sondern die Ministerpräsidenten hätten sich acht Stunden zusammengesetzt und einheitliche Maßnahmen beschlossen, sagte Ramelow bei Maybrit Illner im ZDF.

Reizthema Beherbergungsverbot im ZDF-Talk bei Illner

Bei Maybrit Illner ging es dann dennoch eine geschlagene halbe Stunde um das Beherbergungsverbot. Dass dabei unter den Ministerpräsident*innen Uneinigkeit herrscht, war schon vor dem gestrigen Treffen bekannt; Viele hatten wohl damit gerechnet, dass es ganz gekippt würde. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bringt bei Maybrit Illner im ZDF noch einmal ihren Vorschlag ins Spiel, die Amtsärzt*innen in Risikogebieten sollten über die Ausreise der Bürger*innen bestimmen. Das würde eine differenziertere Beurteilung ermöglichen, als die derzeitigen Beherbergungsverbote. Ramelow stimmt diesem Vorschlag zu und auch ansonsten scheinen in der Runde alle recht zufrieden damit. Man fragt sich, woran der Vorschlag gestern scheiterte.

Maybrit Illner (ZDF): Die Menschen sind verunsichert

Bei den Zuschauenden im ZDF hinterlässt diese Unterhaltung ein mulmiges Gefühl. Wie lange es wohl dauert, bis Schwesigs Vorschlag in die Tat umgesetzt wird? Nach dem Hin und Her der letzten Wochen bezüglich des Beherbergungsverbots herrscht derzeit Unsicherheit, ob man sich auf den festgelegten Zeitraum bis zum 08. November, an dem erneut diskutiert werden soll, wirklich verlassen werden kann. Diesen Eindruck bestätigt bei Maybrit Illner auch Caroline von Kretschmann. Sie betreibt das Hotel Europäischer Hof in Heidelberg. Trotz des heute in Baden-Württemberg gekippten Beherbergungsverbot, trudeln bei ihr weiter die Stornierungen ein. Die Menschen seien verunsichert, so von Kretschmann.

Ansonsten herrscht in der Runde bei Maybrit Illner im ZDF viel Einigkeit was die beschlossenen Maßnahmen betrifft. Insbesondere die Ampel-Regelung, nach der nun schon bei einer Inzidenz von 35 erste verschärfte Maßnahmen in Kraft treten sollen, stößt auf Zustimmung. Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit weist darauf hin, dass das Ampel-System auch nach der Art des Ausbruchs differenziert betrachtet werden müsse. So macht es beispielsweise einen Unterschied, ob es einen lokalen Ausbruch innerhalb einer Stadt gibt oder ob innerhalb dieser Stadt viele kleine Ausbrüche und damit eine diffuse Verbreitung des Virus festzustellen ist.

Maybrit Illner (ZDF): Bodo Ramelow dankt der Bundeswehr

Außerdem pocht der Virologe bei Maybrit Illner immer wieder darauf, dass die Regelungen auch eingehalten und vor allem kontrolliert werden müssen. Dafür müssten auch die Ordnungsämter sowie die Polizei sorgen, stimmt ihm Ramelow zu. Insbesondere die Bundeswehr hilft den Gesundheitsämtern bereits in einigen Orten bei der Kontaktverfolgung, da es hier an dringend benötigtem Personal fehlt. So geschehen unter anderem bereits im thüringischen Sonneberg. „Ich bin der Bundeswehr sehr dankbar“, sagt Ramelow. Ein Satz, den wohl Wenige aus dem Mund eines Linken-Politikers erwartet hätten. (Von Josephine von der Haar)

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