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„maybrit illner“ mit dem Thema „Welle oder Wende – ändert Omikron die Corona-Politik?“
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„maybrit illner“ mit dem Thema „Welle oder Wende – ändert Omikron die Corona-Politik?“

TV-Talk

Maybrit Illner (ZDF): Virologin benennt das große Problem in der Pandemie

  • Jendrik Walendy
    VonJendrik Walendy
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Maybrit Illner diskutiert im ZDF-Talk mit ihren Gästen darüber, ob die Corona-Pandemie an einem Scheidepunkt angelangt sei.

Frankfurt am Main - „Welle oder Wende”, unter diesem Motto diskutierte Maybrit Illner am Donnerstagabend mit ihren Gästen darüber, ob die Corona-Pandemie nun an einem Scheidepunkt angelangt sei. In Anbetracht der milden Verläufe würden wir „nicht über Omikron reden“, wenn alle ‚geboostert‘ wären, so der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar zu Beginn der Sendung. Die Frage der Impfpflicht wurde in der Sendung dann auch intensiv diskutiert. Doch zunächst ging es um eine Lagebeschreibung angesichts der heranrollenden Omikron-Welle.

Der zugeschaltete bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek verteidigte Bayerns widerständiges Verhalten in der letzten Ministerpräsidentenkonferenz und vertrat klar die Position von Markus Söder, der in einem Einspieler vom „Team Vorsicht“, aber auch vom „Team Augenmaß“ sprach, als das die Bayern sich definierten. Die ebenfalls zugeschaltete Manuela Schwesig vertrat, wie wiederholt an diesem Abend, eine gegensätzliche Position. Als Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns habe sie wiederholt erlebt, wie Bürger:innen in andere Bundesländer reisten, um die bei ihnen geltenden Regeln zu umgehen. Daher wären länderübergreifende, einheitliche Regeln ein wichtiges Signal. Die Journalistin Eva Quadbeck vom Redaktionsnetzwerk Deutschland verurteilte den bayerischen Alleingang als „Oppositionspolitik“.

Maybrit Illner moderiert ihre Gäste im ZDF-Talk wenig zimperlich ab

Mit Blick auf die heranrollende Omikron-Welle sagte die Virologin Melanie Brinkmann, die dritte Impfung helfe sehr, aber das große Problem seien die Ungeimpften in Deutschland. Yogeshwar sprach zwar vom „Ausbleichen der Pandemie“, sagte aber wenig optimistisch über den nicht geimpften Teil der Bevölkerung: „Bei denen sieht der Verlauf anders aus“. Die Lage in den USA, Großbritannien und Frankreich zeige zudem: „Diese Wand, die kommt.“

Illner, die in dieser Sendung ihre Gäste oft wenig zimperlich und teilweise vorschnell abmoderierte, hatte es sich anscheinend zum Ziel gesetzt, in 65 Minuten alle Aspekte der aktuellen pandemischen Lage zu beleuchten. Dadurch wurden wenige Themen wirklich vertieft, andererseits führte die Moderatorin ungewöhnlich stringent durch den Abend und lieferte im Gespräch mit ihren Gästen eine klare Bestandsaufnahme der aktuellen Situation.

Maybrit Illner wirft im ZDF-Talk auch einen Blick auf Spanien

Dazu gehörte auch der Blick nach Spanien, das trotz der „irrsinnigen Inzidenz“, so Illner, keine weiteren Maßnahmen beschließt. Die kurzzeitig ins Studio geschaltete Korrespondentin Anne Arend erläuterte, dass die Einstellung der Spanier:innen mittlerweile sei: „Das Virus trifft mich ohnehin.“ Jetzt ginge es vor allem darum, die kritische Infrastruktur aufrecht zu erhalten, was das Land mit der Verkürzung der Quarantäne auf sieben Tage versuche. Die Gefahr schwerer Verläufe sei in dem Land nicht so akut, da es eine sehr hohe Impfquote gibt.

Dass diese im Gegensatz zu Deutschland so unkompliziert erreicht wurde, dass liege an dem Schock der ersten Welle, die das Land so schwer getroffen hat. Auch der daraus resultierende harte Lockdown habe die Menschen abgeschreckt und dazu geführt, dass sie eine Wiederholung dessen unbedingt vermeiden wollten. Das hohe Vertrauen ins Gesundheitssystem und die zentrale Vergabe von Impfterminen hätten sich zusätzlich positiv ausgewirkt, so Arend.

Maybrit Illner - Sendung vom 13.01.2022Die Gäste
Manuela Schwesig (SPD)Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommern
Ranga YogeshwarWissenschaftsjournalist, Autor, Physiker
Melanie BrinkmannVirologin
Klaus Holetschek (CSU)Gesundheitsminister Bayern
Eva QuadbeckRedaktionsnetzwerk Deutschland (RND)
Anne ArendZDF-Korrespondentin

Maybrit Illner (ZDF): Gäste halten Impfung für Lösung, nicht Durchseuchung

Dass die Impfung die Lösung sei und nicht eine etwaige Durchseuchung, darin waren sich die anwesenden Gäste einig. Melanie Brinkmann räumte außerdem mit dem Mythos auf, dass eine „natürliche“ Immunisierung durch eine Ansteckung besser sei. „Die Natur ist grausam“, stellte sie klar und sprach von der Pockenerkrankung im 18. Jahrhundert, an der damals jeder zehnte Brite gestorben sei. Auch das habe man erst durch die Impfung in den Griff bekommen.

In Fragen der Impfpflicht war sich die Runde indes uneins. Ranga Yogeshwar plädierte zwar eindeutig für die Impfung, aber gegen die gesetzliche Pflicht, die zu einer Trotzreaktion führen könne. Auch die gesellschaftliche Kommunikation solle verbessert werden, denn wer als „Impfgegner“ bezeichnet wird und sich dann vielleicht sogar selbst so nennt, der würde auch entsprechend handeln. Holetschek sprach sich für eine Impfpflicht aus, schob die Verantwortung dafür aber der Bundesregierung zu.

Schwesig, die angesichts der leichten Verläufe der Omikron-Variante davon gesprochen hatte, dass man „sanft die Tür aufmachen“ könne, wollte sich in Bezug auf eine verpflichtende Impfung nicht festlegen. Sie verteidigte die vom CSU-Politiker für ihre Unentschlossenheit angegriffenen Parteikollegen Olaf Scholz und Karl Lauterbach und versuchte, die Vorteile der geplanten fraktionsfreien ethischen Debatte im Parlament aufzuzeigen. Diese solle die finale Entscheidung in dieser Frage erbringen. Eva Quadbeck stellte sich in dieser Sache an die Seite Holetscheks und sagte über Scholz und Lauterbach, diese seien „nicht in der Lage, die Führung zu übernehmen“.

Zur Sendung

„maybrit illner“ mit dem Thema „Welle oder Wende – ändert Omikron die Corona-Politik?“ im ZDF. Die ganze Sendung vom 13.01..2022 in der ZDF-Mediathek.

Melanie Brinkmann warnt bei Maybrit Illner (ZDF): „Das wird nicht die letzte Variante sein“

Dass die Impfpflicht nicht die Antwort auf die kommende Welle ist, sondern eine Vorbereitung auf das, was uns noch erwartet, wurde in der Debatte über die Impfpflicht ebenfalls deutlich. Melanie Brinkmann warnte dann auch deutlich: „Das wird nicht die letzte Variante sein.“ Schon die jetzige Omikron-Welle sei im Grunde nur durch so strenge Maßnahmen zu stoppen, wie wir sie aus dem ersten Lockdown kennen.

Zugleich stellte die Virologin fest: „Das ist kein Zustand, den wir nochmal wollen.“ Welche möglichen Wege aus dieser Situation es geben könne, wurde in der Sendung differenziert betrachtet. Jetzt bleibt abzuwarten, welche sich politisch durchsetzen lassen. (Jendrik Walendy)

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