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Sahra Wagenknecht bei Markus Lanz (ZDF): „Wirtschaftsminister hat keinerlei Durchblick“

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Von: Tina Waldeck

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Sahra Wagenknecht bei Markus Lanz (ZDF) am 20. September 2022.
Sahra Wagenknecht bei Markus Lanz (ZDF) am 20. September 2022. © Screenshot ZDF

Bei Markus Lanz (ZDF) bezeichnet Sahra Wagenknecht die Ampel als „Dilettantenstadl“. Von den Sanktionen gegen Russland hält die Linken-Politikerin nicht viel.

Hamburg – Leistet Deutschland mit den Wirtschaftssanktionen einen sinnvollen Beitrag – für Deutschland? Bei ihrer umstrittenen Rede im Bundestag bezeichnete Sahra Wagenknecht die Ampelkoalition als „die dümmste Regierung der Welt“ und zu dieser Aussage steht sie auch bei Markus Lanz (ZDF): Natürlich ist der Ukraine-Krieg als Verbrechen zu verurteilen, aber die deutschen Maßnahmen schneiden viel zu tief in das eigene Fleisch. Schuld ist in ihren Augen nicht Wladimir Putin, sondern „dass der Wirtschaftsminister keinerlei Durchblick hat, was er da gerade tut.“

Gazprom macht Rekordgewinne, Putin hat mehr Einnahmen als zuvor und in Deutschland schießen die Preise durch die Decke. Der Leidensdruck im eigenen Land ist „massiv genug und furchtbar“, erklärt Sahra Wagenknecht: „Menschen, die ein normales Einkommen haben, – die ein geringes Einkommen haben –, die sind am Verzweifeln, wenn die ihre Rechnungen sehen.“ Die Linken-Politikerin hält daher von den Sanktionen gegen Russland nicht viel. „Wir helfen nicht der Ukraine, indem wir unsere eigene Wirtschaft ruinieren.“ Sie verweist auf den türkischen Präsidenten Recep Erdogan, den sie „für eine ziemlich unerträgliche Figur“ hält, aber der bei den Getreidelieferungen klug genug verhandelt hat, sodass die Schiffe seitdem wieder fahren. Andere Regierungen „sehen mehr darauf, was ihrem Land nützt“ als Deutschland. „Putin hat nicht die Macht, in Deutschland den Wohlstand zu zerstören“, das erledigt in ihren Augen die deutsche Regierung.

Markus Lanz (ZDF): Sahra Wagenknecht als ein „perfektes Opfer russischer Propaganda“?

Leonid Wolkow rollt mit den Augen: Alles, was Sahra Wagenknecht sagt, ist in seinen Augen „Putins Traum.“ Die Sanktionen sind an Russland durchaus nicht nutzlos vorbeigegangen, auch wenn davon wenig hinausdringt, denn Wladimir Putin hat seinen Apparat im Griff, – er kann die Bevölkerung klein und schweigsam halten. „Das Gleiche immer und immer wieder tun und ein anderes Ergebnis erwarten“: Das war – in der Definition von Wahnsinn bei Albert Einstein – jahrelang der Westen mit Blick auf Russland. Im Georgienkrieg 2008 oder bei der Annexion der Krim 2014 gab es keine wesentlichen Konsequenzen, somit war sich dieser auch diesmal sicher, „es wird keine Antwort aus dem Westen geben.“ Ist Sahra Wagenknecht da nicht auch nur ein „perfektes Opfer russischer Propaganda“, wenn sie Verhandlungen, Kompromisse und ein „weitermachen wie zuvor“ verlangt, was irgendwann im nächsten Krieg münden wird, – solange bis Wladimir Putin das bekommt, was er will?

„Russland ist ein großes Land mit einer großartigen Geschichte und Tradition.“ Der Begriff „Putin-Versteher“ ist allerdings eine Beleidigung, klärt sie Leonid Wolkow auf. Doch die Linken-Politikerin hat nach ihrer eigenen Aussage absolut „keine Sympathie für das russische System: Das ist ein korrupter Oligarchen-Kapitalismus.“ Sie möchte, dass alle „auf der Welt halbwegs friedliche Verhältnisse haben“ und dass es geschafft wird, „das Land mit Verhandlungen zu stabilisieren.“ Außerdem will sie nicht für Russland sprechen, sondern für die Menschen in Deutschland – mit ihren aktuellen Sorgen, wie sie das alles noch stemmen können. (Tina Waldeck)

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