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Markus Lanz (l) und Bundessozialminister Hubertus Heil (r) im ZDF-Talk über die Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche.
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Markus Lanz (l) und Bundessozialminister Hubertus Heil (r) über die Corona-Impfung für Jugendliche.

TV-Talk

Markus Lanz im ZDF: keine Herdenimmunität auf Kosten der Kinder

  • VonMichael Meyns
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Bei Markus Lanz im ZDF wird über Bundestagswahl und Impfkampagne diskutiert. Hubertus Heil macht den Vermittler.

Hamburg ‒ In kaum sieben Wochen wird ein neuer Bundeskanzler gewählt (der Form halber schreiben wir: eventuell auch eine Bundeskanzlerin), die Zukunft des Landes steht auf dem Spiel, eine Zukunft, um die vor allem die jüngeren Deutschen bangen.

Nicht nur, aber auch wegen Corona, der schier unendlichen Pandemie. Die Virologin Prof. Ulrike Protzer, äußerte sich zur Debatte um Kinderimpfungen und betonte, dass die Corona-Impfstoffe schon länger für Kinder ab 12 freigegeben ist. Auch wenn das Risiko zu erkranken gering ist, können jüngere Menschen zum Impftreiber werden, denn sie haben viel mehr Sozialkontakte. Gerade junge Erwachsene, Studenten etwa, können in einer Uni-Vorlesung oft Dutzenden, manchmal auch einhundert Menschen in einem Hörsaal begegnen.

Markus Lanz (ZDF): Von der Corona-Pandemie zur Normalität - Nicht auf Kosten der Kinder

Auch Moritz Piepel, 22-jähriger Student und Mitglied des Jugendrats der Generationen Stiftung betonte die Bedeutung der Impfung für jüngere Menschen, die endlich wieder eine gewisse Normalität haben wollen, die auch Feiern, vor allem aber auch wieder in Schule und Universität gehen wollen. Er selbst und viele Altersgenossen sind geimpft und froh darüber, die Frage, ob sich die Impfung lohnt, stellt sich für ihn nicht. Ein kleines Risiko gäbe es immer, doch der Schutz der viel gefährdeteren Eltern oder Großeltern stehe im Vordergrund.

Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales versuchte bei Markus Lanz im ZDF überraschenderweise den Rat der Ständigen Impfkommission (Stiko), die Impfungen (noch) nicht für über 12-Jährige freizugeben, nicht zu hoch zu hängen. Sollte man also die von allen Politikern geschätzte Stiko also nicht zu ernst nehmen? Ein Widerspruch, auf den sich Lanz einschoss und immer wieder betonte, dass die Corona-Gefahr für Kinder praktisch nicht existent ist und man den verständlichen Wunsch nach Herdenimmunität nicht auf Kosten der Kinder durchsetzen sollte.

Die Gäste bei „Markus Lanz“ im ZDF am Dienstag, 3. August

NameBeruf
Prof. Ulrike ProtzerVirologin
Moritz PiepelStudent
Hubertus Heil (SPD)Bundesminister für Arbeit und Soziales
Kristina DunzJournalistin

Hubertus Heil bei „Markus Lanz“ im ZDF: Ist die Rente noch sicher?

Ein noch komplexeres Thema für die Bundestagswahl 2021 sind jedoch die Rentenpolitik. Einst hieß es bei Norbert Blüm: „Die Rente ist sicher“, doch das ist lange her. Moritz Piepel sorgt sich um die Generationengerechtigkeit, denn der Staat gibt inzwischen gut 25 Prozent seines Etats für die Finanzierung der Renten aus, eine Zahl, die angesichts der demografischen Entwicklung nur steigen kann. Radikales Umdenken wäre nötig, doch da sieht Piepel schwarz.

Hubertus Heil versuchte im Talk bei „Markus Lanz“ zu vermitteln und wies darauf hin, dass es zwar stimmt, dass die Gesellschaft immer älter wird, dass sich dieser Prozess aber bald ändern wird: Die geburtenschwachen Jahrgänge der 60er und 70er Jahre werden älter und nehmen dadurch ein wenig den Druck vom Kessel, zumal in den folgenden Jahrzehnten die Geburtenzahlen wieder nach oben gingen. Doch auch positive Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt würden die Situation entspannen.

Kristina Dunz, Hauptstadtredakteurin vom RedaktionsNetzwerk Deutschland kritisierte einmal mehr die Trägheit der Politik, die Probleme mit Vorliebe vor sich hinschiebt, auf die nächste Legislaturperiode vertagt und notwendige harte Entscheidungen lieber verdrängt. Schaut die Politik zu sehr auf die Interessen der Generation ü60, die inzwischen eine große Mehrheit der Wähler stellt? Hubertus Heil stritt diese These natürlich vehement ab, was seine Gegner keineswegs überzeugte. Braucht es massive Zuwanderung, um das Rentensystem am Leben zu halten? Müssen Menschen bald arbeiten, bis sie 70 sind? Oder reicht es, an kleinen Stellschrauben zu drehen, um die Rente zu sichern? Klare Antworten auf diese schwierigen Fragen gab es an diesem Abend nicht, das Thema Rente dürfte noch länger aktuell bleiben als Long-Covid. (Michael Meyns)

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