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Talkrunde bei Maybrit Illner
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Talkrunde bei Maybrit Illner

TV-Kritik

Maybrit Illner (ZDF): Grüne wollen „harte Verhandlungen“ statt „Wattebäuschchen“

  • VonMichael Meyns
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Wer wird Kanzler? Um die Kardinalfrage ging es auch bei Maybrit Illner im ZDF. Katrin Göring-Eckardt flirtet mit der FDP - warnt aber vor „harten Verhandlungen.“

Berlin/Frankfurt - Nach der Bundestagswahl 2021 ist vor den Sondierungsgesprächen, gerade nach einem Ergebnis, das zahlreiche Koalitions-Möglichkeiten offenlässt. Die Frage, wer denn hoffentlich bald (und nicht erst nächstes Jahr) das Land regieren wird, drehte sich Maybrit Illners Sendung am Mittwoch Abend. Zum Thema „Scholz oder Laschet – wen machen Grüne und FDP zum Kanzler?“ äußerte sich zunächst Peter Altmaier von der CDU, amtierender Bundeswirtschaftsminister, der betonte, dass die Wähler entschieden haben und der Union angesichts des schlechtesten Wahlergebnis ihrer Geschichte Demut gut tun würde.

Maybrit Illner zur Bundestagswahl 2021: Altmaier fordert von Union Demut ein

„Wir müssen anerkennen, dass die Union die Partei ist, die am meisten Stimmen verloren hat. Wir reklamieren keinen Regierungsanspruch, stehen aber zur Verfügung.“ Auch Markus Söders Aussage, dass die Union nach diesem Wahlergebnis keinen moralischen Anspruch auf das Kanzleramt habe, wollte Altmaier nicht widersprechen. Kein Wunder, setzte er sich doch stark für den bayerischen Ministerpräsidenten als Kanzlerkandidat ein.

Markus Feldenkirchen, Autor im Hauptstadtbüro des Spiegel, wies darauf hin, dass das Ergebnis der SPD gerade einmal auf dem Niveau von 2013 liege. Einen kleinen Vorsprung hat die SPD zwar errungen, doch Olaf Scholz sitzt noch lange nicht im Kanzleramt. Zumal nicht nur die FDP mit beiden ehemaligen Volksparteien liebäugelt, sondern auch die Grünen. Die waren schon vor vier Jahren einem Jamaika-Bündnis gegenüber durchaus aufgeschlossen, dass damals nicht an ihnen, sondern der FDP scheiterte.

Maybrit Illner-Talk (ZDF) über das Ergebnis der Bundestagswahl 2021: Grüne buhlen um Gunst der FDP

Dazu äußerte sich Johannes Vogel, FDP, stellvertretender Parteivorsitzender, der betonte, dass die Ära Merkel mit einem neuen Parteienspektrum geendet ist: Zwei nicht mehr ganz große Parteien, dazu zwei kleinere, die fast mittelgroß sind. Daraus gelte es nun ein funktionierendes Bündnis zu schmieden, dass das Land in die Zukunft führt, die digitale, aber auch sonst.

Maybrit Illner (ZDF) vom 30.09.2021Gäste der Sendung
Peter Altmaier Bundeswirtschaftsminister, CDU
Hubertus HeilBundesarbeitsminister, SPD
Johannes Vogelstellvertretender Parteivorsitzender, FDP
Katrin Göring-EckhardtFraktionsvorsitzende im Bundestag, Grüne
Robin Alexander stellvertretender Chefredakteur, Welt
Markus FeldenkirchenAutor, der Spiegel

Ähnlichen Wahlkampfsprech bemühte auch Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, die die großen Fragen stellte: Welche Partei ist für die höchsten Ämter geeignet? Welche ist bei sich? Welche hat eine Idee, in welche Richtung sich Deutschland entwickeln soll? Göring-Eckardt meinte damit natürlich die Grünen und führte den Flirt mit der FDP weiter, betonte auch, dass gerade junge Menschen, vor allem viele Erstwähler, Grüne und FDP gewählt haben. Dennoch machte sie mit Blick auf Gespräche mit der SPD klar: Man werde sich nicht mit „Wattebäuschchen bewerfen“. „Das werden harte Verhandlungen.“

SPD-Minister Hubertus Heil bei Maybrit Illner (ZDF): SPD wünscht sich eine Ampel-Koalition nach der Bundestagswahl 2021

Hubertus Heil, SPD, stellvertretender Parteivorsitzender und Bundesminister für Arbeit und Soziales, deutete bei Maybrit Illner (ZDF) recht unverhohlen den Wunsch der SPD an, nicht mehr mit der CDU eine große Koalition zu bilden, sondern viel lieber mit Grünen und FDP eine Ampel, bzw. wie es seit einigen Tagen gerne heißt: Eine Citrus-Koalition zu bilden.

Dass der Zug für Jamaika noch nicht komplett abgefahren ist, betonte wiederum Robin Alexander, stellvertretender Chefredakteur von „Die Welt“, der anmerkte, dass Laschet eigentlich nur eine Chance hat, um seine politische Karriere fortzusetzen: das Kanzleramt. Und diese Situation verleiht Grünen und FDP erhebliche Macht, wenn sie bei einem Scheitern der Ampel nach neuen Möglichkeiten suchen.

Einen wichtigen Aspekt betonte schließlich Göring-Eckardt bei Maybrit Illner (ZDF): Egal, welche Koalition bald das Land regieren wird, ohne die anderen demokratischen Parteien wird es nicht gelingen, das Land neu aufzustellen. Was bedeutet: Notwendige Entscheidungen und Weichenstellungen können nur durch Zusammenarbeit im Bundesrat erfolgen.

Doch davor stehen die Koalitionsverhandlungen, die schwer genug werden. Ob sich Angela Merkel darüber freuen würde, wenn es dauert, bis sie abgelöst wird? Dauern die Verhandlungen und die Vereidigung des neuen Kanzlers bis zum 17. Dezember, würde Merkel Helmut Kohl als Rekordhalter ablösen. Doch das dürfte bei den Diskussionen zwischen SPD, Grünen, FDP – und vielleicht auch der CDU – wohl keine Rolle spielen. (Michael Meyns)

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