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Talkrunde Markus Lanz ZDF.
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Robert Habeck war bei Markus Lanz im ZDF zu Gast.

TV-Kritik

Markus Lanz im ZDF - Robert Habeck spielt ein sehr erfolgreiches Spiel

  • vonMichael Meyns
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Markus Lanz präsentiert im ZDF einen bunten Strauß aktueller Themen: Die USA haben einen neuen Präsidenten, die Grünen Ambitionen, die Menschen denken quer und Corona gibt es auch noch.

  • Zu Gast beim Markus Lanz im ZDF: Journalist Elmar Theveßen, Politiker Robert Habeck, Journalist Robin Alexander, Medizinerin Dr. Ute Teichert und Autor Olaf Sundermeyer.
  • Markus Lanz spricht über Außen- und Innenpolitik und natürlich die Corona-Pandemie.
  • Zumindest Robert Habeck hat die Chance, auch dann wieder Gast zu sein, wenn Corona längst Geschichte ist.

Zum Auftakt der Markus Lanz-Woche im ZDF ging der Blick über den großen Teich, wo ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen einen kurzen Einblick in die Psyche des noch amtierenden Präsidenten Donald Trump gab. Der hat sich seit der Wahl fast nur noch auf dem Golfplatz aufgehalten, die Regierungsgeschäfte praktisch völlig links liegen lassen, abgesehen von seiner Lieblingsbeschäftigung tweeten.

Markus Lanz (ZDF): Zunächst der Blick in die USA

Inzwischen scheint Donald Trump immerhin der Übergabe der Regierung keine Steine mehr in den Weg zu legen, doch seine Versuche, den eindeutigen Wahlsieger Joe Biden schlecht zu machen wird Trump sicherlich nicht so bald einstellen. Zwei Monate bleiben ihm noch, bevor das Drama – zumindest vorläufig – vorbei sein wird.

Markus Lanz im ZDF: Robert Habeck auf dem Weg zur Kanzlerschaft?

Zur Innenpolitik, was diesmal nicht nur Corona bedeutete, sondern auch die Grünen, die am Wochenende einen virtuellen Parteitag absolvierten. Zu Gast bei Markus Lanz im ZDF war der Co-Parteivorsitzende Robert Habeck, der nächsten Herbst möglicherweise Kanzler werden könnte. Zunächst müsste er sich im internen Duell allerdings gegen Annalena Baerbock durchsetzen, doch wann diese Entscheidung fallen wird, dazu verweigerte Habeck einmal mehr die Antwort, so wie erst kürzlich seine Kollegin.

Bei Markus Lanz im ZDF wirkt Robert Habeck nicht immer gelassen

Ein sehr erfolgreiches Spiel, wie der stellvertretende „Welt“-Chefredakteur Robin Alexander es in seiner Analyse der Wahlchancen der Grünen nannte. Einige Monate wird dieses Spiel wohl noch dauern, prophezeite Alexander, während Robert Habeck lächelte, mal süffisant, mal eher genervt wirkend. Ganz gelassen wirkte der Grüne nicht immer, so souverän wie die erfahrenen CDU/CSU-Machtpolitiker wiegeln die in Sachen Kanzlerschaft noch unbedarften Grünen die Frage nach einer möglichen Kandidatur nicht ab. Immerhin wirkte der Grüne nicht so deprimiert wie bei seinem letzten Besuch bei Markus Lanz im ZDF im Mai, als seine Partei in der Wählergunst gerade um gut zehn Prozentpunkte abgerutscht und das große Ziel Kanzleramt in weite Ferne gerückt war.

Habecks Versuche, das Gespräch bei Markus Lanz im ZDF in sachliche Bahnen zu lenken, gelangen jedoch nur bedingt, zu verkrampft wirkt es auf Dauer, immer wieder die Harmonie des Führungsduos zu betonen, gerade wenn die Kollegin Baerbock als höchste Verantwortung gerade mal den Vorsitz über den Landesverband der Grünen in Berlin vorweisen kann. Zur Erinnerung: Robert Habeck war immerhin mal Minister in Schleswig-Holstein.

Markus Lanz (ZDF): Spiel mit verdeckten Karten

Als Innenminister hat sich vor kurzem bei Markus Lanz im ZDF Cem Özdemir ins Spiel gebracht, indem er jegliches Interesse an der Position abstritt. Ein emphatisches Spiegel-Porträt in der aktuellen Ausgabe verfestigte den Eindruck, auch Robin Alexander betrachtete angesichts der zunehmenden Bedrohung durch islamistische Gefährder, einen Innenminister mit Migrationshintergrund als lohnenswerte Überlegung. Robert Habeck wollte sich hier nicht in die Karten schauen lassen, betonte aber die grundsätzliche Haltung der Grünen, mit der ganzen Härte des Gesetzes gegen Radikale vorzugehen.

Markus Lanz (ZDF): Die AfD nimmt Einfluss auf die „Querdenker“

Zur Frage der zunehmenden Radikalisierung von Protest-Bewegungen war der Extremismus-Forscher Olaf Sundermayer eingeladen und berichtete bei Markus Lanz im ZDF von zunehmendem Zusammenschluss der Splittergruppen: Seit den großen Demonstrationen in Berlin im August, schließen sich zunehmend auch Pegida-Anhänger und andere stramm rechte Vereinigungen der Querdenker-Bewegung an, vor allem aber nimmt der Versuch der Einflussnahme durch die AfD zu. Hatte die Rechts-Partei zu Beginn der Corona-Krise noch große Probleme, sich zu positionieren, versucht sie nun, die Proteste für sich zu instrumentalisieren. Das Einschleusen von Pöblern in den Bundestag, die eine Gegenöffentlichkeit konstruieren sollten, Abgeordnete zu provozieren suchten, war natürlich kein kleiner Fauxpax, sondern eine gezielte Aktion.

Auch Corona ist natürlich noch immer Thema bei Markus Lanz im ZDF

Die Versuche, die immer noch grassierende Pandemie zu instrumentalisieren, Maßnahmen als „Corona-Diktatur“ zu bezeichnen, stößt verständlicherweise besonders bei Dr. Ute Teichert in der Sendung „Markus Lanz“ (ZDF) sauer auf, der Vorsitzenden des Berufsverbands der Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes. Sie steht momentan vor der Schwierigkeit, die Arbeit der Gesundheitsämter im Kampf gegen die Pandemie zu koordinieren, darunter inzwischen auch 5000 Bundeswehrsoldaten, die versuchen, Infektionsketten zu verfolgen. Eine kaum noch zu bewältigende Aufgabe, weswegen der Lockdown verlängert wird, was besonders Gastronomie und Kulturbranche bitter aufstößt.

Doch vielleicht liegt es am nahenden Weihnachtsfest, vielleicht an immer neuen Impfstoffen, die kurz vor der Zulassung stehen: Ganz zu dramatisch wirkt die Situation nicht mehr, das Ende der Corona-Pandemie scheint absehbar zu sein. Und so umfassend, wie seit März über Corona, Folgen und Maßnahmen getalkt wurde, mag man nur hoffen, dass spätestens nach Ostern wieder die Politik und die anstehenden Wahlen im Mittelpunkt stehen werden, vermutlich dann auch mit Robert Habeck als Gast bei Markus Lanz im ZDF im Wochentakt. (Michael Meyns)

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