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Markus Lanz im ZDF: Zwischen Polit-Talk und boulevardeskem Palaver

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In der Talkshow „Markus Lanz“ diskutieren die Gäste Themen aus Politik, Sport oder Boulevard. Die Aufzeichnung ist in der ZDF-Mediathek abrufbar.

Hamburg ‒ Die ZDF-Fernsehsendung „Markus Lanz“ gibt es in diesem Format seit dem Jahr 2010, zuvor vertrat Markus Lanz mit seiner Sendung den Moderator Johannes B. Kerner. Geladen sind meist vier Gäste, denen Markus Lanz sich in der 75-minütigen Sendung widmet. Zwar steht die Sendung selbst nicht unter einem generellen Thema, abhängig von den geladenen Gästen werden aber aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen, Neuigkeiten aus der Unterhaltungsbranche, Sportveranstaltungen oder die individuelle Lebensgeschichte des Gesprächspartners diskutiert.

SenderZDF
Ausstrahlungsturnusdienstags bis donnerstags
Längeca. 75 Minuten
ProduktionsfirmaMhoch2 TV (seit 2011)

Markus Lanz: Alle Folgen in der ZDF-Mediathek abrufbar

Der Fokus der Sendung liegt weniger auf komplexer politischer Berichterstattung, als auf dem Unterhaltungsfaktor. Nichtsdestotrotz werden die geladenen Gäste von Markus Lanz durchaus beharrlich befragt, insbesondere dann, wenn sie ausweichend antworten.

Dienstag bis Donnerstag wird die Sendung am späten Abend ausgestrahlt. Eine feste Sendezeit gibt es nicht, der Beginn der Talkshow schwankt zwischen 22.45 Uhr und Mitternacht. Wer eine Sendung verpasst hat, kann sie online in der Mediathek des ZDF ansehen.

Markus Lanz begrüßt Gäste aus Politik, Sport oder Boulevard

Die Gäste von Markus Lanz kommen zumeist aus der Politik, der Unterhaltungsbranche und dem Sport. Vor allem in Sendungen im Anschluss an Fußball-Übertragungen, sind oftmals Personen aus diesem Bereich zu Gast.

Bei bestimmten Anlässen werden auch Expert:innen eingeladen, um einen Sachverhalt fachlich einzuordnen und verständlich darzustellen. Dabei handelt es sich beispielsweise um Journalist:innen, Wissenschaftler:innen oder Mediziner*innen.

Markus Lanz begrüßt in seiner Sendung Gäste aus Politik, Sport, Boulevard
Markus Lanz begrüßt in seiner Sendung im ZDF Gäste aus Politik, Sport und Boulevard. (Archivbild) © Markus Hertrich/dpa

Auch nicht-prominente Personen werden in die Talkshow eingeladen. Dies geschieht dann, wenn sie eine besondere Lebensgeschichte haben oder etwas Außergewöhnliches erlebt, erfunden oder entwickelt haben.

Die Schilderung persönlicher Schicksale ist ein ebenso zentraler Bestandteil von „Markus Lanz“, wie die Gespräche über politische Ereignisse.

Einschaltquoten und Produktion der ZDF-Talkshow

Die erste Staffel der Talkshow von Markus Lanz - damals noch in Vertretung für Johannes B. Kerner - wurde von Juni bis September 2008 ausgestrahlt und erreichte einen Marktanteil von 11 Prozent. Die Quoten sind seit der ersten Staffel gestiegen und lagen im Jahr 2018 bei 13 Prozent. Damit liegt die Talkshow über dem ZDF-Senderschnitt.

Produziert wurde die Sendung zu Beginn von der Firma „Fernsehmacher“. An dieser Produktionsfirma waren Johannes B. Kerner und Markus Heidemanns jeweils zur Hälfte beteiligt. Mit Beginn des Jahres 2011 wurde die Produktion der Talkshow von der Firma „Mhoch2 TV“ übernommen, an der Markus Lanz zur Hälfte beteiligt ist.

Die Sendung wird aus Rundfunkgebühren finanziert, die Kosten der Talkshow werden nicht veröffentlicht.

Kritik am Moderationsstil von Markus Lanz kommt immer wieder auf

Immer wieder gibt es Kritik am Moderationsstil von Markus Lanz. Ihm wird vorgeworfen, dass er selbst zu viel rede und seine Gäste häufig unterbrechen würde. So wurde der ZDF-Moderator als „Möchtegern-Inquisitor“ bezeichnet, „der nicht moderiert, sondern Fragen abschießt“ und es „fast nie schafft, seine Gäste ausreden zu lassen“. 

Markus Lanz diskutiert oft zu aktuellen Themen.
Markus Lanz diskutiert oft zu aktuellen Themen. (Archivbild) © Cornelia Lehmann/dpa

Auch seine Versuche, sich mit Talkshows zu politischen Fragen und Ereignissen als seriöse Politik-Talkshow zu präsentieren, wurden kritisiert. Die Auswahl der Gäste und nicht zuletzt die banalen Fragen von Markus Lanz, würden solche Sendungen zum Scheitern verurteilen.

Petition zur Absetzung der ZDF-Sendung scheitert 2014

Für besondere Aufregung sorgte Markus Lanz nach einer Talkshow im Jahr 2014, in der Sahra Wagenknecht zu Gast war. Im Gespräch mit der damaligen stellvertretenden Vorsitzenden der Linksfraktion stellte Lanz viele Suggestivfragen und unterbrach Wagenknecht immer wieder. Als Reaktion darauf wurde eine Petition online gestellt, in der das ZDF aufgefordert wird, sich von Markus Lanz zu trennen.

In der Begründung hieß es: „Ein Moderator, der nicht fähig ist, ohne Entgleisungen zu moderieren, den Offenheit und der Umgang mit abweichenden Meinungen offenbar überfordern, der Fragen stellt und die Antworten nicht hören will und der seine eigene Meinung stets über die seiner Gäste stellt, sollte nicht vom Beitragszahler alimentiert werden.“ Die Petition erreichte insgesamt mehr als 230.000 Unterschriften.

Als Reaktion auf die breite Kritik an seiner Gesprächsführung, räumte Markus Lanz Fehler ein: „Wenn das energische Nachfragen zu rustikal und sogar persönlich war, dann bedaure ich das“, erläuterte er im Nachhinein.

Karriere, Kinder, Ehefrau: Zur Person Markus Lanz

Der Talkshow-Moderator und Produzent Markus Lanz wurde 1969 in Südtirol geboren. Nach der Matura - das italienische Äquivalent zum Abitur - und einer Ausbildung beim italienischen Heer, begann er im Jahr 1991/92 in München eine schulische Ausbildung zum Kommunikationswirt.

Im Jahr darauf begann Markus Lanz ein Volontariat beim Radio Hamburg. Hier wurde er jedoch drei Jahre später entlassen, nachdem er ohne Genehmigung das Lied „F…! Chirac“ im Radio sendete. Markus Lanz protestierte mit dem Lied gegen die französischen Kernwaffentests. Die Kündigung stellte sich für Lanz jedoch als Glücksfall heraus.

Denn im selben Jahr wechselte er zum Fernsehen, wo ihm sein Durchbruch gelang. Ab 1998 moderierte er im RTL regelmäßig Sendungen. Hier etablierte Lanz bereits seinen charakteristischen, ungewöhnlich aktiven Moderationsstil mit vielen Wortspielen. Im Jahr 2008 wechselte er dann zum ZDF und moderiert dort seitdem unter anderem die nach ihm benannte Talkshow „Markus Lanz“. Neben seiner Tätigkeit als Moderator ist Lanz auch als Fotograf und Autor tätig.

Markus Lanz hat drei Kinder. Aus der Beziehung mit der Moderatorin Birgit Schrowange hat er einen Sohn, der bereits volljährig ist. Zwei weitere Kinder hat er mit seiner Frau Angela Gessmann, die er im Jahr 2011 heiratete. (Josephine von der Haar)

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