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Talkrunde bei Markus Lanz (ZDF) am 4. November 2021.
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Talkrunde bei Markus Lanz (ZDF) am 4. November 2021.

Polit-Talkrunde im Zweiten

Markus Lanz (ZDF): Einem Gast platzt beim Thema Atomkraft der Kragen

Beim Polit-Talk bei Markus Lanz (ZDF) geht es um den Klimawandel. Als das Thema Atomkraft zur Sprache kommt, wird die Debatte heftig. 

Hamburg – Anlässlich der Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow beleuchtet Markus Lanz in seinem ZDF-Talk das Zukunftsthema schlechthin: den Klimawandel. Es diskutieren der Wissenschaftsjournalist Harald Lesch, der Investor und Unternehmer Frank Thelen, die Professorin für Gebäudetechnologie Lamia Messari-Becker und der Wirtschaftsexperte Marcel Fratzscher.

Die Mischung der bis auf Messari-Becker oft geladenen Gäste verheißt wenig Neues, öffnet den Blick aber für viele Teilaspekte wie die Rolle neuer Technologien bei der Energiewende, das Wohnen der Zukunft oder die ökonomischen Folgen des Klimawandels. Einigkeit besteht über das Ziel, die Erderwärmung abzumildern, die Meinungen zum besten Weg dahin gehen indes auseinander.

Markus Lanz (ZDF): Unternehmer Frank Thelen ist optimistisch

Zum Einstieg steckt Lanz im ZDF das Klima-Thema ganz grundlegend ab. Der Physiker Harald Lesch sieht den hohen Energieverbrauch, den er als „energetische Adipositas“ umschreibt, als vorrangiges Problem. Diesbezüglich setzt Frank Thelen auf weitere Investitionen in Solarenergie, Windkraft und innovative Verfahren der Stromspeicherung.

Markus Lanz (ZDF), Sendung vom 4. November 2021Die Gästeliste
Harald LeschWissenschaftsjournalist
Frank ThelenUnternehmer
Lamia Messari-BeckerBauingenieurin
Marcel FratzscherÖkonom

Thelens Optimismus, was weitere neue Erfindungen angeht, stößt nicht rundherum auf Begeisterung: Seine Spekulation über ein Verfahren, das CO2 aus der Luft filtert, veranlasst Lesch zum Schnaufen – überhaupt lässt der Wissenschaftsjournalist einen gewissen Fatalismus durchblicken. Messari-Becker verweist mit der Rohstoffknappheit auf einen weiteren Aspekt des Strukturwandels und fordert eine Kreislaufwirtschaft.

Der Ökonom Fratzscher erklärt, dass die nötigen Veränderungen zur Erreichung der Klimaziele mit Kosten wie einem höheren CO2-Preis einhergehen. „Die Politik soll reinen Wein einschenken“ – und Menschen mit geringen Einkommen entlasten. Lamia Messari-Becker moniert, dass manche Experten die Probleme und Herausforderungen der Klimakrise „verniedlichen“, was wertvolle Zeit kostet. Lesch findet, es werde viel über den Klimawandel gesprochen, die Gesellschaft sei aber nicht auf die „riesen Transformation“ vorbereitet.

Markus Lanz (ZDF): Das Thema Atomkraft erregt viele Gemüter

Beim Thema Atomkraft wird der sonst sachliche Talk bei Markus Lanz zwischenzeitig etwas hitzig. Frank Thelen sieht die Atomkraft der vierten Generation durchaus als Möglichkeit zur Überbrückung und hofft auf eine künftige Lösung für die Atomabfälle. „Wir brauchen neue Durchbrüche,“ sagt Thelen, und nennt als Beispiel die Energiegewinnung per Kernfusion mit Sonnenenergie. Was künftigen Verzicht angeht, verweist der Investor auf den enormen Energieverbrauch durch den Konsum von Fleisch und Fisch. „Wir müssten eigentlich die Currywurst abschaffen,“ so Thelen. „Irgendeinen Tod müssen wir sterben.“

Marcel Fratzscher sieht die Atomkraft hingegen als „Irrweg“, der im Vergleich zur Windkraft auch zu teuer sei. Messari-Becker stellt fest, dass die Diskussion über Atomkraft in Deutschland „sehr moralisierend“ geführt wird – und nennt die Hinterlassung von Atommüll im Sinne der Generationengerechtigkeit „unverantwortlich“.

Zur Sendung

Markus Lanz (ZDF): Der Talk vom 4. November - Die Dimension der Klimakrise und deren weitreichende Auswirkung.

Die Sendung in der ZDF-Mediathek

Auch das Wohnen der Zukunft und die Rolle energetischer Gebäudesanierungen wird bei Lanz im ZDF diskutiert. Messari-Becker erklärt die Unmöglichkeit einer pauschalen Lösung für energieeffizientes Wohnen, weil die Energie-Infrastruktur im Hausbestand sehr unterschiedlich aufgestellt ist. Durch die Zusammenfassung mehrerer Häuser im Quartiersmanagement könnten gemeinsame Lösungen gefunden werden. Als gute Option für den städtischen Verkehr sieht die Expertin Carsharing-Modelle.

Zum Abschluss stimmt der Ökonom Marcel Fratzscher abermals auf die hohen Investitionen ein, die für die Klimapolitik nötig werden. „Wir reden zu wenig über die Kosten des Klimawandels“, sagt Fratzscher. Es sei in jedem Fall besser, die Investitionen jetzt zu tätigen als in zehn oder fünfzehn Jahren, wenn die Probleme noch größer sind. „Ökonomisch gesehen haben wir noch eine Chance, die Kurve zu bekommen.“ (Christian Horn)

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