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Watson in  „Sherlock“, Bilbo Beutlin in der „Hobbit“-Trilogie und nun die Hauptrolle in der neuen Serie „Fargo“: Martin Freeman hat gut zu tun.
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Watson in „Sherlock“, Bilbo Beutlin in der „Hobbit“-Trilogie und nun die Hauptrolle in der neuen Serie „Fargo“: Martin Freeman hat gut zu tun.

„Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere“

Martin Freeman wäre gerne unsichtbar

Martin Freeman spricht zum Kinostart des dritten Teils der „Hobbit“-Trilogie über verrückte Fans und erklärt, warum er keinen Urlaub braucht.

Es ist noch gar nicht lange her, dass Martin Freeman – trotz Rollen im modernen Klassiker „Tatsächlich... Liebe“ oder „Per Anhalter durch die Galaxis“ – eigentlich nur ein britischer Schauspieler unter vielen war. Doch das hat sich innerhalb kürzester Zeit gehörig geändert. Erst erregte der Vater zweier Kinder Aufsehen als Watson in der erfolgreichen BBC-Reihe „Sherlock“ an der Seite von Benedict Cumberbatch. Dann gab ihm Peter Jackson die Hauptrolle des Bilbo Beutlin in der „Hobbit“-Trilogie, deren letzter Teil „Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere“ nun in die Kinos kommt. Und obendrein spielt der 43-jährige Emmy-Gewinner auch noch die Hauptrolle in der neuen Serie „Fargo“.

Mr. Freeman, ähnlich wie Watson in „Sherlock“ haben Sie nun auch Bilbo über einen längeren Zeitraum gespielt. Was ist das Besondere daran, die gleiche Figur mehrmals zu verkörpern? Für mich ist das Spannende, dass man dieser Figur einfach immer weiter ausbauen kann. Wenn man eine Rolle nur einmal spielt, kann man vielleicht nicht jede einzelne ihrer Facetten auf die Leinwand bringen. Bei drei Filmen stehen die Chancen da schon besser. Mit jedem Mal, die ich Bilbo gespielt habe, ist er als Persönlichkeit noch gewachsen. Es gab immer wieder etwas Neues an ihm zu entdecken. Und es bestand keine Eile, was auch mal schön war.

Wie meinen Sie das?
Oft kämpft man ja als Schauspieler darum, so viele Seiten einer Figur wie möglich zu zeigen. So tickte ich in den ersten Wochen des „Hobbit“-Drehs auch wieder und fragte Peter Jackson ständig, wann Bilbo denn zum Beispiel endlich einmal wütend werden würde. Schließlich sollte er ja auf keinen Fall eindimensional wirken. Aber Peter konnte mich immer beruhigen: keinen Stress, Martin, das kommt alles noch. Und tatsächlich hatten wir ja viel Zeit. Das war eine ganz neue Lektion in Geduld.

Bilbo legt ja im Verlauf der drei Filme auch im übertragenen Sinne eine Reise zurück. Würden Sie sagen, dass es Ihnen in der Arbeit am „Hobbit“ ähnlich ging?
Sie meinen im Sinne einer Reise zu mir selbst? Das wäre vermutlich ein wenig übertrieben. Aber ich würde auf jeden Fall unterschreiben, dass mir die Arbeit an den drei Filmen nicht nur unglaublich viel Spaß gemacht, sondern mich auch bereichert hat. Ich habe wirklich viele neue Erfahrungen gemacht, die ich einzig Peter Jackson zu verdanken habe. Ob und wie mich das nun aber nachhaltig geprägt oder gar verändert hat, kann ich jetzt noch gar nicht sagen. Dazu ist das noch nicht lange genug her. Vielleicht blicken wir in 15 Jahren noch mal gemeinsam zurück.

Hatten Sie eigentlich je Bedenken, dass die Geschichte vom kleinen Mann, der unerwartet zum Helden wird, zu klischeehaft sein könnte?
Ehrlich gesagt nicht. Natürlich ist eine solche Erzählung nicht gerade neu. Aber die wenigsten sind so gut wie die vom „Hobbit“. Ganz abgesehen davon: Selbst wenn es ein Klischee wäre, wäre trotzdem etwas Wahres dran. Wie ja eigentlich meistens. Denn wenn wir uns mal die echten Helden des Alltags und der Menschheitsgeschichte anschauen, dann waren die wenigsten davon muskulöse Wikinger mit Superkräften. Selbst wenn uns Hollywood gerne häufig anderes weismachen will.

Als Bilbo sind Sie auch in „Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere“ ziemlich häufig unsichtbar. Haben Sie selbst schon mal davon geträumt, diese Fähigkeit zu haben?
Oh, ich wäre tatsächlich sehr gerne einmal unsichtbar. Ziemlich häufig sogar. Einfach so verschwinden zu können – das wäre ganz großartig. Denn wenn ich ehrlich bin, muss ich gestehen, dass ich mich jenseits meiner Arbeit als Schauspieler in den wenigsten Situationen wirklich wohl fühle. Dadurch komme ich immer an den Punk, an dem ich mich einfach nur noch ausklinken will.

Mit der Arbeit an den „Hobbit“-Filmen und an „Sherlock“ waren Sie in den letzten Jahren dauerbeschäftigt. Sind Sie nicht vollkommen urlaubsreif?
Wie gesagt: bei der Arbeit fühle ich mich wohl, ich liebe es vor der Kamera zu stehen. Normalerweise muss ich mich ganz bewusst daran erinnern, auch mal eine Pause einzulegen, damit ich es nicht vergesse. Wahrscheinlich kennen das viele Leute, die ihren Beruf wirklich gerne machen. Irgendwann hält man kurz inne und realisiert, dass man schon seit Jahren keinen Urlaub mehr gemacht hat. Außerdem habe ich als Schauspieler oft das Gefühl, dass ich Urlaub nicht unbedingt verdient habe.

Wieso das denn?
Gut, das klingt jetzt vielleicht übertrieben. Aber Sie wissen schon, was ich meine. Ich muss mich nicht als Minenarbeiter abrackern, sondern habe einen unglaublich erfüllenden Job, der mir Spaß macht und mich längst nicht so beansprucht wie andere Berufe. Wozu also Urlaub?! Meiner Familie zuliebe bin ich in den letzten Jahren etwas besser darin geworden, auch mal kleine Auszeiten zu nehmen. Allerdings muss mir dann auch nur jemand ein tolles Drehbuch in die Hand drücken und die Ferien sind schon wieder vorbei. Denn wer weiß wie lange noch gute Angebote reinkommen.

Aller Arbeitsfreude zum Trotz: So etwas wie die „Hobbit“-Trilogie dreht man nicht eben nebenbei. Wie mühsam war es, sich in Bilbo Beutlin zu verwandeln?
Wir haben – mit ein paar Pausen – zunächst 18 Monate lang gedreht, danach immer wieder einmal ein paar Wochen. Aber Langeweile konnte kaum aufkommen, denn jeder Tag hatte neue Überraschungen zu bieten. Bis zum Schluss wurde zum Beispiel immer noch etwas am Drehbuch geändert. Natürlich gibt es bei so einem Projekt auch immer Tage, an denen man auch mal die Nase voll hat und sich echt zusammenreißen muss vor Müdigkeit. Allerdings ist das ja in jedem Job so. Und spätestens wenn einem dann der nächste Oger über den Weg läuft, hebt sich die Stimmung auch wieder.

Werden Sie denn seit den Tolkien-Verfilmungen jetzt von den Fans belagert?
Ich muss sagen, dass sich an meinem Leben und Alltag erstaunlich wenig verändert hat. Von einer Manie kann man definitiv nicht sprechen. Die „Hobbit“-Fans sind ausgesprochen zurückhaltend und freundlich. Da bin ich von den „Sherlock“-Fans ganz anderes gewöhnt. Die sind definitiv verrückter. Oder sagen wir mal lieber: Sie sind eindeutig präsenter und verschaffen sich mehr Gehör.

Interview: Patrick Heidmann

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