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Maybrit Illner hat in ihrer Sendung im ZDF beim Thema Klimaschutz Schwierigkeiten, die Gemüter zu beruhigen – Robert Habeck und Peter Altmaier geraten sich in die politische Quere.
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Maybrit Illner hat in ihrer Sendung im ZDF beim Thema Klimaschutz Schwierigkeiten, die Gemüter zu beruhigen – Robert Habeck und Peter Altmaier geraten sich in die politische Quere.

TV-Kritik

Robert Habeck bei Maybrit Illner (ZDF): Hitzige Debatte um Klimaschutz

  • Tina Waldeck
    VonTina Waldeck
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Maybrit Illner spricht im ZDF mit ihren Gästen, darunter auch Robert Habeck, über das Thema Klimaschutz in Deutschland. Dabei entbrennt schnell eine hitzige Debatte.

Berlin – Eine Krise ist auf dem Rückzug, aber die nächste hat schon den Fuß in der Tür: Maybrit Illner im ZDF diskutiert mit ihren Gästen zu dem Thema „Alle wollen Klimaschutz – keiner will´s bezahlen“ und es entbrennt eine aufgeheizte Debatte.

Die Koalition hat das Klimaschutzgesetz nachgebessert: CO2 Einsparungen von 65 Prozent und Klimaneutralität bis 2045. Während das den Klimaschützer:innen nicht schnell genug geht, sieht die Industrie eine Bedrohung für die Wirtschaft. Wie sollen so schnell technische und soziale Entwicklungen vorangetrieben werden? Bei den Grünen wird schon mal über ein Aus für Kurzstreckenflüge nachgedacht, während die CDU den Vorschlag mit „eine typisch grüne Verbotsidee“ herunterspielt.

Robert Habeck und Peter Altmaier bei Maybrit Illner im ZDF: Geraten sich früh in die Quere

Robert Habeck, Parteivorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, bekräftigt, dass eine Klimapolitik eben auch eine Freiheitspolitik ist. So tut es niemandem so richtig weh, wenn diese Flüge wegfallen würden: Wo das Angebot nicht mehr besteht, entsteht langfristig auch keine Nachfrage danach. Lenkungsmechanismen, die die Ordnung in der Gesellschaft umstrukturieren. Denn beim Klimaschutz gibt es keine normativen Grenzen: Grenzen, die als richtunggebende Anweisungen konkret eine Lösung aufzeigen. Aber alles nur über erhöhte Preise regeln zu wollen, über die Instrumente des Marktes, das verurteilt er, denn das sorgt nur für soziale Verwerfungen, Neid und Kluften.

Schon früh geraten sich Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie und der Parteivorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in die politische Quere. Doch mit dem Freiheitsverständnis von Peter Altmaier ist ein Verbot von Flügen absolut nicht zu vereinbaren: Andere Perspektiven müssen her wie ein Umrüsten auf Hybridelektroflugzeuge. Auch Georg Kofler, Unternehmer, Investor und Jury-Mitglied der Sendung „Höhle der Löwen“, hält von dem Parteiprogramm der Grünen sehr wenig: Eine Folterwerkstatt der sozialistischen Planwirtschaft! Deswegen hat er jüngst 750.000 Euro an die FDP gespendet, dort meint er eher Potenzial für eine moderne Ökonomie zu sehen.

Maybrit Illner (ZDF) – Georg Kofler mit heftiger Kritik an Grünen-Parteiprogramm

Einschränkungen werden an dem weltweiten Klimaproblem auch nichts ändern, lieber solle ein Ideenwettbewerb gefördert werden, welcher neue Strukturen entwickeln kann: nur so sei ein Fortschritt auch weiterhin möglich. Geld investieren für die Zukunft, das ist hier die These.

Politikwissenschaftlerin, Politökonomin und Nachhaltigkeitsforscherin Maja Göpel stellt klar, das alle Kosten, die jetzt in veränderte Lebenskonzepte investiert werden, sich am Ende auch rechnen werden. Es würde viel teurer kommen, wenn die Menschheit das Problem nicht langfristig in den Griff bekommt: Sonst wird am Ende die Natur und die mit ihr kommenden Umweltveränderungen eine neue Freiheit diktieren. Und die könne noch weitreichendere Einschränkungen zur Folge haben.

Gäste bei Maybritt Illner (ZDF): Funktion:
Robert Habeck Parteivorsitzender Bündnis 90/Die Grünen
Peter Altmaier Bundesminister für Wirtschaft und Energie CDU
Georg Kofler Unternehmer, Investor und Jury-Mitglied bei Höhle der Löwen
Maja GöpelPolitikwissenschaftlerin, Politikökonomin, Nachhaltigkeitsforscherin
Gerald TraufetterWirtschaftsredakteur bei Der Spiegel

Maybrit Illner (ZDF): Robert Habeck will Wohlstand anders definieren

Der auf dem Monitor zugeschaltete Gerald Traufetter, Wirtschaftsredakteur für „Der Spiegel“, erklärt, dass die Verfassungsrichter klargemacht haben, dass die gesetzten Ziele auch einzuhalten sind: Die Regierungen können sich in Zukunft also nicht mehr vor diesen Fragen drücken. Wenn Freiheit weiter allein darüber definiert wird, zum Shoppen nach New York zu fliegen, werden spätere Generationen mit ihrer Freiheit dafür bezahlen. Robert Habeck stimmt ihm zu: Wohlstand muss anders definiert werden.

Unstimmigkeiten entstehen dabei wieder mit Peter Altmaier, zwei unterschiedliche Positionen, die sich in der Runde nicht so ganz grün werden. Als der CDU-Politiker aufzählt, was die bestehende Regierung in den letzten Jahren bereits für das Klima alles getan hat, dreht sich Robert Habeck genervt weg: Diese Vergangenheitsbeschau ist ihm zu nervig, da hat er keinen Bock darauf. Sollten sie nicht lieber nach vorne schauen?

Klimaschutz-Debatte im ZDF: Maybrit Illner kann erhitzte Gemüter nicht beruhigen

Georg Kofler ist sich sicher, dass der nächste große Investitionsboom in die Nachhaltigkeit sein wird: Die Unternehmen sind bereits darauf fokussiert und eine transparente Nachhaltigkeitsstrategie kommt jetzt schon gut auf dem Markt an. Die Gesellschaft braucht Innovationen und diese werden nicht aus der Politik oder von Beamten kommen: Die öffentliche Verwaltung ist ganz sicher der langsamste und trägste Weg – das hat man schon während der Corona-Pandemie gesehen. Maja Göpel pflichtet ihm bei: Bei den Start-ups sollte mal nachgefragt werden, was diese brauchen, um neue Wege zu öffnen. Vielleicht bewegt man sich in Zukunft dann sogar anders als mit den überholten Konzepten von Autos und Flugzeugen? Kreativer und offener denken, wie man das Leben umstrukturieren kann, das würde sie sich wünschen.

Wie kann sich die Gesellschaft schneller dekarbonisieren und welche Lenkungsmechanismen sind mit diesem Ziel verbunden? Eindringlich erhebt Maybrit Illner den Finger, um sich Gehör zu verschaffen, aber die erhitzten Gemüter regulieren sich (noch) genauso wenig wie der Klimaschutz – und die Zuschauer:innen bekommen einen Eindruck davon, das sich diese Frage vielleicht noch bis zu den Bundestagswahlen 2021 weiter aufheizen könnte. (Tina Waldeck)

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