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Diskutierten lebhaft über das Spiel der DFB-Elf gegen Ungarn: Marcel Reif, Markus Lanz, Gaby Papenburg, Ewald Lienen und Giovanni Zarrella (von Links).
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Diskutierten lebhaft über das Spiel der DFB-Elf gegen Ungarn: Marcel Reif, Markus Lanz, Gaby Papenburg, Ewald Lienen und Giovanni Zarrella (von Links).

Talkshow im ZDF

Markus Lanz (ZDF): Debatte um Regenbogenflagge ist reine „Hashtag-Politik“

  • VonMichael Meyns
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Nach dem Spiel der DFB-Elf gegen Ungarn ging es bei Markus Lanz im ZDF um die Analyse. Aber auch die Stadien in Regenbogenfarben standen zur Debatte.

Berlin – Am Abend, als die Ära Jogi Löw fast zu Ende gegangen wäre, kannte auch Markus Lanz im ZDF nur ein Thema: Fußball. Doch nicht nur das Unentschieden der DFB-Elf bei der EM 2021 gegen Ungarn, dass den Einzug ins Achtelfinale haarscharf sicherte, war Thema, sondern auch die sogenannte Regenbogen-Debatte. Während das Münchner Olympiastadion nicht bunt leuchten durfte, zeigten andere Stadien in Deutschland Flagge und Haltung.

Doch bevor es politisch wurde, ging es in der Talkrunde am späten Mittwochabend um das hart erkämpfte Unentschieden gegen Ungarn. Wie schon nach der Auftaktniederlage gegen Frankreich, ließ der erfahrene Trainer Ewald Lienen kaum ein gutes Haar an den Entscheidungen von Joachim Löw, dessen festhalten an seiner geliebten Dreierkette Lienen schier zur Verzweiflung trieb. Doch nicht alles sei Löws Schuld: Das Fehlen von starken Außenverteidigern und klassischen Sechsern bestimmt die Aufstellung. Die an sich vorhandene spielerische Überlegenheit wird dagegen immer wieder durch haarsträubende Fehler zunichte gemacht.

Talk bei Markus Lanz (ZDF): Wieso wird Kai Haavertz ausgewechselt, Sané darf aber bleiben?

Auch Löws Wechsel sorgten für Rätsel, etwa bei Fußballexperten Marcel Reif, der sich fragte, warum mit Kai Haavertz der einzige torgefährliche Spieler unmittelbar nach seinem Tor zum zwischenzeitlichen Ausgleich ausgewechselt wurde. Warum statt dessen nicht Leroy Sané, der einmal mehr sein Potenzial nicht abrufen konnte.

Die Sendung in der ZDF-Mediathek

Schauen können Sie die ZDF-Talkshow mit Markus Lanz in der ZDF-Mediathek.

Beim Thema Sané kam das Gespräch natürlich auch auf das Thema Körpersprache und Haltung, wo sich auch Sportexpertin Gaby Papenburg fragte, warum der Bayern-Spieler immer etwas abwesend wirkt. Ganz anders der neue deutsche Held Robin Gosens, dessen ungewöhnlicher Karriereweg in den letzten Tagen rauf und runter beschrieben wurde. Nicht schon mit 14 in einem Leistungszentrum zu spielen, sondern individuell für seinen Werdegang verantwortlich zu sein – Das scheint das Erfolgsrezept Gosens zu sein.

Marcel Reif bei Markus Lanz (ZDF): „Die Zeit des Heldenfußballs ist vorbei“

Fast aus dem Nichts kam der Spieler von Atalanta Bergamo auf die große Bühne, Sänger und Moderator Giovanni Zarrella hatte ihn als großer Fan der italienischen Liga schon länger auf der Liste. Ein Typ ist Gosen und damit ganz anders als die vielen stromlinienförmigen Spieler, denen schon viel zu früh alle Ecken und Kanten abtrainiert werden.

Zu Gast bei Markus LanzFunktion
Marcel ReifSportjournalist
Gaby PapenburgSportexpertin
Ewald LienenFußballtrainer
Giovanni ZarrellaModerator

Dennoch: „Die Zeit des Heldenfußball ist vorbei“ behauptet Marcel Reif, die Ära, in der Spieler wie Messi oder Ronaldo eine Mannschaft quasi im Alleingang zu Titeln schießen geht dem Ende entgegen, in Zukunft wird es mehr auf die Mannschaft ankommen. Einzelne Spiele werden immer noch von Stars entschieden werden, aber auch ein Star wird sich viel mehr in den Dienst der Mannschaft stellen müssen.

Debatte um Regenbogenbeleuchtung bei Markus Lanz (ZDF): „Eigentor der UEFA“

Ob das den Fußball vor dem Kommerz rettet, wird sich zeigen, wie schwer es den Verbänden fällt, auch eher harmlose politische Äußerungen hinzunehmen, zeigte die Farce um die Beleuchtung des Münchner Olympiastadions. Wie Gaby Papenburg anmerkte hat die UEFA mit dem Verbot ein Eigentor geschossen, denn so viel wie in den letzten Tagen wurde selten über die Regenbogenfarbe oder die homophobe ungarische Gesellschaft gesprochen.

Gut gemeint aber nicht gut durchdacht nannte Marcel Reif die Aktion, die er im Kern natürlich unterstützt, aber auch Verständnis für die Haltung der UEFA zeigte, die schlicht und einfach ihren Regularien folgte. Ist die Beleuchtung eines Stadiums mehr als Aktionismus? Mehr als ein billiges Symbol, das nichts kostet und nächste Woche schon vergessen ist? „Hashtag-Politik“ nannte Lanz das und merkte an, dass trotz der punktuellen Sympathie für die Rechte von Homosexuellen, immer noch kein aktiver Profi-Fußballer gewagt hat, sich zu outen. Schwierige Fragen, die über den Sport hinausgehen, der jetzt erst einmal zwei Tage Pause macht, bevor die Ära Löw in die Verlängerung geht. (Michael Meyns)

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